Priester der Entrechteten

Film
Titel Priester der Entrechteten
Originaltitel Daens
Produktionsland Belgien
Originalsprache Niederländisch, Französisch, Latein
Erscheinungsjahr 1992
Länge 128 Minuten
Produktions­unternehmen Shooting Star Filmcompany
Stab
Regie Stijn Coninx
Drehbuch Fernand Auwera,
François Chevallier
Produktion Dirk Impens,
Jean-Luc Ormières,
Maria Peters,
Hans Pos,
Dave Schram
Musik Dirk Brossé
Kamera Walther van den Ende
Schnitt Ludo Troch
Besetzung
  • Jan Decleir: Adolf Daens
  • Gérard Desarthe: Charles Woeste
  • Antje de Boeck: Nette Scholliers
  • Michael Pas: Jan De Meeter
  • Karel Baetens: Jefke
  • Julien Schoenaerts: Bishof Stillemans
  • Wim Meuwissen: Pieter Daens
  • Brit Alen: Louise Daens
  • Johan Leysen: Schmitt
  • Idwig Stéphane: Eugene Borremans
  • Linda van Dyck: Elizabeth Borremans
  • Jappe Claes: Ponnet
  • Brenda Bertin: Marie
  • Alex Wilequet: Monsignor Goossens
  • Rik Hancké: Nuncio
  • Giovanni Di Benedetto: Kardinal
  • Fred Van Kuyk: Bürgermeister Vanwambeke
  • Gérald Marti: König Leopold II.

Priester der Entrechteten (Originaltitel: Daens) ist eine 1992 entstandene belgische Filmbiografie von Stijn Coninx über den flämischen Priester und Politiker Adolf Daens (1839–1907),[1] der sich für Arbeitnehmerrechte in Belgien einsetzte. Die Produktion basiert auf dem Roman Pieter Daens (1971) von Louis Paul Boon. Der Film war bei der Oscarverleihung 1993 für den Oscar in der Kategorie Bester internationaler Film nominiert.

Handlung

In den 1890er Jahren geht Pater Adolf Daens nach Aalst, einer Textilstadt, in der Kinderarbeit weit verbreitet ist, Löhne und Arbeitsbedingungen katastrophal sind, die Armen kein Wahlrecht haben und die katholische Kirche das Kleinbürgertum bei der Unterdrückung der Arbeiter unterstützt. Er schreibt einige Kolumnen für die katholische Zeitung, und bald hören ihm die Arbeiter zu und die Mächtigen sind empört. Er wird aus der Katholischen Partei ausgeschlossen, gründet daraufhin die Christdemokraten (Christene Volkspartij) und wird ins Parlament gewählt. Nachdem Rom ihn diszipliniert hat, muss er sich zwischen zwei Berufungen entscheiden: der des Priesters und der des Vorkämpfers für die Arbeiter. In Nebenhandlungen verliebt sich eine mutige junge Frau in einen Sozialisten und überlebt die Vergewaltigung durch einen Werkstattmeister, Kinder sterben, Prälaten spielen Billard.

Auszeichnungen

Der Film war bei der Oscarverleihung 1993 für den Oscar in der Kategorie Bester internationaler Film nominiert.[2]

Kameramann Walther van den Ende gewann 1992 beim Chicago International Film Festival den Sonderpreis der Jury. Hauptdarsteller Jan Decleir wurde 1993 beim Internationalen Filmfestival Shanghai als Bester Schauspieler ausgezeichnet. Beim Semana Internacional de Cine de Valladolid 1992 erhielt „Priester der Entrechteten“ die Silberne Ähre sowie den Zuschauerpreis als Bester Film und war für die Goldene Ähre nominiert. Beim Internationale Filmfestspiele von Venedig 1992 wurde Stijn Coninx mit dem OCIC-Preis geehrt. Der Film gewann zudem 1993 den Joseph Plateau-Preis in den Kategorien Bester belgischer Film, Bester belgischer Schauspieler (Jan Decleir), Beste belgische Schauspielerin (Antje de Boeck), Bester belgischer Regisseur (Stijn Coninx) und Höchste Besucherzahlen.

Des Weiteren war Jan Decleir 1993 beim Europäischen Filmpreis als Bester Darsteller nominiert. Eine weitere Nominierung gab es beim Internationalen Filmfestival Shanghai in der Kategorie Bester Film. In weiteren Nebenrollen wirkten unter anderem Leon Niemczyk als Komiteemitglied und Max Croiset als Pater Abbot zu sehen. Außerdem gab Matthias Schoenaerts, dessen Vater Julien Schoenaerts Bishof Antoon Stillemans darstellte, als Fünfzehnjähriger sein Filmdebüt in der Rolle des Wannes Scholliers.

Trivia

Der Film wurde in Belgien und auch in Łódź im Stadtteil Księży Młyn und Piotrków Trybunalski in Polen gedreht. 2008 wurde das Drehbuch des Films als Bühnenmusical adaptiert.[3] Es gibt eine Version mit einer Gesamtlänge von 196 Minuten, die meistens als vierteilige Miniserie gezeigt wird.

Einzelnachweise

  1. Adolf Daens. Prabook, abgerufen am 1. Januar 2026 (englisch).
  2. The 65th Academy Awards: 1993. Academy Awards, abgerufen am 1. Januar 2026 (englisch).
  3. Musical daens bei IMDb