Przysiek (Zławieś Wielka)
| Przysiek | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
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| Woiwodschaft: | Kujawien-Pommern | |
| Powiat: | Toruński | |
| Gmina: | Zławieś Wielka | |
| Geographische Lage: | 53° 2′ N, 18° 30′ O | |
| Einwohner: | ||
Przysiek (deutsch Wiesenburg) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern, nordwestlich der Stadt Toruń.
Geschichte
Das Kulmer Land wurde im 13. Jahrhundert Zentrum der Verwaltung des Deutschen Ordens und später Teil verschiedener Staatskonstellationen wie Polens, Preußens und des Deutschen Reichs. Die Region war eine Brücke zwischen slawischer und deutscher Kultur und war mehrfach politisch umstritten.
Die Siedlung Wiesenburg wurde erstmals im 14. Jh. erwähnt und hieß zu dieser Zeit Prseschek. Sie kam 1457 durch Schenkung von König Kazimierz Jagiellończyk (Kasimir IV. von Polen) in den Besitz der Stadt Thorn, wo sie als städtischer Gutshof verwaltet wurde.[1]
Ab dem Spätmittelalter war der Ort ein landwirtschaftlich-wirtschaftlicher Betrieb mit wachsender Bedeutung für die Stadt Thorn. Im Laufe der politischen Veränderungen fiel das Gebiet nach den Teilungen Polens Ende des 18. Jh. an das Königreich Preußen und gehörte später zur Provinz Westpreußen. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel es ohne eine Volksabstimmung in Westpreußen an Polen zurück.
Brauerei
Bereits im Jahr 1608 wurde in Wiesenburg ein großer Brauereibetrieb unter dem Dach der Stadt Thorn errichtet, nachdem der städtische Rat dort einen eigenen Bier- und später auch Spirituosenbetrieb errichten ließ. Dieser Braubetrieb war kein kleines Bauerngerät, sondern gehörte zu den wichtigen industriellen Einrichtungen im Umfeld von Thorn:
- Er lieferte Bier für die Stadt und das Umland.
- Laut historischen Quellen war der Gutshof mit Brauerei und Gorzelnia (Brennerei) wirtschaftlich bedeutend.
- Um 1689 soll der Anteil an den Einnahmen der Stadt erheblich gewesen sein.[2]
Die Quellen zeigen, dass Ende des 16. Jh. der Torer Rat und dort aktive Persönlichkeiten wie Heinrich Stroband (1548–1609), ein prominenter Bürgermeister und Jurist in Toruń, am Ausbau des Gutshofes wirkten, woraus sich indirekt die Grundlage für spätere gewerbliche Nutzungen wie die Brauerei ergab. Stroband förderte den Ausbau des Hofes einschließlich Bau neuer Strukturen um 1597–1601.
Später erlebte der Hof um Ernst Lichtfuss im 17. Jh. eine Phase des Wiederaufbaus nach kriegerischen Zerstörungen (insbesondere im „Schwedischen Krieg“). Während Lichtfuss nicht primär als Brauereibesitzer firmiert, wird ihm in der lokalen Überlieferung die Reorganisation und Unterstützung der dortigen Wirtschaftsstrukturen zugeschrieben, die auch die Brauerei über Jahrzehnte trug.
Die Brauerei war wie viele städtische Betriebe nicht im Privatbesitz Stroband oder Lichtfuss, sondern wurde von ihnen als Teil der städtischen Verwaltung und Wirtschaft organisiert. Direkte Belege für eine private Eigentümerschaft der Brauerei durch Stroband/Lichtfuss gibt es in den frei verfügbaren Quellen nicht eindeutig; vielmehr waren sie Impulsgeber für den Wirtschaftsbetrieb im Gutshof. Im Zuge der französischen Kriege, der preußischen Neustrukturierungen und der geänderten Wirtschaftsbedingungen ging die industrielle Brauerei ab dem frühen 19. Jh. schrittweise zurück. Die Brennerei stellte bereits um 1803 ihren Betrieb ein, und nach 1815 endete auch der Braubetrieb weitgehend. Der Gutshof selbst wurde später wieder landwirtschaftlich genutzt und mehrfach privatisiert.[3]