Professional Fighters League

Professional Fighters League (PFL) ist eine 2017 gegründete, globale Profi-MMA-Organisation im Ligabetrieb, welche Events in den USA, Europa, dem Nahen Osten und Afrika veranstaltet, sowie eine Expansion nach Asien, Australien und Lateinamerika plant. Die PFL arbeitet mit zahlreichen Medienpartnern zusammen und wird live in 150 Ländern übertragen.[1] Die PFL ging nach einem Eigentümer- sowie Namenswechsel als Rebranding aus der World Series of Fighting (WSOF) hervor, hat ihren Hauptsitz in Washington, D.C. und startete den Ligabetrieb im Juni 2018.[2][3]

Format

Die PFL unterscheidet sich von anderen MMA-Organisationen dadurch, dass sie mit dem PFL World Tournament einen Ligabetrieb mit punktbasierter regulärer Saison, Playoffs und Meisterschaft organisiert, wodurch die Athleten und auch Fans schon länger im Voraus wissen, wann welches Aufeinandertreffen stattfindet. Der Mitgründer und CEO von PFL, Peter Murray, bezeichnete die Einführung des Ligabetriebs im MMA als Ergänzung zur Ultimate Fighting Championship (UFC) und als „Brücke“ zu MMA-Fans, die sich nicht so intensiv mit dem Sport beschäftigen und die Struktur einer Saison aus anderen Sportarten kennen und nachvollziehen können. In der regulären Saison kämpfen die Athleten im Punktesystem um den Einzug in die Playoffs, wobei sechs Punkte für einen vorzeitigen Sieg in der ersten Runde vergeben werden. Für jede weitere Runde wird jeweils ein Punkt abgezogen, was bedeutet, dass fünf Punkte für einen Sieg in der zweiten Runde und vier Punkte für einen Sieg in der dritten Runde vergeben werden. Kommt es am Ende des Kampfes zu einem Punkteurteil, erhält der Sieger drei Punkte zugesprochen. Der Verlierer eines Kampfes bleibt punktlos. Laut Murray sorge dies, zusammen mit dem hohen Preisgeld, für spannendere Kämpfe, was sich auch in der Statistik von rund 65 Prozent vorzeitigen Siegen widerspiegle. In den Playoffs treten die qualifizierten Kämpfer dann um den Finaleinzug an. Die Sieger der Meisterschaft in den sechs Gewichtsklassen pro Saison erhalten dann jeweils einen Meisterschaftsgürtel und ein Preisgeld von 1 Million US-Dollar. Nur Kämpfer, welche das Halbfinale erreichen, erhalten automatisch einen Vertrag für die nächste Saison; etwaige weitere Kämpfer nur nach vorheriger Evaluierung. Alle anderen Kämpfer werden durch neue Talente ersetzt. Als weitere Abgrenzung von anderen MMA-Promotions nutzt PFL die Funktion SmartCage, mit der Fans Kämpfe in der App individuell anpassen sowie Echtzeit-Statistiken und Datenanalysen abrufen können, darunter Schlag- und Trittgeschwindigkeiten eines Kämpfers, dessen Herzfrequenz und Kalorienverbrauch, bis hin zu grundlegenden Informationen wie etwa einem nachlassenden Zustand im Kampfverlauf. Spezialkameras, welche ein Ausblenden des Käfigzaunes ermöglichen, sorgen für eine bessere Sicht auf das Kampfgeschehen.[4][5]

Die erste PFL-Saison 2018 startete mit 72 Athleten in sechs Gewichtsklassen, die jeweils zwei Kämpfe in der regulären Saison im Juni, Juli und August bestritten, verteilt auf sieben Events. Die acht besten Kämpfer jeder Gewichtsklasse qualifizierten sich für die Playoffs im Oktober, die im K.-o.-System ausgetragen wurden und sich auf drei Events erstreckten. Die sechs Meisterschaftskämpfe fanden an Silvester im Madison Square Garden von New York City statt.[6]

Im November 2023 verkündete PFL die Übernahme der MMA-Organisation Bellator, führt diese jedoch als neu konzipierte Liga unter gleichem Namen weiter. Kämpfer von Bellator können auch in der PFL antreten, wobei 2024 mit PFL vs. Bellator erstmals eine Crossover-Veranstaltung abgehalten wurde, bei der die Champions beider Organisationen gegeneinander antraten.[7] Im Laufe der Jahre entstanden regionale Ligen für Europa (PFL Europe; 2023), den Nahen Osten und Nordafrika (PFL MENA; 2024), sowie für Afrika (PFL Africa; 2024) und Australien/Neuseeland (PFL Pacific; 2025). Für aufstrebende MMA-Kämpfer, die sich einen Platz für die folgende PFL-Saison sichern wollen, wurde 2022 die PFL Champions Series (2022) ins Leben gerufen, die erstmals und auch einmalig 2023 stattfand. Spezielle Events außerhalb der Saison, bei denen Kämpfe zwischen führenden Athleten, auch aus anderen Organisationen, sowie Titelkämpfe abgehalten werden, finden im Rahmen der PFL Road to Dubai Champions Series (2024) und PFL Super Fights (2024) statt.

