Pfarrkirche St. Georgen am Fillmannsbach

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Georgen am Fillmannsbach mit dem Patrozinium hl. Georg steht im Ort St. Georgen am Fillmannsbach in der Gemeinde St. Georgen am Fillmannsbach in Oberösterreich. Seit dem 1. Jänner 2023 gehört St. Georgen am Fillmannsbach als eine von 14 Pfarrteilgemeinden zur Pfarre Braunau der Diözese Linz. Die Kirche und der Friedhof stehen unter Denkmalschutz (Listeneintrag).

Geschichte

Eine Kirche wurde 1040 urkundlich genannt. Der gotische Kirchenbau aus Konglomerat (Nagelfluh) entstand um 1460.

Architektur

Das einschiffige, dreijochige Langhaus und der leicht eingezogene zweijochige Chor mit einem Dreiachtelschluss haben Netzrippengewölbe mit einer geknickten Reihung der Rippen. Die dreiachsige Westempore steht auf Kielbögen und ist netzrippenunterwölbt. Der gotisch erhaltene Westturm trägt einen achtseitigen Spitzhelm mit abgekappten Giebeln und hat ein Läuthaus mit einem Sternrippengewölbe. Das reich profilierte spitzbogige Südportal und einem gotischen Türbeschlag mit Gitter und Lilien hat eine netzrippengewölbte Vorhalle. Die Sakristeitür hat einen gotischen Beschlag.

Südlich an der Kirche ist eine Gruftlaube der Familie König angebaut und beinhaltet einen Wandaltar aus dem zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts.

Ausstattung

Der Hochaltar aus 1757 zeigt ein Altarbild des Malers Josef Brandstätter aus Braunau und trägt die Seitenstatuen Florian und Martin aus dem dritten Viertel des 17. Jahrhunderts. Zwei gotische Figuren Katharina und Barbara aus dem Ende des 15. Jahrhunderts sind an der Emporenbrüstung.

Orgel

Im Jahr 1848 stellte Johann Mauracher (1818–1884) aus Braunau eine neue Orgel mit 6 Registern auf.[1]

Kalvarienberg

Am 29. Mai 1826 wurde der Grundstein für die Errichtung einer Kalvarienbergkapelle auf einer privaten Parzelle gelegt, die zum Burgerhaus mit der Anschrift Fillmannsbach Nr. 2 (Inhaber: Beno Weilbuchner) gehört. Zwei Männer aus dem Wirtshaus zu Fillmannsbach, Johann Templ (Wirtschafter) und Kaspar Kreill (Hausknecht) errichteten den Kalvariernberg. An der steilen Stiege, die Johann Templ allein schuf, sind Stationen aufgestellt, in denen die Geheimnisse des Schmerzhaften Rosenkranzes dargestellt sind. Das Christusbild in der Kapelle war früher in der Pfarrkirche, oberhalb des Altars, angebracht gewesen. In einem Stifterbrief wurde festgehalten, dass jährlich am 29. Mai eine Messe für Johann Templ, Kaspar Kreill und Pfarrer (1817–1830) Balthasar Richtsfeld gelesen werden soll. Zum 100-Jahr-Jubiläum im Jahr 1926 wurde die Kapelle aufwändig renoviert.[2]

Die Anlagen, insbesondere die Kalvariernbergkapelle, die 2026 ihr 200-jähriges Bestehen feiern soll, wirken verfallen.

Orgel der Kalvarienbergkapelle

Kaspar Kreill sorgte im Jahr 1844 für die Anschaffung eines Positivs, es war 1 m hoch, ebenso lang und 60 cm breit. Dieses Positiv war später unbrauchbar; im Jahr 1865 reparierte es deswegen der Braunauer Orgelbauer Franz Ehrlich. Er setzte neue zinnerne Pfeifen ein und stimmte das kleine Orgel-Instrument.[3]

Persönlichkeiten

Liste der Pfarrer

  • 1. Matthäus Waishaidinger (1787–1806), in St. Georgen begraben.
  • 2. Rivardus (Josef) Eder (1806–1809)
  • 3. Alois Zellner (1809–1813)
  • 4. Valentin Mayerleuthner (1814–1817)
  • 5. Balthasar Richtsfeld (1817–1830)
  • 6. Johann Nep. Stöhr (1831–1861)
  • 7. Leopold Seyfried (1861–1863), in St. Georgen begraben.
  • 8. Franz de Paula Resch (1863–1877)
  • 9. Franz X. Pfeffer (1877–1904), in St. Georgen begraben.
  • 10. Alois Asamer (1905–1906)
  • 11. Jakob Peham (1906–1909)
  • 12. Michael Wilflingseder (1910–1957),[4] in St. Georgen begraben.

Literatur

  • Erwin Hainisch: St. Georgen am Fillmannsbach, Pfarrkirche. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Oberösterreich. 6. Auflage. Wien 1977, S. 274 (Neubearbeitet von Kurt Woisetschläger. Vorworte zur 3. Auflage (1958) und 4. Auflage (1960) von Walter Frodl).
  • Michael Wilflingseder: Geschichte des Kalvarienberges in St. Georgen a. Fillmansbach. In: Neue Warte am Inn. Nr. 2, 8. Januar 1926, S. 9–10 (mit Fortsetzung in Nr. 3, 15. Jänner 1926, S. 9–10).
  • Michael Wilflingseder: Zur Geschichte von St. Georgen am Filmansbach. In: Neue Warte am Inn. 17. August 1928 (6 Folgen, wöchentlich bis 21. September 1928).
Commons: Pfarrkirche St. Georgen am Fillmannsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Orgel 1848. In: Neue Warte am Inn, 14. September 1928, S. 8. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwi
  2. Geschichte des Kalvarienberges zu St. Georgen a. Fillmansbach. In: Neue Warte am Inn, 8. Jänner 1926, S. 9. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwi
  3. Geschichte des Kalvarienberges in St. Georgen a. Fillmansbach. In: Neue Warte am Inn, 15. Jänner 1926, S. 9. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwi
  4. Konsistorialrat Michael Wilflingseder (* 27. September 1878 in Peuerbach; † 29. Dezember 1857 in St. Georgen a.F.) wurde am 13. August 1941 wegen Abhörens von Auslandssendern verhaftet und ins Zuchthaus Stein a. D. gebracht. Enthaftet am 12. Feber 1943.

Koordinaten: 48° 7′ 34,9″ N, 13° 1′ 1,2″ O