Premetro Brüssel

Premetro Brüssel
Nord-Süd-Tunnel
Linien 4, 10, 25, 55
Gare du Nord/Noordstation
Rogier Endstation der Linien 25, 55
De Brouckère
Bourse/Beurs
Anneessens
Linien 51, 82 (biegen ab od. ein)
Lemonnier
Linie 82 (biegt ab od. ein)
Gare du Midi/Zuidstation
Porte de Hal/Hallepoort
Parvis de St-Gilles/Sint-Gillisvoorplein
Horta
Albert
Linien 4, 10
Grande-Ceinture-Tunnel
Linien 7, 25
Diamant
Georges Henri
Montgomery
Boileau
Linien 7, 25
Simonis-Tunnel
Linien 9, 19
Simonis
von/zur Linie 51 (ehemals)
Linie 19

In Brüssel werden mehrere Straßenbahn­linien betrieben, die auf Teilen ihres Fahrtweges Tunnelstrecken benutzen. Diese Streckenabschnitte werden Premetro genannt.

Aus den meisten bis in die 1970er Jahre angelegten Tunnelstrecken wurde Ende des Jahrzehnts das Netz der Metro Brüssel gebildet. Die dort verkehrende Straßenbahnen wurden durch U-Bahnen ersetzt.

Bis 2030 soll auch der zentrale Nord-Süd-Tunnel ein Teil des Brüsseler Metronetzes werden. Die neue Metrolinie 3 soll dann zwischen Bordet am nordöstlichen Stadtrand und Albert südlich der Innenstadt durch den Tunnel fahren. Die jetzt darin verlaufenden Straßenbahnlinien werden um ihren südlichen bzw. nördlichen Ast gekürzt. Dafür werden die Stationen Rogier und Albert zu multimodalen Bahnhöfen umgebaut, die sowohl als U-Bahnstation wie als Endhaltestelle der Straßenbahnlinien dienen können, sodass der Umstieg zwischen Straßenbahn und U-Bahn unterirdisch erfolgt.

In der Grafik rechts sind drei wichtige Premetro-Abschnitte dargestellt. Die Straßenbahnlinien, die sie derzeit durchfahren, sind dort genannt. Zur gesamten Streckenführung dieser und aller anderen Linien siehe Straßenbahn Brüssel.

Geschichte

Als auslösendes Moment für den Bau des in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Premetro-Tunnels durch die Innenstadt galt die Brüsseler Nord-Süd-Verbindungsbahn, die im Jahr 1952 eröffnete weitgehend unterirdische Verbindung zwischen den beiden ehemaligen Kopfbahnhöfen, Gare du Nord/Noordstation und Gare du Midi/Zuidstation. Das urbane Umfeld der Bahnhöfe und der Verbindungsstrecke dazwischen musste neu geordnet werden. Dringender Handlungsbedarf bestand unter anderem auf dem Place de la Constitution vor der Gare du Midi/Zuidstation, wo mehrere Hauptstraßen und Straßenbahnlinien zusammenliefen und sich angesichts des stetig wachsenden Autoverkehrs behinderten. So wurde 1950 beschlossen, eine Tunnelanlage für die Straßenbahn zu bauen, die zugleich neue Linienläufe erforderlich machte. Das komplexe Bauwerk wurde am 16. Dezember 1957 in Betrieb genommen. Weitere Straßenbahntunnel folgten.

Tunnelstrecken und ihre Entstehung

Strecke Eröffnung Umstellung auf Metro-Betrieb heutige Metrolinien
Lemonnier – Gare du Midi/Zuidstation 16. Dezember 1957
De Brouckère – Schuman 17. Dezember 1969 20. September 1976 1 und 5
Porte de Namur/Naamsepoort – Madou 21. Dezember 1970 02. Oktober 1988 2 und 6
Diamant 03. Mai 1972
Madou – Rogier 18. August 1974 02. Oktober 1988 2 und 6
Diamant – Boileau 31. Januar 1975
Gare du Nord/Noordstation – Lemonnier 04. Oktober 1976
Montgomery (Schleife)1 16. September 1976
Porte de Namur/Naamsepoort – Louise 19. August 1985 02. Oktober 1988 2 und 6
Simonis 23. Juni 1986
Gare du Midi/Zuidstation – Albert 03. Dezember 1993

1 Die Linien 39 und 44 führten in den 1970er Jahren als Premetro bis ins Stadtzentrum. Als die erste Metrolinie in Betrieb genommen wurde, wurden sie gekürzt, und man baute in Montgomery eine unterirdische Wendeschleife, die seither von beiden Linien benutzt wird.

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