Pia Claudia Doering
Pia Claudia Doering (* 1978 in Dortmund)[1] ist eine deutsche Literaturwissenschaftlerin mit Schwerpunkt auf französische und frankophone Literatur. Sie ist Hochschullehrerin am romanischen Seminar der Universitäten Münster und Göttingen.[2][3]
Leben
Pia Claudia Doering studierte von 1998 bis 2004 Romanistik, Öffentliches Recht und Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster (WWU) und der Universität Lille III. Anschließend promovierte sie in den Fächern Französisch, Italienisch und Philosophie in Münster mit einer 2008 erschienenen Dissertation zum Thema „Jean Racine zwischen Kunst und Politik. Lesarten der Alexandertragödie“. Sie wurde durch ein Abschlussstipendium der WWU gefördert.[2]
Nach ihrer Promotion wurde sie wissenschaftliche Assistentin am Romanischen Seminar der WWU. 2012 nahm sie eine Postdoc-Stelle im Graduiertenkolleg „Expertenkulturen des 12. bis 16./18. Jahrhunderts“ an der Georg-August-Universität Göttingen an.[2]
Von 2013 bis 2017 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Exzellenzcluster Religion und Politik, im Teilprojekt „Zwischen religiöser Frömmigkeit und politischer Reflexion: Die Erkenntnisfunktion narrativer und allegorischer Repräsentation in Texten des Trecento (Dante, Petrarca, Boccaccio)“. Seit September 2017 leitet sie das Projekt „Religionskritik in der italienischen, französischen und spanischen Novellistik in Mittelalter und Früher Neuzeit“ im Exzellenzcluster Religion und Politik.[2]
Im Mai 2019 habilitierte sie sich mit der Schrift „Recht und Wahrheit im Decameron. Die novellistische Analyse juristischer Erkenntniswege“. Seitdem ist sie Lehrkraft für besondere Aufgaben am Romanischen Seminar der WWU sowie Lehrkraft für französische und italienische Literaturwissenschaft am Seminar für Romanische Philologie der Georg-August-Universität Göttingen.[2][3]
Forschung
Ihre Forschungsschwerpunkte in der Romanistik sind:[2]
- Novellistik und Recht in Spätmittelalter und Früher Neuzeit
- Die literarische Darstellung religiöser und politischer Heuchelei
- Die Literatur der französischen Klassik
- Das klassische Theater in seinem politischen Kontext
- Die französische Moralistik
- Klassik-Rezeption im 19. und 20. Jahrhundert (Charles Baudelaire und Marcel Proust)
2021 erhielt sie den Förderpreis der Universitätsgesellschaft Münster für herausragende Forschungen. „Aus der überaus fruchtbaren Verbindung von Jura und Romanistik hat Pia Doering einen innovativen Schwerpunkt in der Literatur- und Kulturwissenschaft ausgebildet, der gleichwohl auch Rechtswissenschaftler und Historiker interessiert“, erklärte Karin Westerwelle.[4]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Jean Racine zwischen Kunst und Politik, Lesarten der Alexandertragödie, 2010, Universitätsverlag Winter, ISBN 978-3-8253-5728-3
- mit Caroline Emmelius: Rechtsnovellen, Rhetorik, narrative Strukturen und kulturelle Semantiken des Rechts in Kurzerzählungen des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit, 2017, Erich Schmidt Verlag, ISBN 978-3-503-17621-2
- mit Bettina Full und Karin Westerwelle: Der Autor und sein Publikum, Zur kleinen Gattung des Vorworts, 2018, Königshausen & Neumann, ISBN 978-3-8260-6197-4
- Praktiken des Rechts in Boccaccios 'Decameron', Die novellistische Analyse juristischer Erkenntniswege, 2020, Erich Schmidt Verlag, ISBN 978-3-503-18852-9
- mit Karin Westerwelle: Die Erfindung von Landschaft in Mittelalter und Renaissance, 2023, Königshausen & Neumann, ISBN 978-3-8260-5570-6
Einzelnachweise
- ↑ Pia Claudia Doering - Deutsche Digitale Bibliothek. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
- ↑ a b c d e f Universität Münster, Romanisches Seminar: Doering. Mai 2019, abgerufen am 17. Dezember 2025.
- ↑ a b Georg-August-Universität Göttingen - Öffentlichkeitsarbeit: Doering, Pia Claudia, PD Dr. - Georg-August-Universität Göttingen. Abgerufen am 17. Dezember 2025.
- ↑ Doppelte Ehre für die Romanistik, Universitätsgesellschaft vergibt den Förderpreis 2021 an zwei Literaturwissenschaftlerinnen. (PDF) In: uni-muenster.de. Juli 2021, abgerufen am 17. Dezember 2025.