Philipp Matthäus (Mediziner, 1621)
Philipp Matthäus (auch: Phillipus Matthaeus; * 11. Dezember 1621 in Marburg; † 29. Dezember 1700 in Franeker) war ein deutscher Mediziner.
Leben
Matthäus war ein Sohn des Oberhofpredigers von Kassel Bernhard Matthaeus (* 18. Februar 1588 – 27. Juli 1655) und dessen Frau Elisabeth (geborene Orting). Er hatte eine vorbereitende Ausbildung genossen und 1639 die Schule in Kassel besucht. Dort wurde Johannes Combach (1585–1651) sein prägender Lehrer in Philosophie und Rhetorik und Johann Peter Dauber (1598–1650) vermittelte ihm eine umfangreiche Kenntnis der Literatur. Hiernach setzte er seine Ausbildung in Groningen und Bremen fort, wo Gerhardus de Neufville (1590–1648) ihn vor allem für Medizin begeisterte. Nach seiner Ausbildung in Bremen begann er 1645 ein Studium an der Universität Franeker, wo er die Vorlesungen von Johannes Antonides van der Linden (1609–1664) hörte. 1650 wurde er an der Universität Leiden nach der Verteidigung der Dissertatio de Ictero zum Doktor der Medizin promoviert.
Nach Franeker zurückgekehrt, wurde er schon im Folgejahr an der Stelle von van der Linden, der nach Leiden berufen worden war, Professor der Medizin und Botanik. Als solcher erhielt er viele ehrenvolle Berufungen, zum Beispiel als Honorarprofessor und Archiater von Friesland. Er wurde auch Mitglied des Rates und Bürgermeister der Stadt. Hermann Alexander Roëll hielt ihm eine Gedächtnispredigt, die 1701 in Franeker herausgebracht wurde. Sein Bild wurde von Johann Schotanus in Kupfer gestochen und mit einem lateinischen Text versehen.
Familie
Matthäus war zweimal verheiratet.[1]
- 1. mit Sophia (geborene Sixt), einer Tochter des Jan Sixt und der Anna Nicolai, mit der er drei Töchter hatte.
- 2. seit 1683 mit Maria (geborene Hanenburgh)
- Sohn Bernhard Matthaeus (* nach 1682), der erst Student der Rechte in Franeker wurde, später Leutnant der Kavallerie ⚭ N. Schoonleben.
Literatur
- Friedrich Wilhelm Strieder: Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten und Schriftsteller-Geschichte. Cramer, Cassel 1788, 8. Band, S. 252.
- Matthaeus (Philippus). In: Karel Johan Reinier van Harderwijk, Gilles Dionysius Jacobus Schotel (Hrsg.): Biographisch woordenboek der Nederlanden. Teil 12, 1. Stück: M – Meteren (Adriaan Cuyk van. J. J. van Brederode, Haarlem 1869, S. 391–392 (niederländisch, digitale-sammlungen.de, dbnl.org).
Einzelnachweise
- ↑ Matthaeus (Philippus). In: Karel Johan Reinier van Harderwijk, Gilles Dionysius Jacobus Schotel (Hrsg.): Biographisch woordenboek der Nederlanden. Teil 12, 1. Stück: M – Meteren (Adriaan Cuyk van. J. J. van Brederode, Haarlem 1869, S. 391–392 (niederländisch, digitale-sammlungen.de, dbnl.org).