Post miserabile Ierusolimitane
Post miserabile Ierusolimitane ist eine päpstliche Bulle, mit der Papst Innozenz III. am 13. August 1198[1] zu einem weiteren Kreuzzug auffordert. Infolge dieser Bulle kam es zum Vierten Kreuzzug.
Mit dieser Bulle beabsichtigte der Papst, den Kreuzzug zu einem „päpstlichen Werk“ zu erklären. Bisher hatten die europäischen Fürsten die Kreuzzüge geleitet und finanziert, in diesem Schreiben übernimmt Papst Innozenz III. die Initiative und setzte zwei Legaten als Anführer des Kreuzzugs ein. Der Historiker Hans Eberhard Mayer sieht hierin einen Versuch, das Papsttum über die weltliche Gewalt zu stellen und den Papst zu einer Art „Priesterkönig“ zu erheben.[2]
Die Bulle legte den Beginn des Kreuzzuges auf den März 1199 fest (Tatsächlich begann der Vierte Kreuzzug erst vier Jahre später). Der Papst ergänzte die bisherigen Regelung für Zinszahlungen und kündigte an, dass bereits geleistete Zahlungen erstattet werden sollen. Hierfür waren die lokalen Bischöfe zuständig.
Die weltlichen Fürsten wies er an, Zinszahlungen von Kreuzfahrern an jüdische Geldverleiher zu verhindern und gegebenenfalls geleistete Zahlungen zurückzufordern;[3] einstweilen sollte jeglicher Handelsverkehr mit Juden bei Strafe der Exkommunikation eingestellt werden.
Literatur
- Sandra Brand-Pierach: Ungläubige im Kirchenrecht. Die kanonistische Behandlung der Nichtchristen als symbolische Manifestation politischen Machtwillens. Dissertation, Konstanz 2004. – hier online (PDF, ca. 1,1 MB)
Einzelnachweise
- ↑ Jessalynn Bird, Edward Peters, James M. Powell (Hrsg.): Crusade and Christendom. Annotated Documents in Translation from Innocent III to the Fall of Acre, 1187–1291. University of Pennsylvania Press, Philadelphia 2013, ISBN 978-0-8122-4478-6, S. 28.
- ↑ Hans Eberhard Mayer: Geschichte der Kreuzzüge. 5. Auflage, Kohlhammer, Mainz 1980, ISBN 3-17-005744-8, S. 170.
- ↑ Sandra Brand-Pierach: Ungläubige im Kirchenrecht. Die kanonistische Behandlung der Nichtchristen als symbolische Manifestation politischen Machtwillens. Dissertation, Konstanz 2004. – hier online (PDF, ca. 1,1 MB) , S. 33.