Przodkowo
| Przodkowo | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
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| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Kartuski | |
| Geographische Lage: | 54° 23′ N, 18° 17′ O | |
| Einwohner: | ||
| Gmina | ||
| Gminatyp: | Landgemeinde | |
| Einwohner: | ||
Przodkowo (deutsch Seefeld, kaschubisch Przodkòwò) ist ein Dorf im Powiat Kartuski der polnischen Woiwodschaft Pommern und Sitz einer gleichnamigen Landgemeinde.
Geographische Lage
Das Dorf liegt im ehemaligen Westpreußen, links des Stolpebachs (der sogenannten ‚kleinen Stolpe‘), etwa 24 Kilometer westnordwestlich von Danzig und acht Kilometer nordöstlich von Kartuzy.
Geschichte
Bei Seefeld befanden sich noch im Jahr 1852 Spuren von um drei größere Granit-Blöcke herum konzentrisch angeordneten prähistorischen Steinkreisen.[1][2]
Im 14. Jahrhundert gehörte das Dorf Seefeld zum Danziger Waldamt des Deutschen Ordens und war mit deutschem Recht (Kulmer Recht) ausgestattet; seine Handfeste ist nicht überliefert. Die Wassermühle zu Seefeld hatte die Einwohner der Nachbardörfer Smolsin und Kobissau zu Zwangsmahlgästen.[3]
Nachdem 1772 Preußen Königlichen Anteils unter Friedrich II. wieder mit dem restlichen Preußen zusammengeschlossen worden war, wurde das Gratialgut Przodkau mit einer katholischen Kirche dem Königlichen Domänenamt Oliva zugeordnet.[4] Gratialgüter waren fiskalische Gutsbezirke, die von der vorherigen polnischen Regierung für eine begrenzte Zeit an Personen, die sich um den Staat verdient gemacht hatten, und deren Familien vergeben worden waren. Unter der preußischen Regierung durften die Besitzer von Gratialgütern diese normalerweise bis zum Ablauf der Nutzungsfrist behalten. Gratialgutsbesitzer von Seefeld um 1780 war ein von Kezewski. Seefeld war auch noch 1818 ein Gratialgut.[5]
Um 1910 hatte Seefeld eine Spar- und Darlehenskasse, eine Viehhandlung, eine Molkerei und eine Mühle.[6] Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 745,2 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Seefeld 98 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 109 Pferde, 283 Stück Rindvieh, 21 Schafe und 526 Stück Borstenvieh hielten.[7]
Bis 1920 bildete Seefeld eine Landgemeinde im Kreis Karthaus im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.
Nach dem Ersten Weltkrieg musste ein großer Teil des Kreises Karthaus, darunter das Dorf Seefeld, am 10. Januar 1920 zum Zweck der Verlegung des sogenannten Polnischen Korridors durch westpreußisches Territorium an Polen abgetreten werden.[8] Nach dem Überfall auf Polen 1939 trat das Korridor-Gebiet zum Deutschen Reich; die bisher polnische Landgemeinde Przodkowo wurde am 26. Oktober 1939 vorläufig in Seefeld umbenannt und am 25. Juni 1942 in Seefeld, Kr. Karthaus (Westpr.).[8] Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte die Rote Armee die Region. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Seefeld von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1780 | – | königliches Gratialgut mit einer katholischen Kirche und elf Feuerstellen (Haushaltungen), dem Gratialgutsbesitzer v. Kezewski gehörig[9] |
| 1818 | 105 | Gratialgut mit 17 Feuerstellen (Haushaltungen), davon 93 Katholiken und zwölf Lutheraner, zum Amt Seefeld gehörig, eingepfarrt zu Seefeld[10][5] |
| 1852 | 249 | Dorf[11] |
| 1864 | 521 | am 1. Dezember, Gemeindebezirk[12] |
| 1867 | 554 | am 3. Dezember, Landgemeinde[13] |
| 1871 | 594 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 16 Evangelische, 571 Katholiken und sieben Juden[13] |
| 1885 | 649 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 24 Evangelische, 619 Katholiken und sechs Juden[14] |
| 1895 | 679 | am 2. Dezember, Landgemeinde, davon 23 Evangelische, 652 Katholiken und vier Juden[15] |
| 1905 | 676 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 22 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache), 648 Katholiken (33 mit deutscher, 24 mit polnischer und 592 mit kaschubischer Muttersprache) und sechs Juden (mit deutscher Muttersprache)[16] |
| 1910 | 685 | am 1. Dezember, davon 43 mit deutscher Muttersprache (27 Evangelische, zwölf Katholiken und vier Juden), 630 mit kaschubischer Muttersprache (sämtlich Katholiken) und zwölf mit deutscher und einer anderen Sprache[17] |
Am 31. März 2011 hatte das Dorf 1961 Einwohner.[18]
Literatur
- Seefeld, Kreis Karthaus, Provinz Westpreußen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Seefeld (meyersgaz.org).
Weblinks
Fußnoten
- ↑ Ernst Förstemann: Das nördliche Pommerellen und seine Alterthümer. – 4. Die Kreise Carthaus, Stargardt und Berendt, in: Neue Preußische Provinzial-Blätter, Band 47, Königsberg 1852, S. 133–148, insbesondere S. 136–137 (Google Books).
- ↑ Abraham Lissauer: Die prähistorischen Denkmäler der Provinz Westpreußen und der angrenzenden Gebiete, Leipzig 1887, S. 45 (Google Books).
- ↑ Theodor Hirsch: Geschichte des Karthauser Kreises bis zum Aufhören der Ordensherrschaft. In: Zeitschrift des Westpreußischen Geschichts-Vereins, Heft 6, Danzig 1882, S. 1–148, insbesondere S. 42–44 (Google Books)
- ↑ Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Band 2: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 57, Ziffer (9) (Google Books).
- ↑ a b Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 301, Ziffer 3868 (Google Books).
- ↑ Seefeld, Kreis Karthaus, Provinz Westpreußen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Seefeld (meyersgaz.org).
- ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 2: Provinz Westpreußen, Berlin 1915, 1. Regierungsbezirk Danzig, 10. Kreis Karthaus, S. 34–35, Ziffer 100 (Google Books).
- ↑ a b Amtsbezirk Seefeld, Kr. Karthaus (Westpr.) (Territorial.de)
- ↑ Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Band 2: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 207 (Google Books).
- ↑ Danziger Regierungs-Departement: Verzeichniß der in den einzelnen Kreisen befindlichen Ortschaften, veröffentlicht ca. 1820 (enthält statistische Angaben von 1818), S. 142, Ziffer 306 (Google Books).
- ↑ Kraatz: Topographisch-statistische Beschreibung des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 569 (Google Books).
- ↑ Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 5. Kreis Karthaus, Berlin 1966, S. 26–44, Ziffer 183 (Google Books).
- ↑ a b Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 382–383, Ziffer 96 (Google Books).
- ↑ Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1885. Band II: Provinz Westpreußen. Berlin 1887, S. 52–53, Ziffer 110 (Google Books).
- ↑ Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für die Provinz Westpreußen. Auf Grund der Materialien der Volszählung vom 2. Dezember 1895, Berlin 1898, 1. Regierungsbezirk Danzig, 10. Kreis Karthaus, S. 50–51, Ziffer 98 (Google Books).
- ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905, Heft II: Provinz Westpreußen. Berlin 1908, 14. Kreis Karthaus, S. 62–63, Ziffer 99 (Google Books).
- ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft II: Regierungsbezirk Danzig, S. 28–29, 8. Karthaus i. Westpr., Ziffer 100 (Google Books).
- ↑ GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 28. Juni 2017