Prellerstraße 18/20 (Weimar)
Die Prellerstraße 18/20 ist ein historistisches Mietshaus in der Westvorstadt von Weimar. Die Motivwahl der Verzierung weist auf die Neorenaissance.
Geschichte
Das Mietshaus wurde 1892 im Auftrag des Bauunternehmers Friedrich Gundermann nach dem Entwurf des Architekten Rudolf Zapfe errichtet. Der verblendete Klinkerbau ist zweigeschossig und ist ein frühes Beispiel der Verwendung gelbetoniger Verblendklinker im Weimarer Hausbau. In der Straßenflucht weist es ein ausgebautes Mansardgeschoss auf. Die Verkleidung des mäßig geböschten Sockels ist travertingebosst. Die Dekoration besteht aus Zementstuckelementen. Die straßenseitige Fassade des Doppelhauses ist axialsymmetrisch angelegt und wird durch unterschiedliche Achsabstände und wechselnde Fensterbedachungen rhythmisiert. Dem Gebäude wurden anlässlich der Sanierung 1998 zwei Balkone wieder hinzugefügt. Besonders die Dachzone wird durch die geschweiften Schildgiebel der Zwerchhäuser und die arkadengegliederten Geschosse auf den Eckrisaliten bereichert. Ursprünglich hatten diese Helmaufsätze. Hervorzuheben sind die figürlichen und ornamentalen Scraffito-Malereien. Die Puttenreliefs in den Aufsatzspiegeln der Beletage stellen die vier Jahreszeiten dar.
Die bauzeitliche Ausstattung bestehend aus Podesttreppe mit Balustergeländer, Haus-, Wohnungs- und Innentüren, Parkettfußböden, Stuckdecken, hat sich zum großen Teil erhalten.[1]
In der Hausnummer 20 wohnte der Oberspielleiter am Hoftheater Weimar Maximilian Moris.[2]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 697.
- ↑ Deutsches Bühnen-Jahrbuch, Bd. 39, 1928, S. 789 f.
Koordinaten: 50° 58′ 35″ N, 11° 19′ 19,8″ O