Placide Mbala

Placide Mbala-Kingebeni ist ein kongolesischer Virologe und Epidemiologe; er leitet die Abteilung für Epidemiologie und globale Gesundheit sowie das Zentrum für klinische Forschung am Nationalen Institut für biomedizinische Forschung (INRB) in Kinshasa.[1] Im Jahr 2024 wurde er von Nature in der Jahresliste Nature’s 10 als einer der Menschen ausgezeichnet, welche die Wissenschaft dieses Jahres prägten.[2] 2025 zählte ihn TIME zur Liste TIME100 Health.[3]

Leben

Mbala studierte Medizin an der Universität Kinshasa, spezialisierte sich in Mikrobiologie und absolvierte 2015/2016 ein Studium der öffentlichen Gesundheit am Institut für Tropenmedizin in Antwerpen.[1] Spätestens seit 2008 arbeitet er kontinuierlich zu Mpox und baute gemeinsam mit internationalen Partnern Studien und Überwachung in der DR Kongo aus.[1] Er ist zudem Associate Professor an der Universität Kinshasa.[4]

Wirken

Mbala machte international auf einen tödlichen Mpox-Ausbruch aufmerksam, der sich 2024 von der DR Kongo aus weltweit ausbreitete; sein Team identifizierte frühe Häufungen unter jungen Erwachsenen und Sexarbeiterinnen im Osten des Landes und warnte vor einer veränderten Übertragungsdynamik.[5] Er dokumentierte mit Kollegen, dass vermehrt lokal begrenzte genitale Läsionen auftraten und dass der Anstieg nicht von der 2022 dominierenden Klade IIb, sondern von einer anderen, häufig sexuell übertragenen Subvariante getragen wurde.[3] Seine Hinweise und Analysen befeuerten Forderungen nach mehr Tests und Genomüberwachung; zugleich erklärte die WHO im August 2024 wegen der Lage eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite.[6] Angesichts knapper Impfstoffe empfahl er zur Ausbremsung von Ausbruchsketten für die DR Kongo öffentlich eine Ringimpfung nach dem Ebola-Vorbild.[7] Im Dezember 2024 kündigte das Africa CDC an, dass Japan drei Millionen Dosen – einschließlich für Kinder – liefern werde, nachdem zuvor Engpässe Kampagnen etwa in Kinshasa verzögert hatten.[8][6] Für seine Beiträge zur Aufklärung und Eindämmung des Ausbruchs wurde er 2024 in Nature’s 10 porträtiert und 2025 in der Liste TIME100 Health aufgenommen.[2][3]

Einzelnachweise

  1. a b c “Outbreaks come and go, but opportunities like this scholarship are rare. Go to Antwerp.” In: Institute of Tropical Medicine (Antwerp). 22. Juli 2025, abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch).
  2. a b Nature’s 10 – Ten people who helped shape science in 2024. In: Nature. 9. Dezember 2024, abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch).
  3. a b c Placide Mbala – Demystifying mpox. In: TIME. 8. Mai 2025, abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch).
  4. Placide Mbala Kingebeni. In: CPHIA 2023. Abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch).
  5. This doctor raised the alarm about a deadly mpox outbreak that went global. In: Nature. 9. Dezember 2024, abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch).
  6. a b Mpox vaccination shortage delays Kinshasa's campaign, Congo organiser says. In: Reuters. 13. November 2024, abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch).
  7. Gefährliche Viren: Mpox breitet sich zunehmend in Afrika aus – und noch ist unklar, wie. In: WELT. 2. September 2024, abgerufen am 26. Dezember 2025.
  8. Congo to get Japan's mpox vaccine for children from next week, Africa CDC says. In: Reuters. 12. Dezember 2024, abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch).