Pfarrkirche Oberperfuss
Die Pfarrkirche Oberperfuss steht in Riedl in der Gemeinde Oberperfuss im Bezirk Innsbruck-Land im Bundesland Tirol. Die dem Patrozinium hl. Margareta unterstellte römisch-katholische Pfarrkirche gehört zum Dekanat Axams in der Diözese Innsbruck. Die Kirche und der Friedhof stehen unter Denkmalschutz (Listeneintrag).
Geschichte
Urkundlich wurde 1391 eine Kirche genannt. An der Stelle einer spätgotischen Kirche wurde 1729 ein Kirchenneubau nach den Plänen des Baumeisters Gallus Gratl erbaut und 1734 geweiht. Die Kirche wurde 1891 zur Pfarrkirche erhoben. 1970 war eine Innenrestaurierung.
Architektur
Der barocke Saalbau mit einem mächtigen Nordturm ist von einem Friedhof umgeben.
Der im Kern gotische Turm an der Langhausnordseite trägt ein durch Gesimse abgesetztes barockes Glockengeschoß mit rundbogigen Schallfenster, er trägt auf geschweiften Kompositgiebeln Wasserspeier und eine Zwiebelhaube mit Laterne. Der leicht eingezogene Chor hat einen polygonalen Schluss. Der zweigeschoßige Sakristeianbau steht nordseitig am Turm und am Chor. Das Langhaus zeigt eine barocke Westfront mit einem geschweiften Giebelabschluss mit zwei Rundbogenfenstern zwischen kleineren Figurennischen. Das Mosaikmedaillon Maria mit Kind im Giebelbereich wurde um 1900 von Josef Pfefferle nach einem Entwurf von Max Gehri ausgeführt. Das spätgotische gekehlte Westportal ist rundbogig. Die Sonnenuhr am Langhaus schuf der Geograph Peter Anich um 1750.
Das Kircheninnere zeigt ein vierjochiges Langhaus und einen einjochigen Chor mit einem Fünfachtelschluss, beide unter Tonnengewölben mit Stichkappen auf einer Pilastergliederung der Wände, die Fenster sind rundbogig. Das Langhausjoch vor dem Chor ist seitlich um eine Pfeilerbreite erweitert. Des Westempore steht auf schlanken Stützen. Der Chorbogen ist rundbogig. Die ehemalige Katharinenkapelle und heutige Taufkapelle im Turmerdgeschoß ist kreuzgratgewölbt und rundbogig zum Langhaus geöffnet.
Reiche Laub-Bandlwerk-Stukkaturen um 1730 schmücken die Gewölbe, die Fensterbekrönungen und den Chorbogen. Die Gewölbemalereien in Medaillons schuf Franz Altmutter Ende des 18. Jahrhunderts. Sie wurden 1881 von Max Gehri im Nazarenerstil übermalt und 1970 durch Erwin Schwenninger wieder freigelegt. Die Malereien zeigen im Chor Glaube, Liebe und Hoffnung und die Verherrlichung der Eucharistie, im Langhaus hl. Wendelin, Martyrium der hl. Margareta, hl. Erhard und hl. Johannes Nepomuk, sowie Monochrombilder der Margaretenlegende in den Stichkappen.
Ausstattung
Die Altäre entstanden um 1734. Die Figuren der Seitenaltäre schuf der Bildhauer Gregor Fritz. Die Kreuzwegstationen malte Maria Anna Moser um 1800.
Das Orgelgehäuse schuf Franz Weber 1867, das Dekor wurde 1967 reduziert, das Brüstungspositiv schuf Reinisch-Pirchner 1967.
Grabdenkmäler
- Grabstein des Kartographen Peter Anich 1766.
Literatur
- Oberperfuss, Pfarrkirche hl. Margareta, in Riedl, 6 Kreuzwegstationen und Kriegergedächtniskapelle an der Friedhofsmauer, Filialkirche hl. Josef in Aigling, Poltenkapelle in Völsergasse. In. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Tirol 1980. S. 581.
- Hans Hochenegg: Die Kirchen Tirols. Die Gotteshäuser Nord- und Osttirols in Wort und Bild. Kommissions-Verlag der Marianischen Vereinsbuchhandlung, Innsbruck 1935, S. 163.
- R. Dollinger, Wiesauer: Pfarrkirche hl. Margareta. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 9. Januar 2026.
Weblinks
Koordinaten: 47° 14′ 39,9″ N, 11° 15′ 3,2″ O