Pomysk Mały
| Pomysk Mały | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Bytów | |
| Gmina: | Bytów | |
| Geographische Lage: | 54° 13′ N, 17° 34′ O | |
| Einwohner: | ||
Pomysk Mały (deutsch Klein Pomeiske) ist ein Dorf im Verwaltungsbezirk Gmina Bytów im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.
Geographische Lage
Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, südsüdwestlich des Jassener Sees, etwa sieben Kilometer nordöstlich der Stadt Bytów und einen Kilometer nördlich des Kirchdorfs Pomysk Wielki.
Geschichte
Im Jahr 1310 gab Markgraf Waldemar dem Kloster Oliva das Dorf Pomisco (Groß Pomeiske und Klein Pomeiske) mit 70 Hufen und allen Seen im Zubehör, insbesondere mit dem See Lupansko (Lupowske, später Jassener See), halben Obrowe (Wobberow) und einem Zug im Scotansko (Schottow) mit Lypeniza (Liebgen, früher Libienz), mit Heide, Jagden, Waldhonig; diese Schenkung bestätigte 1374 der pommersche Herzog Kasimir.[1] Am Mittwoch vor Pfingsten 1381 (29. Mai) überließ das Kloster Oliva das Gut Pomeiske, den Lupowsker See und andere Güter dem Deutschen Orden, wofür ihm der Hochmeister Winrich von Kniprode fünfzig Mark ewigen Zins verschrieb.[2]
Auf der Lubinschen Karte von 1618 ist das Dorf Klein Pomeiske unter dem Namen Lut. Pamoiſke verzeichnet, der Jassener See, in dessen Nähe es liegt, als Lupoſke Lacus. Um 1628, als der Ort Klein Pomeiſske genannt wurde, gehörte er zum fürstlichen Domänenamt Butow.[3] Zur Zeit der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Butaw am 18. Juni 1658 lag in Klein Pomeiske, das von alters her acht Bauern und einen Gärtner gehabt hatte, ein Bauernhof wüst und war zur Schäferei gelegt worden, und die Bauern besaßen zusammen 16 Pferde, sieben Ochsen und neun Kühe.[4]
Um 1724 gehörte Klein Pomeiske zum Besitz der Familie Pomeiske, die außerdem in Groß Pomeiske und in Zabinowitz begütert war.[5] Um 1782 hatte Klein Pomeiske ein Vorwerk, einen Schulzenhof und sechs Bauernhöfe.[6] 1802 wurde das Gut Klein Pomeiske vom Fiskus zu Erbpachtsrechten an Stach verkauft, und es fanden anschließend mehrmals Besitzerwechsel statt.[7] 1884 befand sich das Gut Klein Pomeiske im Besitz von Friedrich Hartkopf,[8] 1892 besaß es Oscar Kratz.[9]
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1118,1 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Klein Pomeiske 84 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 79 Pferde, 296 Stück Rindvieh, 26 Schafe und 442 Stück Borstenvieh hielten.[10]
Am 1. Januar 1929 ein Teil des Gutsbezirks Taubenberg aus dem Amtsbezirk Borntuchen in die Landgemeinde Klein Pomeiske eingegliedert.[11]
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Klein Pomeiske eine Flächengröße von 24,8 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 85 bewohnte Wohnhäuser an neun verschiedenen Wohnplätzen:[12]
- Forsthaus Meddersin
- Forsthaus Reiherhorst
- Ganst
- Jägerheim
- Klein Pomeiske
- Kolonie Slupp
- Oberförstereigehöft Taubenberg
- Papenhof
- Waldarbeiterkolonie Klein Pomeiske
Um 1935 hatte Klein Pomeiske unter anderem einen Gasthof, eine Bäckerei, eine Mühle und eine Schmiede.[13]
Bis 1945 bildete Klein Pomeiske eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Klein Pomeiske war dem Amtsbezirk Pomeiske zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Pomeiske.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. Nach Ende der Kampfhandlungen wurde Klein Pomeiske zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. In der darauf folgenden Zeit wanderten Polen zu, und die allermeisten einheimischen Dorfbewohner wurden von der polnischen Administration aus Klein Pomeiske vertrieben. Der Ortsname Klein Pomeiske wurde zu „Pomysk Mały“ polonisiert.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1782 | – | Dorf, mit einem Vorwerk, einem Schulzenhof, sechs Bauernhöfen, einem Kossäten, einem Schmied, einem Schulmeister und neun Feuerstellen (Haushaltungen), zum königlichen Domänenamt Bütow gehörig, eingepfarrt zu Groß Pomeiske[6] |
| 1818 | 97 | Dorf, königliche Besitzung, zum Kirchspiel Groß Pomeiske gehörig[14] |
| 1825 | 107 | Dorf, mit einem Vorwerk[15] |
| 1846 | 209 | Dorf[16] |
| 1852 | 263 | Dorf[17] |
| 1855 | 314 | am Jahresende, davon 279 Evangelische und 35 Katholiken[18] |
| 1864 | 360 | am 3. Dezember, Gemeindebezirk[19] |
| 1867 | 392 | am 3. Dezember, Landgemeinde[20] |
| 1871 | 434 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 405 Evangelische, 27 Katholiken und zwei sonstige Christen[20] |
