Philip Kan Gotanda

Philip Kan Gotanda (* 17. Dezember 1951 in Stockton, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Dramatiker, Librettist, Regisseur, Musiker und Filmemacher.[1]

Leben

Philip Kan Gotanda wurde 1951 in Stockton geboren und gehört der dritten Generation japanischstämmiger US-Amerikaner (Sansei) an. Er ist vor allem für seine Theaterstücke bekannt, in denen er sich mit den Erfahrungen japanisch- und asiatischstämmiger Menschen auseinandersetzt. Zu seinen bekanntesten Werken zählen The Wash, The Ballad of Yachiyo und Yankee Dawg You Die.[1]

Er ist der jüngste von drei Söhnen von Wilfred Itsuta und Catherine Mitsuye Gotanda. Seine Eltern waren während des Zweiten Weltkriegs aufgrund der Executive Order 9066 inhaftiert, zunächst in einem provisorischen Internierungslager auf dem Messegelände von San Joaquin County in Stockton und später im Lager Rohwer in Arkansas. Nach ihrer Freilassung kehrte die Familie nach Stockton zurück. Als Jugendlicher konzentrierte sich Gotanda zunächst auf Musik, schrieb eigene Lieder und trat in Bands auf. 1969 begann er ein Psychologiestudium an der University of California in Santa Cruz. Während seines dritten Studienjahres hielt er sich ein Jahr in Japan auf und studierte dort Töpferei bei Hiroshi Seto.[2] Nach seiner Rückkehr schloss er ein Bachelorstudium in Japanese Art Studies an der University of California in Santa Barbara ab. Anschließend studierte er an der Hastings University of the Law[3] in San Francisco und erwarb 1978 den Doktortitel. Während seines Jurastudiums schrieb und performte er Lieder, die sich mit der japanisch-amerikanischen Geschichte und Identität befassten. Er war Mitbegründer der Asian American Music Organization. Parallel zu seiner Tätigkeit bei der North Beach–Chinatown Legal Aid Society schrieb er sein erstes Theaterstück, das Musical The Avocado Kid, or Zen in the Art of Guacaole, das 1978 bei den East West Players unter der Regie von Mako uraufgeführt wurde.[1][4]

In den folgenden Jahrzehnten schuf Philip Kan Gotanda ein umfangreiches Werk für Theater, Performance und Musik. In seinen Stücken behandelt er Themen wie interkulturelle Ehen (Yohen), Familienkonflikte und Generationenfragen (The ash), historische Beziehungen zwischen afroamerikanischen und japanisch-amerikanischen Gemeinschaften (After the War), die Lebensrealität homosexueller asiatisch-amerikanischer Künstler in Hollywood (Yankee Dawg You Die), Gewalt gegen Frauen (A Fist of Roses) sowie transnationale Fragestellungen (I Dream of Chang and Eng, Love in American Times). After the War wurde 2007 am American Conservatory Theater uraufgeführt. Für das Werk Manzanar: An American Story (2005) schrieb Gotanda das Libretto und führte Regie, während Kent Nagano die Musik leitete. Das Stück Sisters Matsuoto thematisiert das Leben dreier Schwestern unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Zahlreiche Stücke Gotandas liegen in Sammelbänden vor, darunter No More Cherry Blosoms und Fish Soup and Other Plays. Mehrere seiner Theaterarbeiten wurden ins Japanische und Chinesische übersetzt. Zu seinen Hörspielen zählen Adaptionen von Sisters Mastumoto und The Ballad of Yachiyo.[1]

Philip Kan Gotanda war zudem Musiker in verschiedenen Ensembles, darunter Bamboo mit David Henry Hwang, Sam Takemoto und Robert Kikuchi-Yngojo sowie Joe Ozu and the New Orientals. Seit 2019 arbeitet er mit John Duykers und Max Gitech Duykers an einer neuen Oper. Philip Kan Gotanda war außerdem als Musiker in verschiedenen Ensembles tätig, darunter Bamboo mit David Henry Hwang, Sam Takemoto und Robert Kikuchi-Yngojo sowie Joe Ozu and the New Orientals. Seit 2019 arbeitet er mit John Duykers und Max Gitech Duykers an einer neuen Oper.[1]

Als Filmemacher realisierte er Kurz- und Langfilme. Sein Spielfilmdebüt Life Tastes Good (1999) wurde im Rahmen des American Spectrum des Sundance Film Festivals gezeigt. Seine Kurzfilme The Kiss und Drinking Tea wurden mehrfach ausgezeichnet und landesweit auf PBS ausgestrahlt. 1988 wurde sein Stück The Wash als Spielfilm adaptiert, für den er das Drehbuch schrieb.[1]

Philip Kan Gotanda erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter ein Guggenheim-Fellowship, den East-West-Players-Visionary-Award, den Flora-Roberts-Preis der Dramatists Guild sowie Preise des PEN Center West und des San Francisco Film Festivals.[1]

Das Philip Kan Gotanda Archive befindet sich in der Library of Congress in Washington, D.C.[1]

Gotanda ist Professor im Department of Theater, Dance and Performance Studies an der University of California in Berkeley. Er lebt in Berkeley, Kalifornien, zusammen mit seiner Ehefrau, der Schriftstellerin und Produzentin Diane Emiko Takei.[1][4]

Literatur

  • Philip Kan Gotanda: No More Cherry Blossoms. University of Washington Press, 2005.
Commons: Philip Kan Gotanda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i Philip Kan Gotanda | Densho Encyclopedia. Archiviert vom Original am 24. Mai 2025; abgerufen am 23. November 2025 (englisch).
  2. Seto Hiroshi. Abgerufen am 23. November 2025 (englisch).
  3. UC Law San Francisco | (Formerly UC Hastings). Abgerufen am 23. November 2025 (amerikanisches Englisch).
  4. a b Biography. Abgerufen am 23. November 2025 (amerikanisches Englisch).