Pitika Ntuli

Pitika Ntuli (* 1942 in Springs, Transvaal, Südafrikanische Union) ist ein südafrikanischer Bildhauer, Dichter, Schriftsteller und Akademiker.[1] Er verbrachte mehr als drei Jahrzehnte im Exil in Swasiland und im Vereinigten Königreich.[1] Internationale Aufmerksamkeit erlangte er mit der aus Tierknochen geschaffenen Werkgruppe und Online-Ausstellung Azibuyele Emasisweni (Rückkehr zum Ursprung) beim National Arts Festival 2020.[2] Dafür erhielt er 2021 den Global-Fine-Art-Awards-People’s-Choice-Preis („You-2“).[3] Im Jahr 2025 zeigte er gemeinsam mit Willie Bester die Ausstellung Junkyard Dogs in Johannesburg.[4]

Leben

Ntuli wurde 1942 in Springs im heutigen Gauteng geboren.[1] Ab 1963 lebte er im Exil in Swasiland.[5] Dort wurde er als politischer Gefangener inhaftiert und verbrachte ein Jahr in Isolationshaft in einer Todeszelle des Matsapha Central Prison.[6] Im Jahr 1978 wurde er auf internationalen Druck hin freigelassen und konnte ins Vereinigte Königreich ausreisen.[1] Er studierte anschließend am Pratt Institute in New York und lehrte später an britischen Hochschulen, darunter am Camberwell College of Arts und in Central Saint Martins.[1] 1994 kehrte er nach Südafrika zurück und lehrte an der University of the Witwatersrand.[1] Danach wechselte er an die University of Durban-Westville, wo er Fachbereichsleiter wurde und später zum Deputy Vice-Chancellor aufstieg.[7] 2013 erhielt Ntuli den ACT Lifetime Achievement Award (Visual Art) des Arts & Culture Trust.[8] 2024 gehörte er zum Gutachterkomitee der neuen südafrikanischen Cultural and Creative Industry Awards.[9]

Wirken

Ntulis Skulpturen entstanden seit den 1970er-Jahren aus Holz, Stein, Metall und Knochen; seine erste große Ausstellung in Südafrika zeigte 2010 das Museum Africa in Johannesburg.[7] Im Jahr 2020 lancierte er die vollständig aus 45 Knochenskulpturen bestehende Serie Azibuyele Emasisweni als Online-Ausstellung beim National Arts Festival; die Eröffnung würdigte die Rolle indigener Wissenssysteme und Spiritualität in seinem Werk.[2] Die Ausstellung war von Gedichten und Beiträgen zahlreicher Künstlerinnen und Künstler begleitet und wurde 2021 mit dem Global-Fine-Art-Awards-People’s-Choice-Preis ausgezeichnet.[3] 2022 wurde Azibuyele Emasisweni im Oliewenhuis Art Museum in Bloemfontein gezeigt.[10] 2025 thematisierte Ntuli gemeinsam mit Willie Bester in Junkyard Dogs in Johannesburg Widerstand, Resilienz und die Transformation von Alltagsmaterialien in Kunst.[4]

Commons: Pitika Ntuli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Pitika Ntuli. In: South African History Online. 23. August 2019, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  2. a b Pitika Ntuli hailed for his bone exhibition at National Arts Festival. In: The Melrose Gallery. 3. Juli 2020, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  3. a b South African poet and sculptor Pitika Ntuli wins a Global Fine Art Award in Paris. In: TimesLIVE. 19. Mai 2021, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  4. a b SA art giants Willie Bester and Pitika Ntuli reunite for ‘Junkyard Dogs’. In: TimesLIVE. 12. September 2025, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  5. Detained in Swaziland. In: Index on Censorship (SAGE Journals). 1979, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  6. Pitika Ntuli: Sculptor in prison. In: Index on Censorship (SAGE Journals). 1980, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  7. a b Charming work on show. In: TimesLIVE. 22. Mai 2010, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  8. Lifetime Achievement, ImpACT Awards announced. In: Bizcommunity. 12. November 2013, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  9. Government award show to honour SA’s unsung cultural and creative industry heroes with R100k each. In: News24 (City Press). 19. März 2024, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  10. Pitika Ntuli: Azibuyele Emasisweni (Return to the Source). In: Contemporary And. 4. Oktober 2022, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).