Polizeiruf 110: Wasserwege
| Folge 415 der Reihe Polizeiruf 110 | |
| Titel | Wasserwege |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Länge | 89 Minuten |
| Produktionsunternehmen | DOKFILM im Auftrag der ARD Degeto Film und des rbb |
| Regie | Felix Karolus |
| Drehbuch |
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| Produktion | Frank Schmuck |
| Musik | Andrej Melita |
| Kamera | Wolfgang Aichholzer |
| Schnitt | Florian Leitl |
| Premiere | 13. Okt. 2024 auf Das Erste |
| Besetzung | |
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| → Episodenliste | |
Wasserwege ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Polizeiruf 110. Der vom rbb produzierte Beitrag ist die 415. Polizeiruf 110-Episode und wurde am 13. Oktober 2024 im Ersten ausgestrahlt. Es ist der fünfte Fall von Kriminalhauptkommissar Vincent Ross.
Handlung
Sara Osiecka, eine polnische Studentin an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, wird in einem Kanu am Ufer des Finowkanals bei Eberswalde tot aufgefunden. Was auf den ersten Blick wie ein tragischer Unfall wirkt, entpuppt sich schnell als Mordfall, denn der Fundort kann nicht der Tatort gewesen sein. Die Kommissare Vincent Ross und Karl Rogov übernehmen die Ermittlungen. Während sich Ross in der Wohnung des Opfers umsieht, kontaktiert Rogov den Sportclub, zu welchem das Kanu gehört. Von dort führen die Recherchen zu einem Dozenten der Hochschule, auf dessen Geburtstagsfeier das Opfer zuletzt gesehen wurde.
Im Verlauf der Ermittlungen stoßen die Beamten auf ein komplexes Geflecht aus Umweltaktivismus, persönlichen Konflikten und wirtschaftlichen Interessen. Sara engagierte sich in ökologischen Projekten und geriet dabei offenbar mit verschiedenen Personen in Konflikt. Im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten über effektive Nutzung von Wasserwegen, war sie dann aber illegalen Aktivitäten der Flussschiffer auf die Spur gekommen. Als sie herausfand, dass hier Drogen umgeschlagen wurden, konnte sie das nicht so hinnehmen, schließlich war ihr eigener Bruder vor Jahren durch seinen Drogenkonsum ums Leben gekommen. Die Ermittler folgen dieser Spur und können die Lagerhalle des Hafens am Fluss, aufgrund von Blutspuren des Opfers, als Tatort ausmachen. Der Hafenmeister, Peter Günschow, wird vernommen, leugnet aber die junge Frau getötet zu haben. Ross hält ihn für glaubwürdig, bemerkt aber auch dessen Unsicherheit. Als plötzlich der Bruder des Hafenmeisters umgebracht wird und dies sehr nach einer Hinrichtung aussieht, sind sich die Ermittler sicher, dass dies eine unmissverständliche Drohung gegen Peter Günschow darstellt, der sich durch seinen illegalen Drogenumschlag angreifbar gemacht hat und offensichtlich unter Druck gesetzt wird. Daher beobachten Ross und Rogov die aktuellen Aktivitäten am Hafen. Dort läuft gerade ein Frachtboot ein, um Ware an Bord zu nehmen und offensichtlich wird hier gerade der Hafenmeister von einem jungen Mann unter Zwang mit an Bord genommen. Um Günschow zu befreien, stellen Ross und Rogov unter Mithilfe der Wasserschutzpolizei den Frachter. Bei der Festnahme wird der Täter, von dem sehr stark anzunehmen ist, dass er sowohl die Studentin als auch Günschows Bruder umgebracht hat, erschossen.
