Postamt Sassnitz
| Postamt Sassnitz | |
|---|---|
Ehemaliges Postamt | |
| Daten | |
| Ort | Sassnitz, Hauptstraße 34 |
| Baustil | Neugotik |
| Baujahr | 1897 |
| Koordinaten | 54° 31′ 6,9″ N, 13° 39′ 7,6″ O |
| Besonderheiten | |
| Baudenkmal Nr. 660 | |
Das ehemalige Postamt Sassnitz in Sassnitz (Mecklenburg-Vorpommern), Hauptstraße 34 neben dem Rathaus, wurde am 1. Juni 1897 eröffnet. Hier sind heute das Stadtarchiv, die Stadtbibliothek sowie die Bauverwaltung der Stadt untergebracht. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.
Geschichte
Die Stadt Sassnitz entstand 1906 aus dem Zusammenschluss der kleinen Fischersiedlung Saßnitz und dem Bauern- und Fischerdörfchen Crampas, deren Anfänge wahrscheinlich schon auf die slawische Besiedelung zurückzuführen sind.
In früheren Jahren wurden beide Ortschaften täglich durch einen Postboten der zuständigen Postexpedition Sagard versorgt. Ab dem Sommer 1867 wurde für die Badesaison eine Postexpedition im Haus des Ortsschulzen Johann Rogge am Markt eingerichtet. Anfänglich wurde sie durch einen Posteleven, dann durch einen Postexpedienten und später durch einen Postamtsassistenten und einen Postsekretär verwaltet. Ab 1875 kam die erste Telegrafenstation hinzu, und ab 1876 wurde sie in der Sommersaison als Postamt III. Klasse geführt.
1883 wurde die Postexpedition in Crampas an der Dorfstraße in eine Zweigstelle des Postamts Sassnitz umgewandelt.[1] Mit der Errichtung einer Seepostverbindung nach Schweden wurde das Postamt III. Klasse am 1. April 1897 in ein Postamt II. Klasse umgewandelt und die Zweigstelle in Crampas ganz aufgelöst. Am 1. Juni 1897 wurde das neue Postamt an der heutigen Hauptstraße eröffnet.
Mit dem Umzug und der Eröffnung des neuen Postgebäudes erhielt der Ort auch eine Stadtfernsprecheinrichtung.
1897 entstand die als Königslinie (schwedisch Kungslinjen) bezeichnete Postdampferverbindung und spätere Trajekt-Linie mit Eisenbahnfährschiffen zwischen Sassnitz und Trelleborg.[2] 1908 entstand im Zusammenhang mit der Aufnahme des Trajekt-Verkehrs der Bahnhof Sassnitz Hafen mit einem weiteren Postgebäude nach Planung des preußischen Baubeamten Hermann Merkel, der im Rang eines Regierungs- und Baurats bei der Eisenbahndirektion Stettin arbeitete.[3]
Gebäude
Das zweigeschossige, verklinkerte, historistische Gebäude mit dem markanten dreigeschossigen Mittelrisalit mit Treppengiebel und Fialen wurde von der Reichspost als Kaiserliches Postamt gebaut, um u. a. das erhöhte Aufkommen an Postsendungen zu bewältigen.[4] 1999 zog die Deutsche Post AG um in die Rügen-Galerie.
Nachnutzung
Erst nach der Wiedervereinigung erwarb die Stadt Sassnitz das Gebäude. Sie sanierte und baute es im Rahmen der Städtebauförderung bis 2007 um für ihr Stadtarchiv und die Stadtbibliothek sowie für Büros der Stadtverwaltung (Bauamt). Seitliche und rückwärtige eingeschossige Anbauten ergänzen das Ensemble. Die Stadtbibliothek führt ca. 12.000 Medieneinheiten als Romane, Sach- und Fachbücher, Kinder- und Jugendbücher sowie CDs und DVDs. Das Stadtarchiv besitzt über 20.000 Fotografien und Ansichtskarten.
Siehe auch
Literatur
- Karl Albrecht: Die Insel Rügen, Sassnitz. (= Griebens Reiseführer, Band 65.) Grieben, Berlin 1908, Seite 42. (online als PDF-Dokument)
- Max Koch: Zur Geschichte von Saßnitz. Selbstverlag, Saßnitz 1934, Seite 88 (VII. Die Saßnitzer Post und der Zoll). (online bei der Pomorska Biblioteka, Gdansk University of Technology)
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Die Post mit Telegraphenbetrieb befindet sich am Markt. Kaiserliche Post. In: L. Paul: Führer durch Sassnitz, Crampas, die Stubnitz. Praktisches Handbuch für Badegäste und Touristen. Verlag F. Bärwolff, Greifswald 1889, Seite 17 und Deite 59. (Digitalisat bei der Digitalen Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern)
- ↑ o. V.: Die neue Postdampferlinie Saßnitz–Trelleborg. In: Archiv für Post und Telegraphie, 25. Jahrgang 1897, Nr. 10, S. 301. (Digitalisat auf archive.org)
- ↑ Wulf Krentzien: Die Merkelstraße – eine der ältesten Straßen in Crampass/Saßnitz... In: Sassnitzer Bloompott, 4. Jahrgang 2023, Nr. 4, S. 8 f. (online als PDF-Dokument)
- ↑ Postamt in der Hafenstadt feiert 120. Geburtstag. ( des vom 25. November 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Ostsee-Zeitung vom 2. Juni 2017