Piave (Wein)

Unter der Bezeichnung Piave werden in der oberitalienischen Metropolitanstadt Venedig (bis 2015 Provinz Venedig) und der Provinz Treviso Weine erzeugt, die seit dem 11. August 1971 den Status einer kontrollierten HerkunftsbezeichnungDenominazione di origine controllata“ (kurz DOC) besitzen. Die letzte Aktualisierung wurde am 31. Juli 2019 veröffentlicht.[1]

Anbaugebiet

Das Anbaugebiet der Trauben für die Weine der DOC Piave im Hinterland Venedigs erstreckt sich (im Uhrzeigersinn und vereinfacht dargestellt) in etwa von Cordignano im Norden, über Brugnera, Mansuè, östlich Motta di Livenza bis San Stino di Livenza, östlich La Salute di Livenza bis etwa Ottava Presa sowie Porto Santa Margherita an der Adria, der Küste entlang bis etwa Lido di Jesolo, nach Norden bis etwa Jesolo und Caposile und weiter nach Südwesten bis etwa zu Venedigs Flughafen Marco Polo, von dort nach Norden, östlich vorbei an Treviso, weiter nach Carbonera, Villorba, Postiamo und Richtung Montebelluna, und südlich vorbei an Volpago del Montello, Nervesa della Battaglia, über Susegana zurück nach Cordignano.[2] Die Gebietsgrenzen sind im Detail im maßgeblichen Disciplinare, Artikel 3, Ziff. 3 aufgeführt.[1] Das Gebiet, das ggf. die Verwendung der Herkunftsbezeichnung DOC Piave erlaubt, ist so groß, dass es sich mit den Anbaugebieten der Trauben für die Weine der DOCG Conegliano-Valdobbiadene, der DOCG Colli Asolani (seit 2023 DOCG Asolo Prosecco oder nur Asolo) und der DOC Montello (zwischenzeitlich DOC Asolo Montello oder Montello Asolo und DOCG Montello rosso oder nur Montello) sowie der die ganze Provinz Treviso umfassenden Indicazione Geografica Tipica (IGT) Marca Trevigiana überschneidet. Auch mit der IGT Colli Trevigiani sowie der IGT Veneto gibt es Überschneidungen. Aspekte des Terroirs finden in diesem großen Anbaugebiet wenig Beachtung. Allein schon die Anbaufläche für die Hauptrebsorte Merlot beläuft sich auf etwa 4.323 Hektar und die für Cabernet (meist Cabernet Franc) auf etwa 1.852 Hektar.[3] Mit der autochthonen Rebsorte Raboso Piave waren 2010 noch etwa 730 Hektar bestockt.[4]

Der Anbau der Trauben und die Vinifikation dürfen durchgeführt werden:[1]

Im Jahr 2017 wurden aus 40.282 Doppelzentner Trauben insgesamt 28.212 Hektoliter DOC-Wein erzeugt.[5] Im Jahr 2023 belief sich die Erzeugung auf 17.660 Doppelzentner Trauben und hieraus 12.362 Hektoliter DOC-Wein.[6]

Erzeugung

Folgende Weintypen werden innerhalb dieser Denomination erzeugt:[1]

  • Piave Rosso: muss zu mindestens 50 % aus der Rebsorte Merlot bestehen. Höchstens 50 % andere rote Rebsorten dürfen zugesetzt werden.

Fast sortenreine Weine

Einzelnachweise

  1. a b c d Disciplinare di Produzione dei vini a Denominazione di Origine Controllata "Piave". (PDF; 1,3 MB) In: Ministero dell'agricoltura, della sovranità alimentare e delle foreste, Rom. 31. Juli 2019, abgerufen am 11. Januar 2026 (italienisch).
  2. Raboso - Eines Widerspenstigen Zähmung. In: MerumDOC - Die schönsten Weinlandschaften Italiens. Nr. II. Merumpress AG, Grüningen ZH, Schweiz 2010, ISBN 978-3-03302713-8 (Angaben gemäß der Karte auf S. 92).
  3. Walter Speller (W.S.): The Oxford companion to wine. Hrsg.: Jancis Robinson, Julia Harding. 4. Auflage. Oxford University Press, Oxford 2015, ISBN 978-0-19-870538-3, S. 557.
  4. Jancis Robinson, Julia Harding (Hrsg.): The Oxford companion to wine. 4. Auflage. Oxford University Press, Oxford 2015, ISBN 978-0-19-870538-3, S. 595.
  5. V.Q.P.R.D. d’Italia 2018 - I vini italiani a Denominazione d' Origine. (PDF; 4,2 MB) In: FEDERDOC Confederazione Nazionale dei Consorzi volontari per la Tutela delle Denominazioni dei Vini Italiani, Rom. federdoc.com, 2018, abgerufen am 11. Januar 2026 (italienisch).
  6. V.Q.P.R.D. d’Italia 2024. In: FEDERDOC Confederazione Nazionale dei Consorzi volontari per la Tutela delle Denominazioni dei Vini Italiani, Rom. 2024, abgerufen am 11. Januar 2026 (italienisch).

Literatur

  • Burton Anderson: Italiens Weine 2004/05. Hallwag, Gräfe und Unzer, München 2004, ISBN 3-7742-6365-5.
  • Jacques Orhon: Le nouveau guide des vins d’Italie. Les editions de l’homme, Montreal 2007, ISBN 978-2-7619-2437-5.
  • Valeria Camaschella (Hrsg.): Lexikon der italienischen Weine – Sämtliche DOCG- & DOC-Weine. Hallwag, Gräfe und Unzer, München 2002, ISBN 3-7742-0756-9.
  • Rudolph Steurer: Die Weine Italiens. Albert Müller, Rüschlikon-Zürich 1983, ISBN 3-275-00828-5.