Produktion
Die Produktion erfolgte durch DOKFILM im Auftrag der ARD Degeto sowie des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Regie führte Felix Karolus, das Drehbuch stammt aus einem Writer's Room mit Seraina Nyikos, Lucas Flasch, Mike Bäuml und Felix Karolus.[1]
Die Dreharbeiten fanden vom 10. April bis 14. Mai 2024 statt und wurden an mehreren Orten durchgeführt, darunter die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, das Schiffshebewerk Niederfinow, der Hafen und die Innenstadt von Eberswalde sowie Hohensaaten, Potsdam und Berlin. Verantwortlicher Produzent war Frank Schmuck, die redaktionelle Betreuung übernahmen Daria Moheb Zandi (rbb) und Birgit Titze (ARD Degeto).[2][3]
Rezeption
Kritiken
Rainer Tittelbach von Tittelbach.tv schrieb in seiner Kritik: „Der „Polizeiruf“ (rbb / Dokfilm) macht seinem Titel alle Ehre. Zwar erfindet „Wasserwege“ den Whodunit nicht neu, dafür punktet dieser Krimi mit vielen sympathischen Details, beim Plot, der Dramaturgie und bei der Inszenierung. Der unspektakuläre Fall wird akribisch rekonstruiert, man bekommt als Zuschauer eine gute und sinnliche Vorstellung davon, was wann und wo in der Mordnacht vor sich gegangen sein kann.“ „Doch das Herzstück sind die Kommissare, der sensible Youngster und der kauzige Oldtimer sorgen für feine Zwischentöne, die den Unterschied machen.“[4]
Für prisma.de wertete Maximilian Haase: „Fast jeder verhält sich in dem ziemlich konventionell inszenierten Krimi, der von Befragung zu Befragung eilt, irgendwie verdächtig.“ „Wobei das Opfer noch mehr Rätsel aufgibt: Zwischen Kokainspuren, Kanus und Kameraaufnahmen, mit denen sie den Hafen überwachte, bleibt lange im Dunkeln, ob und wie die losen Enden des Krimis miteinander zusammenhängen.“ Und auch sonst: „Wer schon immer etwas über die unglaubliche Technik des Schiffehebens und andere nautische Details der Binnnenschifffahrt und ihrer Häfen erfahren wollte, ist mit diesem Film gut bedient.“[5]
Auch Christian Buß meinte im Spiegel: „Bei diesem Krimi kann man was lernen“. Er „verbreitet über Strecken den Charme einer ambitionierten Magisterarbeit“ „und irgendwie ist es rührend, wie hier versucht wird, über verwinkelte Binnenschiffsverkehrswege das Thema Drogenkriminalität von Hamburg ins beschauliche Eberswalde zu überführen.“[6]
Tilmann P. Gangloff urteilte für evangelisch.de: „Wie die Handlung [am Ende] schließlich eine neue Dimension annimmt, ist klug und schlüssig ausgedacht. Karolus’ Umsetzung ist gar nicht mal besonders spannend, zumindest nicht im landläufigen Krimisinn, aber dank Story und Ensemble durchgehend fesselnd.“[7]
Oliver Armknecht von film-rezensionen.de meinte: „Sehr spannend ist der Krimi aber nicht, auch wenn es zahlreiche Verdächtige gibt.“ „Der Film ist insgesamt auch von einer recht ruhigen Machart. Zwar wird es nicht bei der einen Leiche bleiben, später kommt es zudem zu einer brenzligen Situation. Dennoch, insgesamt ist das hier nichts, das man sich anschauen sollte in der Erwartung von konstanter Hochspannung.“ „Mit dem konstant grauen Himmel, der höchstens erahnen lässt, dass irgendwo hinter den Wolken etwas Blaues versteckt ist, macht man eher wenig Werbung. Auch die Natur und der Fluss wirken wenig einladend. Aber das muss ja nicht verkehrt sein.“[8]
Einschaltquoten
Die Erstausstrahlung von Wasserwege am 13. Oktober 2024 wurde in Deutschland von 8,02 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 29,0 % für Das Erste.[9]
Weblinks
- Polizeiruf 110: Wasserwege in der ARD-Mediathek (89 Min.), abrufbar bis 7. April 2026
- Polizeiruf 110: Wasserwege bei IMDb
- Polizeiruf 110: Wasserwege auf den Internetseiten der ARD
- Polizeiruf 110: Wasserwege bei Tatort-Fans.de
- Polizeiruf 110: Wasserwege im Presseportal des rbb
- Polizeiruf 110: Wasserwege bei der DOKFILM
Einzelnachweise
- ↑ Polizeiruf 110: Wasserwege. 13. Oktober 2024, abgerufen am 7. August 2025.
- ↑ Polizeiruf 110: Wasserwege. 13. Oktober 2024, abgerufen am 7. August 2025.
- ↑ Polizeiruf 110: Wasserwege bei crew united, abgerufen am 15. September 2024.
- ↑ Polizeiruf 110: Wasserwege-Filmkritik. In: Tittelbach.tv. Abgerufen am 28. November 2025.
- ↑ Spannende Ermittlungen im deutsch-polnischen 'Polizeiruf 110'-Filmkritik. In: prisma.de. Abgerufen am 28. November 2025.
- ↑ 'Polizeiruf 110'-Filmkritik. In: spiegel.de. Abgerufen am 28. November 2025.
- ↑ 'Polizeiruf 110'-Filmkritik. In: evangelisch.de. Abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ 'Polizeiruf 110'-Filmkritik. In: film-rezensionen.de. Abgerufen am 28. November 2025.
- ↑ Felix Maier: Primetime-Check: Sonntag, 13. Oktober 2024. Quotenmeter.de, 14. Oktober 2024, abgerufen am 14. Oktober 2024.