Piskorzów (Pieszyce)

Piskorzów
Peiskersdorf
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Piskorzów
Peiskersdorf
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Dzierżoniowski
Gmina: Pieszyce
Geographische Lage: 50° 44′ N, 16° 34′ O
Einwohner: 631
Postleitzahl: 58-250
Telefonvorwahl: (+48) (+48)74
Kfz-Kennzeichen: DDZ
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau

Piskorzów (deutsch Peiskersdorf) ist ein Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Pieszyce (Peterswaldau) im Powiat Dzierżoniowski (Kreis Reichenbach) der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Geschichte

Der Ort wurde 1305 als „Pyskeri villa“ erstmals schriftlich erwähnt und 1335 im Register des päpstlichen Nuntius Galhardus auch die Pfarrkirche als „ecclesia de Pisbirn villa“. Die ursprünglichen Schutzheiligen der Kirche sind unbekannt.[1] Im Zuge der Gegenreformation erfolgte am 3. März 1654 die Rückgabe an die Katholiken, dabei wurde das Gotteshaus als ausgebrannt und das Dorf als wüst beschrieben.[2] 1654 erscheint als Besitzer Ernst Graf von Gellhorn.

„Peiskersdorf, gehört nach Peterswaldau dem Grafen von Gellhorn, die Kirche ist ausgebrannt und das Dorf wüste; jedoch ist´s nach Peterswaldau dem Pfarrer zugeschlagen worden“

J. Berg: Die Geschichte der gewaltsamen Wegnahme der evangelischen Kirchen und Kirchengüter: in den Fürstenthümern Schweidnitz und Jauer während des 17. Jahrhunderts; eine Säcularschrift, als Beitrag zur schlesischen Kirchengeschichte und zur Begründung einer angemessenen Auseinandersetzung der äußeren Verhältnisse der evangelischen Kirche mit dem Staate und der römisch-katholischen Kirche Säkularschrift; Fürstentümern. Selbstverl. des Verf., 1854

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Peiskersdorf 1741/42 mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Die alten Verwaltungsstrukturen wurden aufgelöst und Peiskersdorf in den Kreis Reichenbach eingegliedert, mit dem es bis zu seiner Auflösung 1945 verbunden blieb.

1785 zählte Peiskersdorf, eine Meile von Reichenbach entfernt, inkl. dem dicht anliegenden Dörfchen Dorotheenthal, zwei Vorwerke, eine katholische Kirche, eine Schule, 19 Bauern, 16 Gärtner, 38 Häusler, fünf Wassermühlen und 446 Einwohner.[3] Seit dem 15. März 1837 war der evangelischen Gemeinde der Mitgebrauch der katholischen Kirche vom Breslauer Generalvikar gestattet. 1845 bestand Peiskersdorf im Eigentum von Graf Anton von Stollberg-Wernigerode (zur Majoratsherrschaft Kräppelhof, Kreis Landeshut gehörend) aus 98 Häusern, zwei Vorwerken, einer Erbscholtisei des Friedrich Wilhelm Rausch, 960 überwiegend evangelischen Einwohnern (128 katholisch), evangelische Kirche zu Peterswaldau, einer seit 1743 existierenden evangelischen Schule mit einem Lehrer und einem Hilfslehrer, unter der Kollatur der Grundherrschaft; einer katholischen Teilkirche von Mittel-Peterswaldau unter dem Patronat des Dominiums in der viermal jährlich ein Gottesdienst stattfand; einem Pfarrwiedmuth, sechs Wassermühlen, eine Sägemühle, einer herrschaftliche Brauerei, eine Brennerei, eine Rustikal-Brennerei, ein Försterhaus, 16 Handwerker, sechs Händler, sowie zwei Ziegeleien des Erbscholzen Rausch und des Bauern Wiedemann.[4]

Als Folge des Zweiten Weltkrieges fiel Peiskersdorf 1945 mit fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Piskorzów umbenannt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht schon vorher geflohen war, vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsausgesiedelte aus Ostpolen, das von der Sowjetunion annektiert worden war.

Sehenswürdigkeiten

  • Römisch-katholische Kirche St. Johannes von Nepomuk
  • Sühnekreuz

Literatur

  • Manuela Schöps: Peiskersdorf: ein schlesisches Dorf im Eulengebirgsvorland : Geschichte und Beschreibung. Arnshaugk, 2015, ISBN 978-3-944064-17-8.
Commons: Piskorzów, powiat dzierżoniowski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hermann Neuling: Schlesiens ältere Kirchen und kirchliche Stiftungen. Max, 1884, S. 98.
  2. Dietmar Neß: Schlesisches Pfarrerbuch: Regierungsbezirk Breslau, Teil III. Band 3. Evangelische Verlagsanstalt, 7. Oktober 2014, S. 478–479.
  3. Friedrich Albert Zimmermann: Beiträge zur Beschreibung von Schlesien. Band 5. bey Johann Ernst Tramp, 1785, S. 175–176.
  4. Johann Georg Knie: Übersicht der Dörfer, Flecken der königl. Preußischen Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, 1845, S. 478–479.