Philipp von Lalaing (1537–1582)

Graf Philipp von Lalaing (* 1537 in Lallaing; † 24. Mai 1582 in Bergen) war Baron von Escornaix und Herr von Wavrin sowie Statthalter des Hennegaus und Generalleutnant.

Leben

Von Lalaings Eltern waren der Seneschall von Flandern Graf Karl II. von Lalaing († 1558) und Margaretha (geborene de Croÿ; † 1549). Im Jahr 1574 wurde er zum Statthalter des Henegau ernannt. Im Jahr 1576 erhielt er von den in Gent versammelten Generalstaaten den Auftrag, die Spanier zu vertreiben und religiöser Toleranz zu fordern („Genter Pazifikation“). Als dann zur Beendigung der Meuterei in Aalst vom Herzog von Aerschot Truppen geworben wurden, ernannte man Lalaing zum Generalleutnant. Er kommandierte das staatische Fußvolk. Er war danach einer der Unterhändler, die dem Herzog von Anjou die Statthalterschaft über die Provinzen anboten. 1577 war er einer der Organisatoren der Union von Brüssel. Als es zum Bruch zwischen den Calvinisten und den Katholiken kam, folgte auch er, wie der ganze Adel der südlichen Niederlande, dem Aufruf des Herzogs von Aerschot, zum Gehorsam gegen den König von Spanien zurückzukehren. Der Entschluss wurde durch den Einfluss seines Halbbruders Philibert Emanuel von Lalaing (1557–1590), Baron von Montigny, beschleunigt. So trat am 23. Mai 1579 der Hennegau geschlossen der Union von Arras bei.[1]

Nach seiner Versöhnung mit Philipp II. wurde er Mitglied des Staatsrates in Brüssel. Als Truppenführer konnte er sich durch die Eroberung von Landrecies im Oktober 1579 auszeichnen. Er starb im Jahr 1582, wie man erzählt, durch einen Schlag seines eigenen Pferdes tödlich getroffen.

Familie

Lalaing heiratete am 7. Juni 1569 Margaretha (geborene von Lignes-Aremberg; * 24. Februar 1552; † 24. Februar 1611), Tochter von Johann von Ligne. Das Paar hatte mehrere Kinder, von denen die Söhne früh verstarben:

  • Pierre Emmanuel von Lalaing (als Kind gestorben)
  • Margaretha von Lalaing (1574–1650) ⚭ mit dem Grafen Florent von Berlaymont (1550–1626), Statthalter von Luxemburg, wurde als Haupterbin Gräfin von Lalaing, auf Escornaix und Wavrin. Sie stiftete 1627 für die Kanonissinnen des Augustinerordens das Kloster Berlaymont in Brüssel.
  • François von Lalaing (1577–1589);
  • Christine von Lalaing ⚭ mit dem Grafen Maximilien I. de Bailleul, Baron von Lesdain und Saint-Martin, Herr von Rocourt

Er hatte noch zwei weitere jüngere Halbgeschwister

  • Hugo von Lalaing, Herr auf Condé, der ohne Nachkommen starb
  • Philippine Christine von Lalaing ⚭ 2. Juli 1572 mit Peter von Melun (Pierre de Melun), Fürst von Epinoy

Literatur

  • Karl Theodor Wenzelburger: Lalaing, Philipp Graf von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 17, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 794.
  • Nils Büttner: Herr P.P. Rubens: von der Kunst, berühmt zu werden. S. 30–31.
  • Lalaing (Philips graaf van). In: Karel Johan Reinier van Harderwijk, Gilles Dionysius Jacobus Schotel (Hrsg.): Biographisch woordenboek der Nederlanden. Teil 11: L – Lyssius. J. J. van Brederode, Haarlem 1865, S. 50–51 (niederländisch, digitale-sammlungen.dedbnl.org).

Einzelnachweise

  1. Christian von Stramberg: Denkwürdiger und Nützlicher rheinischer antiquarius, welcher die Wichtisten und angenehmsten Geographischen, Historischen und Politischen merkwürdigkeiten des Ganzen Rheinstroms, von seinem Ausflusse in das Meer bis zu seinem Ursprunge darstellt. 3. Abteilung, 7. Band: Mittelrhein. R. F. Hergt, Koblenz 1860, S. 449 (Textarchiv – Internet Archive).