Prosopium williamsoni

Prosopium williamsoni

Prosopium williamsoni (Zeichnung erschienen 1894, hier noch unter altem Namen Coregonus williamsoni)

Systematik
Kohorte: Euteleosteomorpha
Ordnung: Lachsartige (Salmoniformes)
Familie: Lachsfische (Salmonidae)
Unterfamilie: Coregoninae
Gattung: Prosopium
Art: Prosopium williamsoni
Wissenschaftlicher Name
Prosopium williamsoni
(Girard, 1856)

Prosopium williamsoni ist ein zu den Lachsfischen zählender Fisch, der im westlichen Nordamerika weit verbreitet ist. Die Art wurde nach Robert S. Williamson, einem US-amerikanischen Soldaten und Ingenieur, benannt.[1]

Merkmale

Die Art kann eine Länge von 70 cm und ein Gewicht von 2,9 kg erreichen. Der Körper ist länglich, schlank und im Querschnitt nahezu zylindrisch. Die Grundfärbung des Fisches ist silbrig. Am Rücken ist die Färbung hell- oder dunkelbraun oder oliv. Am Bauch hat der Fisch eine weißliche Färbung. Die Schuppen, vor allem im Rückenbereich, können pigmentierte Ränder haben. Die Rückenflosse ist häufig dunkel, die Bauch- und Brustflossen bernsteinfarben.[1]

Prosopium williamsoni hat einen kurzen Kopf mit mittelgroßen Augen. Die Schnauze ist eher spitz zulaufend und seitlich abgeflacht, in der Seitenansicht ist sie abgerundet. Das Maul ist eher klein, bauchseitig gelegen und wird von der Schnauze überragt. Bei ausgewachsenen Tieren reicht der Oberkieferknochen fast bis zum Auge. Die Art hat wenige, kleine Zähne, die sich auf wenige Bereiche beschränken, Jungfische haben im Gegensatz dazu wesentlich mehr Zähne, auch in Bereich, wo bei Erwachsenen Zähne fehlen. Auf der Oberseite der Schnauze hat der Fisch eine einzelne Hautfalte zwischen den Nasenlöchern.[1]

Lebensweise

Prosopium williamsoni hat eine Lebenserwartung von etwa 17 Jahren.[1]

Lebensraum

Der Fisch lebt sowohl in Seen als auch in schnell fließenden, klaren oder schlammigen Bächen. Prosopium williamsoni ist eine benthopelagische Art, die sich meist in einer Tiefe zwischen 5 und 6 m aufhält, aber auch bis zu 20 m Tiefe gefunden werden kann. Der Fisch lebt in kalten Gewässern, kann aber Temperaturen bis 23 °C tolerieren.[1][2]

Ernährung

Der Fisch ernährt sich hauptsächlich von kleinen Organismen im Bodenbereich. Hierzu zählen im Wasser lebende Insektenlarven, Weichtiere, wie Schnecken oder Muscheln, sowie Fische und Fischbrut, teilweise auch Laich der eigenen Art. Bei Bedarf ernährend sie sich teils auch von Plankton und Insekten an der Wasseroberfläche.[1]

Fortpflanzung

Mit drei bis vier Jahren erreicht die Art meist die Geschlechtsreife. Die Laichzeit von Prosopium williamsoni liegt im Herbst, laichen die Fische beispielsweise im Sheep River im südlichen Kanada zwischen Ende September und Mitte Oktober. Je älter ein Weibchen ist, desto mehr Eier gibt es ab.[3] Das Weibchen laicht über dem Boden ab, wo die Eier befruchtet werden. Sie sinken zwischen das Substrat, wo sich die Jungfische zwischen den Steinen und Kies entwickeln. Die Art betreibt keine Brutpflege.[1] Für die Entwicklung der Eier sind Temperaturen unter 9 °C notwendig, die optimale Temperatur liegt zwischen 0,5 und 6 °C. Die Entwicklung der Jungfische ist wiederum bei 9 bis 12 °C im optimalen Bereich.[4] Die Zeit zwischen dem Ablaichen und dem Schlupf der Jungfische beträgt 45 bis 75 Tage.[3]

Verbreitung und Gefährdung

Prosopium williamsoni ist hauptsächlich im westlichen Nordamerika, unter anderem in Gewässern der Rocky Mountains, verbreitet. Im südlichen Kanada erstreckt sich die Ausbreitung vom Westen bis hin zur Hudson Bay.[1]

Die Art wird wegen der stabilen Populationsgröße von der IUCN als Least Concern („nicht gefährdet“) eingestuft, obwohl manche Populationen möglicherweise gefährdet sind.[2]

Fischerei

Der Fisch wird kaum kommerziell gefangen, spielt aber für Sportangler eine größere Rolle.[1] Vor allem in den Wintermonaten wird dieser Fisch gerne geangelt, da er auch bei kalten Temperaturen recht aktiv ist und bei geeigneten Ködern auf relativ kleinen Haken anbeißt.[5]

Commons: Prosopium williamsoni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j Prosopium williamsoni (Girard, 1856). In: fishbase.se. Abgerufen am 14. Dezember 2025.
  2. a b Mountain Whitefish. In: iucnredlist.org. IUCN, abgerufen am 14. Dezember 2025.
  3. a b Gerald E. Thompson & Ronald W. Davies: Observations on the Age, Growth, Reproduction, and Feeding of Mountain Whitefish (Prosopium williamsoni) in the Sheep River, Alberta. In: Transactions of the American Fisheries Society. Band 105, Nr. 2, 1976, S. 208–219, doi:10.1577/1548-8659(1976)105<208:OOTAGR>2.0.CO;2.
  4. P. K. Rajagopal: The embryonic development and the thermal effects on the development of the mountain whitefish, Prosopium williamsoni (Girard). In: Journal of Fish Biology. Band 15, Nr. 2, 1979, S. 153–158, doi:10.1111/j.1095-8649.1979.tb03578.x.
  5. Mountain Whitefish. In: flyguysnlies.com. Abgerufen am 22. Dezember 2025.