Bekannte Kämpfer/innen

  • Olivier Aubin-Mercier; PFL-Gewinner 2022 und 2023, sowie PFL-Teilnehmer 2021.[8]
  • Antônio Carlos; PFL-Gewinner 2021 und 2025, sowie PFL-Teilnehmer 2022 und 2024.[9]
  • Liz Carmouche; ehemalige Championess bei Bellator und zweifache UFC-Titelherausforderin. PFL-Gewinnerin 2025 und Teilnehmerin 2024.[10]
  • Ray Cooper III; PFL-Gewinner 2019 und 2021, PFL-Finalist 2018, PFL-Teilnehmer 2022, 2023 und 2024.[11]
  • Kayla Harrison; Judo-Olympiasiegerin, PFL-Gewinnerin 2019 und 2021, spätere UFC-Championess.[12]
  • Satoshi Ishii; Judo-Olympiasieger, PFL-Teilnehmer 2019 und 2023.[13]
  • Cristiane Justino; ehemalige Championess bei Strikeforce, Invicta, UFC und Bellator, sowie erste PFL-Super-Fights-Championess im Federgewicht.[14]
  • Rory MacDonald; ehemaliger Champion bei KOTC und Bellator, sowie Titelherausforderer der UFC. PFL-Teilnehmer 2019 und 2021.[15]
  • Magomed Magomedkerimow; PFL-Gewinner 2018 und 2023, PFL-Finalist 2021 und PFL-Teilnehmer 2019 und 2022.[16]
  • Francis Ngannou; ehemaliger UFC-Champion und erster PFL-Super-Fights-Champion im Schwergewicht.[17]
  • Larissa Pacheco; PFL-Gewinnerin 2022 und 2023, PFL-Finalistin 2019 und PFL-Teilnehmerin 2021.[18]
  • Lance Palmer; ehemaliger zweifacher Champion bei WSOF und LFA, PFL-Gewinner 2018 und 2019, sowie PFL-Teilnehmer 2021 und 2022.[19]
  • Anthony Pettis; ehemaliger Champion der WEC und UFC. PFL-Teilnehmer 2021 und 2022.[20]
  • Natan Schulte; PFL-Gewinner 2018 und 2019, sowie PFL-Teilnehmer von 2021, 2022 und 2023.[21]
  • Claressa Shields; Olympiasiegerin im Boxen und mehrfache Profiweltmeisterin. PFL-Teilnehmerin 2021 und Gewinnerin eines PFL Super Fights 2024.[22]
  • Jake Shields; ehemaliger Champion bei Elite XC und Strikeforce, sowie UFC-Titelherausforderer. PFL-Teilnehmer 2018.[23]

Einzelnachweise

  1. Professional Fighters League (PFL) is a global powerhouse in MMA and the fastest-growing sports league world-wide.
  2. MMA In 2017 Part II: Under New Ownership, WSOF Prepares To Rebrand As Pro Fighters League
  3. PFL has come a long way in a short time – so far that WSOF feels like a distant memory
  4. PFL has come a long way in a short time – so far that WSOF feels like a distant memory
  5. MMA’s Professional Fighters League Extends ESPN Deal Starting With New Season
  6. The PFL Continues to Reimagine MMA with Launch of the First-Ever SmartCage for 2019 season
  7. Professional Fighters League Acquires Bellator in Industry Transformative Deal
  8. Olivier Aubin-Mercier, PFL
  9. Antônio Carlos, PFL
  10. Liz Carmouche, PFL
  11. Ray Cooper III, PFL
  12. Kayla Harrison, PFL
  13. Satoshi Ishii, PFL
  14. Cris Cyborg’s Legacy Continues, Earns Decision To Capture PFL Superfight Title, 5th Championship in MMA
  15. Rory MacDonald, PFL
  16. Magomed Magomedkerimov, PFL
  17. Francis Ngannou, PFL
  18. Larissa Pacheco, PFL
  19. Lance Palmer, PFL
  20. Anthony Pettis, PFL
  21. Natan Schulte, PFL
  22. Claressa Shields, PFL
  23. PFL 3 Main-Event Breakdown: Jake Shields’ Experience Too Much For Ray Cooper III