Pont Neuf (Albi)
| Pont Neuf | ||
|---|---|---|
| Offizieller Name | Pont du 22 août 1944 | |
| Nutzung | Straßenbrücke | |
| Querung von | Tarn | |
| Ort | Albi | |
| Konstruktion | Bogenbrücke | |
| Gesamtlänge | ~ 170 m | |
| Breite | 12 m | |
| Anzahl der Öffnungen | fünf | |
| Längste Stützweite | 27,6 m | |
| Pfeilerachsabstand | 32 m | |
| Fertigstellung | 1867 | |
| Lage | ||
| Koordinaten | 43° 55′ 55″ N, 2° 8′ 49″ O | |
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Die Pont Neuf (Neue Brücke), offiziell Pont du 22 août 1944 (Brücke des 22. August 1944) genannt, überquert den Tarn in Albi, der Hauptstadt des Départements Tarn in der französischen Region Okzitanien. Sie ist die wichtigste Straßenbrücke Albis.
Lage
Die Pont Neuf verbindet den östlichen Rand der südlich des Flusses auf einem Hügel liegenden Altstadt mit den neueren Stadtvierteln nördlich des Flusses. Unmittelbar flussabwärts von der Brücke leitet eine schräg zur Fließrichtung eingebaute Sohlschwelle das Flusswasser zu den früher dort am Ufer stehenden Mühlen und heute zu einem Wasserkraftwerk. Etwa 200 m unterhalb der Pont Neuf steht die Pont Vieux, die älteste Brücke Albis. Etwas mehr als 500 m unterhalb von dieser steht die eingleisige Eisenbahnbrücke mit der angebauten Passerelle.
Beschreibung
Die aus dem in Albi üblichen Ziegelmauerwerk bestehende, rund 170 m lange und 12 m breite Brücke hat zwei Fahrstreifen, durch Markierungen abgetrennte Radwege, etwa 2 m breite Gehwege und schlichte Brüstungen aus mit Steinplatten abgedecktem Ziegelmauerwerk. Die Fahrbahn liegt knapp 30 m über dem Wasserspiegel des Tarn und hat, wie die auf sie zulaufenden Straßen, ein leichtes Gefälle in nördlicher Richtung. Die Brücke überquert den Tarn mit fünf 27,6 m weiten Rundbögen. Jeder dieser Bögen besteht aus fünf je 1,71 m breiten Rippen, die untereinander einen Abstand von 0,85 cm haben. Die Rippen sind im Bogenscheitel 1,30 m und an den Kämpfern 2,20 m stark. Über den Pfeilern und den Bogenansätzen befinden sich jeweils drei 4 m weite Sparbögen und vor den Widerlagern je zwei, flankiert von einer Mauer. Die mittleren dieser Sparbögen haben geschlossene Gewölbewände, während sie bei den äußeren Bögen zum Scheitel hin ebenso durchbrochen sind wie die Hauptbögen.
Die Unterteilung des Bogens in einzelne, durch Zwischenräume getrennte Bogenrippen war der französischen Fachwelt von der 1847 fertiggestellten schrägen Eisenbahnbrücke () von Chartres bekannt. Die offenen Sparbögen wurden hier möglicherweise erstmals angewandt. Beides diente dazu, das Volumen und Gewicht des Mauerwerks zu reduzieren, was wiederum schmalere Pfeiler und Fundamente erlaubte. Beim Bau wurde ein Lehrgerüst für drei Bogenrippen eingesetzt, anschließend wurde aus demselben Holz das Lehrgerüst für die verbleibenden zwei Rippen erstellt.[1][2]
Geschichte
Die 1867 unter der Regierung von Kaiser Napoleon III. fertiggestellte Brücke hieß zunächst Pont Napoléon, dann Pont de Strasbourg, bevor sie einfach Pont Neuf genannt wurde. Im Zweiten Weltkrieg hatte die Wehrmacht im August 1944 die Stadt bereits verlassen, lieferte sich dann aber dennoch einen Kampf mit der Résistance auf der Brücke, zu dessen Erinnerung sie seither offiziell Pont du 22 août 1944 genannt wird. Die Brücke wurde zur gleichen Zeit gebaut wie das an ihrem südlichen Ende stehende Lycée Lapérouse, in dem auch Georges Pompidou zur Schule ging. Auf der Weltausstellung Paris 1867 wurde ein Modell der Brücke ausgestellt.
Ab 1906 verkehrte eine kleine, meterspurige Eisenbahn auf der Brücke, die Valence-d’Albigeois mit dem heutigen Place Jean Jaurès in Albi verband. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eingestellt, ihre Schienen sollen aber immer noch unter dem Asphaltbelag der Brücke vorhanden sein.[3]
Weblinks
- Brücke des 22. Augusts 1944 Fotografien auf Structurae
Einzelnachweise
- ↑ Pont d’Albi sur le Tarn. In: Exposition Universelle à Paris en 1867, Ministère de l'Agriculture, du Commerce et des Travaux Publics, Paris 1867, S. 14–20
- ↑ Pont d’Albi (Tarn). In: Michel Chevalier (Hrsg.): Rapports du Jury International, Band 10, Gruppe VI, Klasse 65 und 66, Exposition Universelle de 1867 à Paris, Paris 1868, S. 151
- ↑ Pont neuf et petit train auf ladepeche.fr