Philipp Wörishöffer
Johann Andreas Philipp Ferdinand (von) Wörishöffer (dänisch: Wørishøffer), (* 3. Januar 1804 in Lübeck; † 12. Dezember 1892 in Kopenhagen, Dänemark) war ein dänischer Offizier deutscher Abstammung, zuletzt im Dienstgrad eines Generalleutnants.
Biographie
Elternhaus und Ausbildung
Seine Eltern waren der Offizier Johann Philipp Wörishöffer (1776–1812) und Anna Jochimine geb. Fischer (1780–1853). Der Vater stammte aus dem Kurfürstentum Hessen und war zunächst Leutnant im Schleswigschen Infanterieregiment, das 1811 in westfälische Dienste trat. Er fiel am 7. September 1812 in der Schlacht bei Borodino.
Wörishöffer strebte nach dem Tod seines Vaters ebenfalls die Offizierslaufbahn in dänischen Diensten an und trat 1819 als Unteroffizier in das Holsteinische Infanterieregiment ein. 1824 absolvierte er die Landkadettenakademie und verließ sie im folgenden Jahr als Leutnant im 1. Jütländischen Infanterieregiment. 1834 wurde er Oberleutnant und 1841 Hauptmann. Im darauffolgenden Jahr erhielt er neben seiner königlichen Ernennung zum Deutschlehrer an der Landkadettenakademie, an der er seit 1831 beschäftigt war, auch die zum Lehrer für dasselbe Fach an der Königlichen Militärakademie.
Während des Schleswig-Holsteinischen Erhebung
Am 3. September 1831 heiratete er in Rendsburg Margaretha Charlotte Christiane Kobrock (1807–1884), Tochter des Kaufmanns Klaus Kobrock (1761–1831) und Anna Dorothea Sarnau (1772–1846). Aus der Ehe ging der spätere Oberst Theodor Wørishøffer (1835–1924) hervor.
1847 wurde Wörishöffer Kompaniechef im 5. Infanteriebataillon und kehrte damit in den praktischen Dienst zurück. Sein Bataillon wurde 1848 zum sog. Flankenkorps versetzt, und Wörishöffer tat sich sofort bei Bau beim Vorgehen auf die Crusauer Kupfer- und Messingfabrik hervor. Kurz darauf erhielt er den Befehl, mit seiner Kompanie Eckernförde zu besetzen, und von dort aus zeigte er große Initiative, bis der Feind seine Verbindung zur Hauptarmee unterbrach. Daher schiffte er sich mit seiner Abteilung am 24. April auf der Hekla ein, die sie in Brunsnæs landete, sodass er sich am 25. seinem Korps anschließen konnte.
Am 28. April wurde die 3. Brigade unter Oberst Olaf Rye aufgestellt, und Wörishöffer wurde dann zu ihrem Stabschef ernannt; in dieser Funktion nahm er an den Gefechten bei Nybøl und Dybbøl teil. Spät im Herbst wurde die 6. Brigade unter Oberst Christian Julius de Meza aufgestellt; Wörishöffer wechselte daraufhin, um zu dessen neuen Stab zuführen. Alle Versuche Ryes, seinen treuen Helfer zurückzugewinnen, scheiterten. So nahm er zu Beginn des Feldzugs 1849 an den Kämpfen vom 3. bis 5. April teil, wobei eine Kugel seinen Mantel durchbohrte und den Kopf seines Pferdes abriss, ohne dass er verletzt wurde. Anfang Juli wurde die 6. Brigade, die an dem Ausfall von Fredericia teilnehmen sollte, nach Fünen verlegt, und Wörishöffer war damals bei der berühmten Vorbesprechung im Vejlby Præstegård anwesend, bei der Generalmajor Frederik Bülow die Einzelheiten des Plans besprach. Bei dieser Gelegenheit schlug Wörishöffer vor, die Salve nicht wie geplant um 17 Uhr, sondern um 1 Uhr morgens abzufeuern. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Die 6. Brigade bildete daraufhin die Vorhut während der Schlacht, in der Wörishöffer großes Geschick bewies, sodass er zum stellvertretenden Kommandeur des Flankenkorps auf Alsen ernannt wurde und den Rang und das Dienstalter eines Majors erhielt. Im November erhielt er das Kommando über das 7. Linienbataillon, mit dem er an der Schlacht bei Idstedt teilnahm (mit der Brigade von C.A. Schepelern), doch bald darauf übernahm er auf ausdrücklichen Wunsch von General de Meza mit ihm den Posten des Stabschefs der 2. Division. Während des Krieges wurde Wörishöffer Ritter des Dannebrogordens (1848) und Träger des Dannebrog-Kreuzes in Silber (1851).
Im Deutsch-Dänischen Krieg
Nach der Auflösung des Feldheeres wurde Wörishöffer Kommandeur des 6. Reservebataillons und Kommandeur des besetzten Eidersted-Gebiets. Bereits im Herbst desselben Jahres wurde er im Rang eines Oberstleutnants als Kommandeur des 2. Bataillons des Holsteinischen Bundeskontingents eingesetzt, das 1852 als 16. Bataillon in die dänische Armee aufgenommen und in Kopenhagen stationiert wurde. Dieses Kommando behielt er auch nach seiner Ernennung zum Oberst im Jahr 1860, wurde jedoch bei der Mobilmachung 1863 zum Kommandeur der 3. Infanteriebrigade ernannt, obwohl General de Meza, der zum Generalmajor ernannt worden war, ihn gerne als Stabschef gehabt hätte. Im März 1864 erhielt er das Kommandeurskreuz des Dannebrogordens. Wörishöffer führte seine Brigade insbesondere während der Belagerung von Düppel mit Geschick und bewies erneut seine Fähigkeiten als erfahrener Truppenführer. Im Juli wurde er zum Generalmajor ernannt und erhielt kurz darauf nach General P.F. Steinmann das Kommando über die 3. Division, eine Position, die er allerdings nach Kriegsende aufgeben musste.
Spätere Laufbahn
1865 wurde er zum kommissarischen Kommandeur in Kopenhagen ernannt, im folgenden Jahr zusätzlich zum Kommandeur der Kopenhagener Bürgerstreitkräfte und 1867 zum Kommandeur der Fünen-Brigade in Nyborg. 1872 kommandierte er die Lagerdivision in Hald. 1874 erhielt Wörishöffer das Großkreuz des Dannebrogordens und wurde kurz darauf aus Altersgründen im Rang eines Generalleutnants aus dem aktiven Dienst entlassen. Seine letzten Tage verbrachte er in Kopenhagen, wo er am 12. Dezember 1892 starb.
Er ist auf dem Garnisonsfriedhof begraben. Die Straße Wørishøffersgade in Nyborg ist nach ihm benannt.
Literatur
- P.N. Nieuwenhuis: Philipp Wörishöffer. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 19: Vind–Oetken. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1905, S. 259–261 (dänisch, runeberg.org).
Weblinks
- Johann Andreas Philipp Ferdinand von Wörishöffer. In: gravsted.dk. Abgerufen am 29. September 2025 (dänisch).
- Erik F. Rønnebech: Johann Andreas Philipp Ferdinand Wörishöffer (1804-1892). In: fredericiashistorie.dk. 7. Mai 2023, abgerufen am 1. Oktober 2025 (dänisch).