Phil Upchurch
Phil Upchurch (* 19. Juli 1941 in Chicago; † 23. November 2025 in Los Angeles[1]) war ein US-amerikanischer Jazzgitarrist und Bassgitarrist des Rhythm and Blues und Rockjazz.
Leben und Wirken
Upchurch begann seine Musikerkarriere in R&B-Bands, wie den The Kool Gents, The Dells und The Spaniels. Zudem arbeitete er freiberuflich mit Musikern wie Jerry Butler. 1961 formierte er eine eigene Band, mit der er den Hiterfolg „You Can’t Sit Down“ einspielt, der #30 der US-Charts erreichte. Der Band gehörten damals der Organist Cornell Muldrow, der Saxophonist David „Bubba“ Brooks, der Trompeter Mac Johnson und der Schlagzeuger Joe Hoddrick an. Nach weiteren Tanzplatten wurde er Mitte der 1960er zum Wehrdienst einberufen.[1]
Upchurch wirkte dann als gefragter Studiomusiker zunächst bei Chess Records an zahlreichen Aufnahmen von Bo Diddley, Muddy Waters, Gene Chandler, Jimmy Reed und Howlin’ Wolf mit. Auch war er in den Studios von Sue Records und Cadet Records tätig. 1967 war er an Stan Getz’ Hommage an Burt Bacharach, What the World Needs Now, beteiligt. Tommy LiPuma produzierte seine Alben Darkness, Darkness und Lovin' Feelin’; 1975 folgte mit dem Pianisten und Sänger Tennyson Stephens das Album Upchurch Tennyson, das Creed Taylor produzierte und für das Bob James arrangierte. In den 1970er Jahren war er vor allem an Fusion-Alben von Dizzy Gillespie (The Real Thing), Grover Washington, George Benson (Breezin’, 1976), The Crusaders und Ben Sidran beteiligt; für Benson arrangierte er auch. Zudem spielte er 1974 auf einem der letzten Alben von Cannonball Adderley (Pyramid) vor dessen Tod, begleitete aber auch Curtis Mayfield und Donny Hathaway.[1]
In den nächsten Jahrzehnten arbeitete Upchurch mit Joey DeFrancesco, Red Holloway, Chaka Khan, Booker T. Jones, Leroy Hutson, John Klemmer, Jack McDuff, Carmen McRae, John Pisano, David Sanborn, Jimmy Smith und Michael Jackson (so auf dem Album Off The Wall) zusammen. Neben der Studioarbeit leitete er aber eigene Gruppen und veröffentlichte gelegentlich eigene Alben. 2001 legte er das von der Kritik gelobte Album Tell the Truth! vor.[2][3]
Upchurch erhielt 1997 den Pioneer Award der Rhythm and Blues Foundation.
Diskographie
- You Can’t Sit Down (Boyd 1961)
- You Can’t Sit Down, Part Two (United Artists 1961)
- Twist the Big Hit Dances (United Artists 1961)
- Feeling Blue (Milestone 1968)
- Upchurch (Cadet Concept 1968)
- The Way I Feel (Cadet Concept 1969)
- Darkness, Darkness (Blue Thumb Records 1972)
- Lovin’ Feelin’ (Blue Thumb 1973)
- Upchurch Tennyson (Kudu 1975)
- Phil Upchurch (1978)
- Revelation (Jam 1982)
- Name of the Game (Jam 1983, mit Marlena Shaw)
- Companions (Paladin 1985)
- L.A. Jazz Quintet (Pro Arte 1986)
- All I Want (Ichiban 1991)
- Whatever Happened to the Blues (Go Jazz 1992, mit Clyde Stubblefield, Fred Wesley, James Van Buren, Jevetta Steele, Lenny Castro, Les McCann, Maceo Parker, Pee Wee Ellis, Pops Staples, Rosie Gaines)
- Love Is Strange (Go Jazz 1995, mit Chaka Khan, Mavis Staples, Ben Sidran und Bob Malach)
- Whatever Happened to the Blues? (Ridgetop/Bean 1997)
- Rhapsody & Blues (Go Jazz 1999)
- Tell the Truth! (Evidence 2001)
Weblinks
- Phil Upchurchs Webpräsenz
- Phil Upchurch bei soulwalking.com
- Phil Upchurch bei Discogs
- Phil Upchurch bei AllMusic (englisch)
Lexikalischer Eintrag
- Richard Cook, Brian Morton: The Penguin Guide of Jazz on CD. 6. Auflage. Penguin, London 2002, ISBN 0-14-051521-6.
Einzelnachweise
- ↑ a b c Mikael Wood: Guitarist Phil Upchurch, who played with Donny Hathaway and Michael Jackson, dies at 84. In: Los Angeles Times. 3. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Besprechung des Albums von Paula Edelstein bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Kevin Le Gendre: Phil Upchurch: Tell The Truth. In: Jazzwise. Februar 2024, abgerufen am 2. Dezember 2025 (englisch).