Pseudalcantarea

Pseudalcantarea

Pseudalcantarea viridiflora

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Tillandsioideae
Gattung: Pseudalcantarea
Wissenschaftlicher Name
Pseudalcantarea
(Mez) Pinzón & Barfuss

Pseudalcantarea ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae).[1] Die nur drei Arten sind in Mexiko verbreitet.[1]

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Pseudalcantarea-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanze. Die Sprossachsen sind gestaucht.[2] Die Blattrosetten dieser mittelgroßen bis großen Trichterbromelien speichern Wasser.[2]

Die einfachen, parallelnervigen, mesomorphen Laubblätter sind in Blattscheide sowie -spreite gegliedert und grün bis moderat mit Saugschuppen bedeckt.[2] Die Blattspreiten sind bandförmig oder dreieckig.[2]

Generative Merkmale

Die Blütenstandsschäfte sind lang und besitzen viele Hochblätter. Die einfachen oder zusammengesetzten Blütenstände und der einfache Blütenstand oder die ausgebreiteten, ährigen Teilblütenstände enthalten viele zweizeilig und locker bis fast dicht angeordnete Blüten. Die Deckblätter sind länger als die Internodien des Blütenstandes.[2]

Die nachts geöffneten, relativ großen, zwittrigen Blüten sind dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Die drei freien, gleichgestaltigen Kelchblätter sind nicht gekielt.[2] Die drei freien, hell-grünen, gelb-grünlichen oder grünlich-weißen Kronblätter sind bei einer Länge von 8 bis 12 Zentimetern mehr oder weniger linealisch. Die ausgebreiteten Kronblätter bilden einer rörige Blütenkrone sind mehr oder weniger schraubig gedreht, kurzlebig und erschlaffen bald nach der Anthese.[2] Es sind an der Basis der Kronblätter keine Anhängsel (Ligulae) vorhanden.[2] Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden, die etwa so lang wie die Kronblätter sind aber die Blütenkrone weit überragen Die Staubfäden sind frei. Die gekrümmten Staubbeutel sind in der Nähe der Mitte dorsifix. Die Pollenkörner sind sulcat und die Exine ist netzartig.[2] Drei Fruchtblätter sind zu einem 1/3 bis 1/2 unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Die Anhängsel der Samenanlagen sind kürzer bis etwa so lang wie die eigentlichen Samenanlagen.[2] Die Griffel ragen weit aus der Blütenkrone heraus. Die grünen Narben sind deutlich dreilappig und gefaltet.[2]

Die Kapselfrüchte öffnen sich scheidewandspaltig = septizid. Die Samen besitzen an ihrer Basis deutlich länger Anhängsel als die Samenkörner lang sind und am oberen Ende sind die ungeteilten Anhängsel relativ kurz, etwa halb so lang bis gleich lang sie die Samenkörner lang sind.[2]

Ökologie

Die Pseudalcantarea-Arten wachsen meist lithophytisch an steilen Felswänden oder epiphytisch, selten terrestrisch.[2]

Pseudalcantarea grandis wird von Fledermäusen bestäubt (Chiropterophilie), deshalb beginnen sich die Blüten am späten Nachmittag zu öffnen, bleiben über Nacht geöffnet und schließen sich am nächsten Morgen wieder.

Systematik und Verbreitung

Die Erstveröffentlichung des Namens (Basionym) erfolgte 1935 als Untergattung Tillandsia subgen. Pseudalcantarea Mez durch Carl Christian Mez in A. Engler: Das Pflanzenreich, Band 32: Bromeliaceae, S. 437, 455. Den Rang einer Gattung Pseudalcantarea hat sie 2016 durch Juan P. Pinzón und Michael H. J. Barfuss in Taxonomic revision of Bromeliaceae subfam. Tillandsioideae based on a multi-locus DNA sequence phylogeny and morphology. In: Phytotaxa, Volume 279, Issue 1, 2016, S. 56 mit drei Arten aufgestellt.[2] Die Typusart ist Pseudalcantarea viridiflora (Beer) Pinzón & Barfuss mit dem Basionym Platystachys viridiflora Beer.[2][1] Der Gattungsname Pseudalcantarea setzt sich zusammen aus dem Griechischen Wort „Pseudo“- für „falsch“ oder „scheinbar“ und dem Namen einer anderen Bromelien-Gattung Alcantarea.

Die Gattung Pseudalcantarea gehört zur Tribus Tillandsieae Rchb. in der Unterfamilie Tillandsioideae innerhalb der Familie der Bromeliaceae.[1] Die Tribus Tillandsieae enthält neben Pseudalcantarea (Mez) Pinzón & Barfuss die Gattungen Barfussia Manzan. & W.Till, Gregbrownia W.Till & Barfuss, Guzmania Ruiz & Pav., Lemeltonia Barfuss & W.Till, Racinaea M.A.Spencer & L.B.Sm., Tillandsia L., Wallisia E.Morr., xGuzlandsia Gouda.[1]

Es gibt nur drei Arten:[1]

  • Pseudalcantarea grandis (Schltdl.) Pinzón & Barfuss (Syn.: Tillandsia grandis Schltdl., Tillandsia viridiflora sensu L.B.Sm.): Sie kommt in den mexikanischen Bundesstaaten Vera Cruz, Guanajuato, Oaxaca, Puebla sowie Querétaro vor.[1]
  • Pseudalcantarea macropetala (Wawra) Pinzón & Barfuss: Tillandsia macropetala Wawra galt als Synonym und ist seit 2012 eine eigene Art und so ist es auch 2016 eine eigene Art der neuen Gattung. Es sind nur wenige Fundorte bekannt.[1]
  • Pseudalcantarea viridiflora (Beer) Pinzón & Barfuss (Syn.: Platystachys viridiflora Beer, Vriesea billbergiae Lem., Tillandsia billbergiae (Lem.) Baker, Tillandsia orizabensis Baker, Tillandsia viridiflora (Beer) Baker, Tillandsia longiflora Sessé & Moç., Tillandsia virginalis sensu Wittmack, Vriesea macropetala Hort., Tillandsia grandis sensu Mez): Sie kommt in den mexikanischen Bundesstaaten Chiapas, Hidalgo, Oaxaca, Puebla, Queretaro, San Luis Potosí, Tamaulipas sowie Vera Cruz vor.[1]

Quellen

Literatur

  • Michael H. J. Barfuss, Walter Till, Elton Martinez Carvalho Leme, Juan P. Pinzón, José Manuel Manzanares, Heidemarie Halbritter, Mary Rosabella Samuel, Gregory K. Brown: Taxonomic revision of Bromeliaceae subfam. Tillandsioideae based on a multi-locus DNA sequence phylogeny and morphology. In: Phytotaxa, Volume 279, Issue 1, 2016, S. 1–97. doi:10.11646/phytotaxa.279.1.1

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i Eric J. Gouda, Derek Butcher, Kees Gouda: Encyclopaedia of Bromeliads, Version 5, 2023. In „Species Index“ oder „synonyms“ auf Pseudalcantarea klicken zuletzt eingesehen am 28. Dezember 2025
  2. a b c d e f g h i j k l m n o Michael H. J. Barfuss, Walter Till, Elton Martinez Carvalho Leme, Juan P. Pinzón, José Manuel Manzanares, Heidemarie Halbritter, Mary Rosabella Samuel, Gregory K. Brown: Taxonomic revision of Bromeliaceae subfam. Tillandsioideae based on a multi-locus DNA sequence phylogeny and morphology. In: Phytotaxa, Volume 279, Issue 1, 2016, S. 1–97. doi:10.11646/phytotaxa.279.1.1
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