Portrait de Madame Simone
| Portrait de Madame Simon |
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| Henry Caro-Delvaille, 1908 |
| Öl auf Leinwand |
| 140 × 189 cm |
| Musée d’Art moderne et contemporain de Strasbourg |
Portrait de Madame Simone ist ein Gemälde von Henry Caro-Delvaille aus dem Jahr 1908. Dargestellt ist die französische Schauspielerin und Literatin Madame Simone im Alter von ca. 30 Jahren.
Provenienz, Ausstellungen
Das Gemälde wurde 1910 auf dem Salon de Bruxelles im Rahmen der Brüsseler Weltausstellung gezeigt.[1] 1966 kam es als Geschenk von André Kahn-Wolf[2] in die Sammlung des Musée d’Art moderne et contemporain de Strasbourg.[3] 1970 wurde es in der Ausstellung Dix ans d’acquisition: Strasbourg, Ancienne Douane in Straßburg ausgestellt. Seit 2021 befindet sich das Bild als Leihgabe in der Villa du Temps retrouvé in Cabourg.[4]
Beschreibung
Auf dem großformatigen Bild ist Madame Simone in Lebensgröße dargestellt. Sie ruht seitlich auf einer mit Kissen bedeckten Chaiselongue. Die Füße auf ein Seidenkissen am Boden gestützt, schaut sie mit leicht ironischem Blick den Betrachter an. Bekleidet ist sie mit einem bodenlangen, tief dekolletierten Kleid aus gelber Seide, das am Saum und am Ausschnitt mit grauen und weißen floralen Applikationen reich besetzt ist. Über die Schultern ist locker ein Überwurf aus schwarzem Pelz, der mit orangefarbener Seide gefüttert ist, drapiert. Im Brustausschnitt steckt eine violette Hortensienblüte. Das lockige, rötlich-blonde Haar ist aufgesteckt und wird von einem breiten schwarzen Band zusammengehalten. Als Schmuck trägt sie nur einen schlichten Fingerring und eine lange Perlenkette. Auf der Rückenlehne der Chaiselongue hat sich ein kleiner, braun-weißgefleckter Hund ausgestreckt.
Das Bild ist links unten signiert und datiert mit Henry Caro-Delvaille 1908.
Simone Le Bargy / Madame Simone
Simone Le Bargy (1877–1985), geboren als Pauline Benda, als Schauspielerin und Literatin unter dem Künstlernamen Madame Simone bekannt, stammte aus einem wohlhabenden jüdischen Elternhaus. Als Caro-Delvaille sie malte, war sie etwa 30 Jahre alt und hatte sich soeben von ihrem ersten Ehemann, dem Schauspieler und Societaire der Comédie-Française Charles Le Bargy, scheiden lassen. Nach einer frühen Karriere als Schauspielerin an Pariser Bühnen widmete sie sich ab ihren mittleren Jahren der Literatur zu, schrieb Romane und autobiografische Texte und war präsent in der kulturellen und politisch-gesellschaftlichen Szene ihrer Zeit. Seit 1935 war sie Jury-Mitglied des Prix Femina, 1960 wurde sie mit dem Grand Prix de littérature der Académie Française für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet.[5]
Literatur
- Chantal Meyer-Plantureux: Madame Simone, une longue vie entre théâtre et littérature, in: Archives Juives, Vol. 48. 2015, S. 24–42.
- Michel Forrie: Madame Simone: Des théâtres parisiens à l’Académie d’Angoumois. Le Croît vif, Paris 2008. (Collection Témoignages.)
Einzelnachweise
- ↑ M. Schmidt-Aalen: Die internationale Kunstausstellung in Brüssel 1910, in: Kunst für alle. 1910. Bd. 26. S. 73.
- ↑ Henry Caro-Delvaille navigart.fr, abgerufen am 3. Oktober 2025
- ↑ Portrait de Madame Simone, POP: la plateforme ouverte du patrimoine, abgerufen am 3. Oktober 2025
- ↑ Portrait de Madame Simone / Henry Caro-Delvaille Villa du Temps retrouvé, abgerufen am 3. Oktober 2025
- ↑ Madame Simone Musée d’art et d’histoire du Judaïsme, abgerufen am 3. Oktober 2025