Pfarrkirche Statzendorf
Die römisch-katholische Pfarrkirche Statzendorf steht leicht erhöht über der Hauptstraße am südlichen Ortsrand von Statzendorf in der gleichnamigen Gemeinde in Niederösterreich. Die dem Hl. Markus (Patrozinium am 25. April) geweihte Pfarrkirche gehört zur Dekanat Göttweig der Diözese St. Pölten. Die Gebäude und der umgebende Friedhof stehen unter Denkmalschutz (Listeneintrag).
Geschichte
Eine Kapelle in Statzendorf ist erstmals 1284 urkundlich belegt. Im Zuge der josephinischen Umstrukturierungen wurde 1784 die Pfarre aus Teilen der Pfarren Herzogenburg, Oberwölbling und Getzersdorf gebildet und dem Stift Herzogenburg inkorporiert. Aus dieser Zeit stammt auch das heutige Gotteshaus.
Restaurierungen erfolgten 1965 und 1982/1983.
Architektur
Das Kirchenäußere zeigt ein Langhaus mit Rundbogenfenstern unter einem Satteldach. Der eingezogene Chor mit gotischen Bauteilen mit teils zugemauerten Rundbogenfenster schließt mit einem runden Schluss. Der nordseitige Sakristeianbau hat eine Tür mit der Jahresangabe 1794. Der vorgestellte im Kern gotische Westturm mit einer Putzrahmengliederung trägt einen Zwiebelhelm aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es gibt weitere Anbauten um 1880.
Das Kircheninnere zeigt im Langhaus einen breiten Saalraum mit einer Lisenengliederung unter einer Flachdecke mit zwei Stuckfeldern. Die Westempore auf zwei Säulen entstand um 1900. Der breite Triumphbogen ist korbbogig. Der einjochige Chor unter einem Platzlgewölbe hat eine segmentbogige Apsis. In der Nordwand befindet sich eine geohrte Sakristeitür um 1794. Das Turmerdgeschoß hat ein Stichkappentonnengewölbe aus dem 18. Jahrhundert.
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Blick vom Eingang zum Altar
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Der Altarraum
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Der „Steinerne Laib Brot“
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Der rückwärtige Teil der Kirche vom Altar aus gesehen
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Die Pfarrkirche von der nordwest-Seite aus gesehen
Einrichtung
Die ehemalige barocke Einrichtung mit drei Altären und einer Kanzel wurde im Zuge der liturgischen Neuordnung 1964 weitgehend entfernt. Der Volksaltar, das Lesepult und der Tabernakel zeigen sich in schlichten blockhaften Formen aus Marmor und Bronze aus 1983/1984. Die Emailarbeiten an Ambo und Tabernakel schuf Professor Martin Seitz.
Es gibt Konsolstatuen Herz Jesu und Maria Lourdes um 1900, einen Figurenbaldachin aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit einer rezenten Statue Maria mit Kind aus dem 20. Jahrhundert, ein Kruzifix aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, ein Relief Mariazeller Gnadenmadonna mit Strahlenkranz aus dem 18. Jahrhundert. Ein Bild Kreuzigung Christi ist aus dem 19. Jahrhundert. Die Kreuzwegbilder in neugotischen Rahmen entstanden im späten 19. Jahrhundert.
Das gebuckelte Taufbecken entstand um 1700.
Ein Steinerne Laib Brot liegt auf einem Säulenstumpf. Einer Sage nach soll eine Bäuerin hungrigen Wallfahrern auf dem Weg nach Mariazell einen Laib Brot verweigert haben, der infolge versteinerte. Dieser einem Laib Brot gleichende Stein wurde in die Pfarrkirche gebracht. Hier wurde er von den Wallfahrern später immer wieder besucht, sodass die Pfarrkirche auch Kirche zum Steinernen Laib Brot genannt wird.
Vier Glocken goss Josef Pfundner (Glockengießerei Pfundner) im Jahr 1948.
Das ehemalige Turmuhrwerk baute Wilhelm Stiehl 1891.
Orgel
Die neue zweimanualige Orgel der Gebrüder Reil (Niederlande) mit 14 Registern wurde nach einer vierjährigen Planungs- und Bauzeit am 31. Mai 1992 geweiht.
Das Instrument hat folgende Disposition:[1]
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- Koppel: II/I (Schiebekoppel), I/P, II/P
- Tremulant auf das ganze Werk
- Wohltemperierte Stimmung: Werkmeister III
Friedhof
- Die ehemalige Aufbahrungshalle um 1800 steht neben der Pfarrkirche. Der Rechteckbau unter einem Satteldach hat Eckrustika und ein profiliertes Gesims.
- Die neue Aufbahrungshalle aus 1974 westlich der Pfarrkirche plante der Architekt Leo Kammel junior.
- Kriegerdenkmal um 1920 westlich der Pfarrkirche. Die Figur Adler befindet sich auf einem massiven Pfeilerpostament mit Gedenktafeln für die Gefallenen beider Weltkriege.
Literatur
- Statzendorf, Pfarrkirche hl. Markus, Friedhof, Pfarrhof. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich südlich der Donau 2003, S. 2272–2273.
Weblinks
- Pfarrkirche Statzendorf / Webauftritt des Stiftes Herzogenburg
- Webauftritt der Pfarre Statzendorf
- Pfarre und Pfarrhof Statzendorf / Webauftritt der Gemeinde Statzendorf ( vom 6. Mai 2015 im Internet Archive)
- Statzendorf – Geschichte des Ortes. Statzendorf, abgerufen am 8. August 2019.
Einzelnachweise
- ↑ Beschreibung der Orgeldisposition im Programmheft „Orgelkonzert: 20 Jahre Reil-Orgel in der Pfarrkirche Statzendorf“, Juni 2012
Koordinaten: 48° 18′ 21,6″ N, 15° 38′ 31,2″ O