Pferdebrot
Pferdebrot ist eine Brotsorte aus dem Sauerland. Unter Pferdebrot kann auch ein spezielles Futtermittel für Pferde verstanden werden.
Sauerland
Im Sauerland war Pferdebrot eine gebräuchliche Brotsorte. Weizenkleie und Roggenschrot wurden zusammen mit Sauerteig angesetzt, um danach eine Nacht zu gehen. Der geknetete Teig kam in mit Rüböl ausgestrichene Eisenkästen. Das Brot verblieb etwa 20 Stunden im Backofen, dessen Türen mit Lehm abgedichtet waren.[1]
Brot als Ersatzfuttermittel für Pferde
Im 18. Jahrhundert wurden in England vereinzelt Pferde, die für Distanzritte trainiert wurden, neben Hafer auch mit Futterbrot gefüttert. Dieses Futterbrot wurde je nach Trainingsphase aus unterschiedlichen Anteilen von Weizen- und Bohnenmehl hergestellt.[2] Zahlreiche Experimente, unter anderem vom Militär, beschäftigten sich mit getrocknetem Futterbrot oder Zwieback, das vor der Fütterung teilweise eingeweicht werden musste. Futterbrot setzte sich nicht flächendeckend als Pferdefutter durch, da die Herstellung durch Mahlen und Backen des Hafers aufwändig war und die Pferde den Hafer besser vertrugen.[3]
Belege
- ↑ Hinrich Siuts: Bäuerliche und handwerkliche Arbeitsgeräte in Westfalen. Die alten Geräte der Landwirtschaft und des Landhandwerks 1890–1930. Aschendorff, Münster 1982, ISBN 3-402-04126-X, S. ?
- ↑ Ulrike Bernemann: Krippenfuttermittel für Pferde, Entwicklungen vom Beginn des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts (Mitteleuropa und Nordamerika), Dissertation, Hannover 2005 (Online, PDF, S. 103)
- ↑ Ulrike Bernemann: Krippenfuttermittel für Pferde, Entwicklungen vom Beginn des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts (Mitteleuropa und Nordamerika), Dissertation, Hannover 2005 (Online, PDF, S. 103–120)