| 1885 | 363 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 334 Evangelische, 24 Katholiken und fünf sonstige Christen[21] |
| 1895 | 370 | am 2. Dezember, Landgemeinde, davon 337 Evangelische und 33 Katholiken[22] |
| 1905 | 460 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 423 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache) und 37 Katholiken (sechs mit deutscher und 31 mit polnischer Muttersprache)[23] |
| 1910 | 495 | am 1. Dezember[24] |
| 1925 | 547 | Landgemeinde, in Haushaltungen, darunter 532 Evangelische und vier Katholiken[12] |
| 1933 | 488 | [25] |
| 1939 | 447 | [25] |
Kirche
Kirchspiel bis 1945
In Klein Pomeiske waren die Einwohner überwiegend Evangelische. Das evangelische Kirchspiel war in Groß Promeiske.[26]
Das katholische Kirchspiel war in Bütow.
Polnisches Kirchspiel seit 1945
Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört mit seltenen Ausnahmen der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.
Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.
Literatur
- Klein Pomeiske, Dorf, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Klein Pomeiske (meyersgaz.org).
- Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1058, Nr. (26) (Google Books).
- Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises. Lilienthal, Bütow 1858, S. 121–122 (Google Books).
- P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band 2: Provinz Pommern, 2. Auflage, Nicolai (Stricker), Berlin 1884, S. 18–19 (Google Books).
- Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 94–95 (Google Books).
Weblinks
- Amtsbezirk Pomeiske (Territorial.de)
- Die Gemeinde Klein Pomeiske im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
- Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Klein Pomeiske (buetow-pommern.info)
Fußnoten
- ↑ Johann Ludwig Quandt: Pommerns Ostgränzen, in: Baltische Studien, S. 207–223, insbesondere S. 220 (Google Books).
- ↑ Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 25–26, Nr. 28 (Google Books).
- ↑ Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 259, Nr. 146 (Google Books).
- ↑ Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, Anhang S. 28, Nr. 9 (Google Books).
- ↑ Jacob Paul von Gundling: Pommerischer Atlas oder Geographische Beschreibung des Hertzogthums Pommern, und des dasigen Adels aus den Landes Urkunden verfertigt. Potsdam 1724, Anhang: Der Adel des Königl. Preuß. Pommern, S. 49 (Google Books).
- ↑ a b Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1058, Nr. (26) (Google Books).
- ↑ Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises. Lilienthal, Bütow 1858, S. 121–122 (Google Books).
- ↑ P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band 2: Provinz Pommern, 2. Auflage, Nicolai (Stricker), Berlin 1884, S. 18–19 (Google Books).
- ↑ Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 94–95 (Google Books).
- ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 136–137, Ziffer 21 (Google Books).
- ↑ Amtsbezirk Pomeiske (Territorial.de)
- ↑ a b Die Gemeinde Klein im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
- ↑ Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1045 (Google Books).
- ↑ Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 67, Ziffer 2386 (Google Books).
- ↑ Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 286–287, Ziffer 23 (Google Books).
- ↑ Bütower Kreisblatt, No. 3, Bütow, 17. Januar 1849, S. 11–12, Einwohner-Tabelle, Ziffer 40 (bibliotekacyfrowa.eu, PDF)
- ↑ Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 477 (Google Books).
- ↑ Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang, Beilage 1, Ziffer 47 (Google Books).
- ↑ Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 10–17, Ziffer 46 (Google Books).
- ↑ a b Königl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 174–175, Ziffer 29 (Google Books).
- ↑ Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 190–191, Ziffer 21 (Google Books).
- ↑ Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 196–197, Ziffer 21 (Google Books).
- ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für die Provinz Pommern. Auf Grund von Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1908, 4. Kreis Bütow, S. 18–19, Ziffer 21 (pbc.gda.pl).
- ↑ Klein Pomeiske, Dorf, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Klein Pomeiske (meyersgaz.org).
- ↑ a b Michael Rademacher: Provinz Pommern – Landkreis Bütow. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Uwe Kerntopf: Evangelische Kirche Groß Pomeiske, Kreis Bütow, Provinz Pommern, 1998.