Premetro Brüssel
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In Brüssel werden mehrere Straßenbahnlinien betrieben, die auf Teilen ihres Fahrtweges Tunnelstrecken benutzen. Diese Streckenabschnitte werden Premetro genannt.
Aus den meisten bis in die 1970er Jahre angelegten Tunnelstrecken wurde Ende des Jahrzehnts das Netz der Metro Brüssel gebildet. Die dort verkehrende Straßenbahnen wurden durch U-Bahnen ersetzt.
Bis 2030 soll auch der zentrale Nord-Süd-Tunnel ein Teil des Brüsseler Metronetzes werden. Die neue Metrolinie 3 soll dann zwischen Bordet am nordöstlichen Stadtrand und Albert südlich der Innenstadt durch den Tunnel fahren. Die jetzt darin verlaufenden Straßenbahnlinien werden um ihren südlichen bzw. nördlichen Ast gekürzt. Dafür werden die Stationen Rogier und Albert zu multimodalen Bahnhöfen umgebaut, die sowohl als U-Bahnstation wie als Endhaltestelle der Straßenbahnlinien dienen können, sodass der Umstieg zwischen Straßenbahn und U-Bahn unterirdisch erfolgt.
In der Grafik rechts sind drei wichtige Premetro-Abschnitte dargestellt. Die Straßenbahnlinien, die sie derzeit durchfahren, sind dort genannt. Zur gesamten Streckenführung dieser und aller anderen Linien siehe Straßenbahn Brüssel.
Geschichte
Als auslösendes Moment für den Bau des in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Premetro-Tunnels durch die Innenstadt galt die Brüsseler Nord-Süd-Verbindungsbahn, die im Jahr 1952 eröffnete weitgehend unterirdische Verbindung zwischen den beiden ehemaligen Kopfbahnhöfen, Gare du Nord/Noordstation und Gare du Midi/Zuidstation. Das urbane Umfeld der Bahnhöfe und der Verbindungsstrecke dazwischen musste neu geordnet werden. Dringender Handlungsbedarf bestand unter anderem auf dem Place de la Constitution vor der Gare du Midi/Zuidstation, wo mehrere Hauptstraßen und Straßenbahnlinien zusammenliefen und sich angesichts des stetig wachsenden Autoverkehrs behinderten. So wurde 1950 beschlossen, eine Tunnelanlage für die Straßenbahn zu bauen, die zugleich neue Linienläufe erforderlich machte. Das komplexe Bauwerk wurde am 16. Dezember 1957 in Betrieb genommen. Weitere Straßenbahntunnel folgten.
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Brüsseler Straßenbahnnetz im Jahr 1949, noch ohne Tunnelstrecken
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Netzplan 1972; die bis dahin gebauten Tunnelstrecken sind rot gezeichnet
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Straßenbahnen und Metro 2009; geplante Neubaustrecken sind gestrichelt
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Eröffnung von Tunnelstrecken; Premetro (blau) und Metro (andersfarbig)
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Linie 81 am Rogierplatz (1970er Jahre); der Nord-Süd-Tunnel war noch nicht in Betrieb
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Zug der ehemaligen Linie 90 in der Station Porte de Hal
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Zug der Linie 4 in der Station Gare du Midi
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Der Umsteigebahnhof (Metro/Premetro) De Brouckère im Stadtzentrum
Tunnelstrecken und ihre Entstehung
| Strecke | Eröffnung | Umstellung auf Metro-Betrieb | heutige Metrolinien |
|---|---|---|---|
| Lemonnier – Gare du Midi/Zuidstation | 16. Dezember 1957 | – | – |
| De Brouckère – Schuman | 17. Dezember 1969 | 20. September 1976 | 1 und 5 |
| Porte de Namur/Naamsepoort – Madou | 21. Dezember 1970 | 2. Oktober 1988 | 2 und 6 |
| Diamant | 3. Mai 1972 | – | – |
| Madou – Rogier | 18. August 1974 | 2. Oktober 1988 | 2 und 6 |
| Diamant – Boileau | 31. Januar 1975 | – | – |
| Gare du Nord/Noordstation – Lemonnier | 4. Oktober 1976 | – | – |
| Montgomery (Schleife)1 | 16. September 1976 | – | – |
| Porte de Namur/Naamsepoort – Louise | 19. August 1985 | 2. Oktober 1988 | 2 und 6 |
| Simonis | 23. Juni 1986 | – | – |
| Gare du Midi/Zuidstation – Albert | 3. Dezember 1993 | – | – |
1 Die Linien 39 und 44 führten in den 1970er Jahren als Premetro bis ins Stadtzentrum. Als die erste Metrolinie in Betrieb genommen wurde, wurden sie gekürzt, und man baute in Montgomery eine unterirdische Wendeschleife, die seither von beiden Linien benutzt wird.