Prostitution: Behind the Veil

Film
Titel Prostitution: Behind the Veil
Originaltitel Prostitution bag sløret
Produktionsland Dänemark,
Iran,
Schweden
Originalsprache Persisch
Erscheinungsjahr 2004
Länge 58 Minuten
Stab
Regie Nahid Persson Sarvestani
Drehbuch Nahid Persson
Produktion Jakob Kirstein Høgel
Musik Ahmad Pejman
Kamera Nahid Persson
Schnitt Nils Pagh Andersen,
Nahid Persson

Prostitution: Behind the Veil (Originaltitel: Prostitution bag sløret) ist ein Dokumentarfilm der Regisseurin Nahid Persson Sarvestani aus dem Jahr 2004. Die Regisseurin begleitet ein Jahr lang zwei Frauen, die als Prostituierte arbeiten und als heroinabhängige Alleinerziehende in einer Spirale der Gewalt leben.

Inhalt

Nahid Persson begleitet ein Jahr lang zwei befreundete iranische Frauen, die als Prostituierte arbeiten. Minna und Farbia finanzieren damit ihren Lebensunterhalt und ihre Heroinsucht, während ihre Ehemänner im Gefängnis sitzen. Im Iran stehen Drogenkonsum und Prostitution unter Strafe, sind jedoch weit verbreitet. Ehebruch wird mit der Todesstrafe geahndet.

Als alleinerziehende Frauen haben sie kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt, die staatliche Unterstützung ist spärlich und reicht nicht aus, um eine gute Lebensgrundlage zu schaffen. Das muslimische Gesetz hat deshalb die Sighe erschaffen, eine Art „Ehe auf Zeit“, die wenige Stunden bis zu mehreren Jahren andauern kann. Die Sighe kann für Frauen finanzielle Absicherung bedeuten und ermöglicht sexuelle Handlungen außerhalb der Ehe, allerdings nur zugunsten des Mannes. Minna und Fabria werden häufig von der Polizei bedrängt und verfolgt. Sie sind der Gewalt durch Freier und Sicherheitskräfte ausgeliefert und müssen zugleich ihre Kinder schützen.[1]

Produktion und Hintergründe

Prostitution: Behind the Veil ist Nahid Persson Sarvestanis erster abendfüllender Dokumentarfilm für ein internationales Publikum. Sie selbst wird Teil der filmischen Erzählung, indem sie mittels Voice-Over ihre Stimme einbringt. Zu Beginn erinnert sie sich beispielsweise an die frühen Versprechen des islamischen Staates, der dem iranischen Volk Demokratie und freie Wahlen garantieren sollte. Persson Sarvestani entgegnet diesem falschen Versprechen, indem sie verarmte Personen und Bettler auf den Straßen, herumlungernde Jugendliche und Polizeikontrollen zeigt: „Ich lief mit meiner Filmkamera durch die Straßen von Shiraz ... auf der Suche nach allem, was es in der postrevolutionären iranischen Gesellschaft wert war, dokumentiert zu werden. Die unmenschliche sexuelle Unterdrückung durch das Regime machte Frauen verletzlich und isoliert und unterstützte die Männer, die weiterhin ihre eigenen Frauen unterdrückten.“[2]

Literatur

  • Boel Ulfsdotter: Not accented cinema: Prostitution Behind the Veil. In: Nahid Persson Sarvestani Towards A Liquid Authorship. Edinburgh University Press, 2025, ISBN 978-1-47447-988-2. S. 42–55

Auszeichnungen

  • 2005: AFJ Prize
  • 2005: Audience Prize, Créteil

Einzelnachweise

  1. Prostitution Behind the Veil (Prostitution bag sløret) (Prostitution Behind the Veil). In: dokfest-muenchen.de. Abgerufen am 15. November 2025.
  2. Boel Ulfsdotter: Nahid Persson Sarvestani Towards A Liquid Authorship. Edinburgh University Press, 2025, ISBN 978-1-4744-7988-2, S. 42–55.