Prinz-Eugen-Park

Der Prinz-Eugen-Park ist eine Neubausiedlung für fast 4000 Menschen im Münchener Stadtteil Bogenhausen. Sie befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne und umfasst eine Gesamtfläche von ca. 30 ha. Im südlichen Bereich des Prinz-Eugen-Parks entstand eine Ökologische Mustersiedlung in Holzbauweise. Die acht unterschiedlichen Gebäudetypen mit rund 570 Wohnungen bilden die größte zusammenhängende Holzbausiedlung Deutschlands.

Das neue Quartier ist in eine Parklandschaft eingebettet, durch die sich ein Netz aus Fuß- und Radwegen spannt. Dabei wurde der alte Baumbestand so weit wie möglich erhalten und die öffentlichen Grünflächen so gestaltet, dass sie vielfältige Freiräume bieten.[1]

Lage

Das Quartier liegt im Stadtbezirk Bogenhausen und wird begrenzt von der Cosima-, Jörg-Hube- und Stradellastraße.

Geschichte

Die Stadt hat das Gelände 2005 erworben und 2008 einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerb ausgelobt. Nach dem Rahmenplan aus dem Siegerentwurf (GSP Architekten und Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, beide München) wurde das Quartier ab 2009 entwickelt. 2019 wurden die ersten Wohnungen bezogen. Der letzte Neubau wurde 2021 fertiggestellt. 50 Prozent der Wohnungen sind im geförderten Wohnungsbau entstanden.[1] Der zentrale Maria-Nindl-Platz befindet sich noch im Bau und soll 2026 fertiggestellt werden.[2] Im Oktober 2025 wurde der Bürger- und Kulturtreff „Neue Ziegelei“ am Maria-Nindl-Platz als zentraler Ort für Begegnung, Kultur und soziale Integration eröffnet.[3][4]

Ökologische Mustersiedlung

Die Landeshauptstadt München hatte ein eigenes Förderprogramm in Höhe von 13,6 Mio. Euro ins Leben gerufen, um den modernen Holzbau zu etablieren und neue Maßstäbe für den Klimaschutz und die nachhaltige Stadtentwicklung zu setzen.[5.1] Die Grundstücke auf dem ehemaligen Militärgelände wurden an ein Bauträger-Konsortium vergeben, bestehend aus den beiden städtischen Wohnungsbaugesellschaften GEWOFAG und GWG München, der staatlichen Gesellschaft Stadibau, Genossenschaften, Baugemeinschaften und freien Bauträgern. Die Vergabe erfolgte entsprechend dem wohnungspolitischen Handlungsprogramm zur sozialen Bodennutzung mit Konzeptausschreibungen anstelle von Höchstgebot. Die Erkenntnisse aus der ökologischen Mustersiedlung dienen bei weiteren Stadtentwicklungsvorhaben als Best-Practice-Beispiele. Die erarbeitete Systematik zur Förderung und integrierten Planung lässt sich gut auf andere Projekte übertragen.[5]

Kriterien der Stadt München für die Vergabe:

  • sparsamer Wohnflächenverbrauch: Wohnflächenobergrenzen auch für die freifinanzierten Eigentumswohnungen, um mit dem vorhandenen Baurecht möglichst viele Wohnungen zu realisieren, z. B. 100 m² für eine Wohnung für drei Personen
  • Nachhaltigkeit: Verpflichtung zu um 15 % verbesserten Wärmeschutz der Gebäude sowie baulichen Maßnahmen für den Artenschutz, Einsatz nachwachsender Rohstoffe sowie Nachweis, dass sie aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammen müssen
  • spezielle Mobilitätskonzepte zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs sowie gemeinschaftsfördernde Maßnahmen wie Gemeinschaftsräume und Dachgärten[5.2]

Die Bauherrn verpflichteten sich mit ihren Bewerbungen zur Umsetzung eines integrierten Planungsansatzes. Die Planungsteams waren verpflichtet, ihre Genehmigungsplanung vor der Einreichung einem fachkundigen, von der Stadt München einberufenen Ratgebergremium vorzustellen.[6]

Die städtebauliche Struktur der Mustersiedlung besteht aus einer Blockrandbebauung entlang der Cosimastraße und Clustern innerhalb des Quartiers, die sich jeweils aus einer fünf- bis siebengeschossigen Zeilenbebauung, viergeschossigen Stadthäusern und einer zwei- bis dreigeschossigen Reihenhaus- und Atriumhausbebauung zusammensetzen. Neben der Wohnbebauung wurden sechs Häuser für Kinder sowie eine Grundschule und ein Nahversorgungszentrum am zentralen Quartiersplatz gebaut.

Um die Bedeutung des Baustoffes Holz für den Klimaschutz und eine nachhaltige Stadtentwicklung zu belegen, wurden für alle Gebäude Ökobilanzen berechnet. Insgesamt lässt sich mit dem verbauten Holz eine langfristig im Gebäude eingelagerte Kohlenstoffmenge von über 12.500 t CO2 für das gesamte Quartier umsetzen.[7]

Auszeichnungen

2025 erhielt der Prinz-Eugen-Park den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis in der Kategorie „Wohnumfeld/Arbeitsumfeld“.[8]

Einzelnachweise

  1. a b Landeshauptstadt München Stadtverwaltung: Prinz-Eugen-Park. Abgerufen am 29. September 2025.
  2. Landeshauptstadt München Stadtverwaltung: Gestaltung Maria-Nindl-Platz. Abgerufen am 29. September 2025.
  3. Ein Treffpunkt für alle: Neue Ziegelei im Prinz-Eugen-Park eröffnet. In: www.wochenanzeiger.de. 17. Oktober 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025.
  4. Bürger- und Kulturtreff „Neue Ziegelei“. In: stadt.muenchen.de. Abgerufen am 17. Oktober 2025.
  5. Ulrike Klar, Wolf Opitsch: Die Entwicklung des Prinz-Eugen-Parks. In: Wohnquartier in Holz. Mustersiedlung in München. 1. Auflage. DBU Bauband 4. München 2020, ISBN 978-3-95553-527-8, S. 10–17.
    1. 12-13
    2. S. 14
  6. Annette Hafner, Zeno Dietrich: Varianten im mehrgeschossigen Holzbau. In: Sabine Djahanschah, Annette Hafner, Arnim Seidel (Hrsg.): Wohnquartier in Holz – Mustersiedlung in München. 1. Auflage. DBU Bauband 4. DETAIL Business Information GmbH, München 2020, ISBN 978-3-95553-527-8, S. 23.
  7. Annette Hafner, Michael Storck: Ökologische Betrachtung der Gebäude. In: Sabine Djahanschah, Annette Hafner, Arnim Seidel (Hrsg.): Wohnquartier in Holz – Mustersiedlung in München. 1. Auflage. DBU Bauband 4. DETAIL Business Information GmbH, München 2020, ISBN 978-3-95553-527-8, S. 39.
  8. Prinz-Eugen-Park, München - Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis. Abgerufen am 29. September 2025.
Commons: Prinz-Eugen-Park – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 10′ N, 11° 38′ O