New-Georgia-Affengesichtflughund

New-Georgia-Affengesichtflughund
Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Unterfamilie: Pteropodinae
Tribus: Pteralopini
Gattung: Affengesichtflughunde (Pteralopex)
Art: New-Georgia-Affengesichtflughund
Wissenschaftlicher Name
Pteralopex taki
Parnaby, 2002

Der New-Georgia-Affengesichtflughund (Pteralopex taki) ist ein auf den westlichen Salomonen endemisches Fledertier in der Gattung der Affengesichtflughunde. Das Typusexemplar wurde an einer Lagune der Insel New Georgia gefangen. Nachdem Tim Flannery schon 1995 eine unvollständige Beschreibung publiziert hatte, erfolgte im Jahr 2002 die wissenschaftliche Erstbeschreibung durch Harry Parnaby.[1]

Merkmale

Dieser schwanzlose Flughund erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 190 mm und ein Gewicht von 225 bis 350 g. Er hat 112 bis 123 mm lange Unterarme und Ohren von 14 bis 17 mm Länge. Kennzeichnend für den Kopf sind eine fast nackte Schnauze und kurze Nasenöffnungen. Weiterhin ist die Regenbogenhaut im Auge orangebraun und die abgerundeten Ohren sind nicht im Fell versteckt. Das Tier hat ein weiches Fell, das oberseits graubraun und unterseits hellbraun ist, mit eingestreuten gelbbraunen Deckhaaren. Typisch ist ein kurzer Fersensporn (Calcar) und die Schwanzflughäute sind nur schmale Streifen an den Innenseiten der Beine. An manchen Stellen der Unterseite der braunen Flügel fehlen Pigmente, was als helle Flecken sichtbar ist. Im Oberkiefer sind die zentralen Schneidezähne größer als die äußeren. Auf dem Gaumen befinden sich 14 Querwülste.[2]

Verbreitung und Lebensweise

Neben New Georgia ist der Flughund auf Kolombangara und Vangunu verbreitet. Er lebt im Flach- und Hügelland bis 400 Meter Höhe. Als Habitat dienen ursprüngliche tropische Regenwälder. Auf dem Weg zu den Nahrungsquellen wird meist unterhalb der Baumkronen geflogen.[3]

Oft wird die Nahrung in Plantagen oder Gärten gefunden, wo es Feigen, Früchte der Gattung Canarium oder des Baumes Barringtonia edulis gibt. Der New-Georgia-Affengesichtflughund ruht in Baumhöhlen, bei denen gelegentlich der Eingang einen Durchmesser von 1,50 Metern hat. Das Tier bildet Gruppen oder kleine Kolonien, die manchmal andere Flughunde oder Exemplare des Grauen Kuskus enthalten. Die Art startet ihre Ausflüge oft gegen 19 Uhr. Zuvor kommentiert sie ihr Erwachen mit lauten Schreien. Neben Früchten werden Blumen und junge Blätter gefressen.[3][2]

Gefährdung

Die Umwandlung der Wälder zu Ackerland stellt die größte Bedrohung dar. Jagd zur Fleischgewinnung kommt vor, ist jedoch überschaubar. Alle Reviere zusammen nehmen ungefähr 5900 km² ein. Im Jahr 2016 wurde die Population auf 400 Exemplare geschätzt. Die IUCN listet die Art als gefährdet (vulnerable).[3]

Einzelnachweise

  1. Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Pteralopex taki).
  2. a b Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-04-6, S. 128–129 (englisch, Pteralopex taki).
  3. a b c Pteralopex taki in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2017. Eingestellt von: Lavery, T.H., 2016. Abgerufen am 11. Dezember 2025.