Pfarrkirche Hohenwarth
Die römisch-katholische Pfarrkirche Hohenwarth steht auf einer Geländestufe nordöstlich über dem Ort Hohenwarth in der Marktgemeinde Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich. Die dem Patrozinium Erzengel Michael unterstellte Pfarrkirche gehört zum Dekanat Sitzendorf im Vikariat Unter dem Manhartsberg der Erzdiözese Wien. Das Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).
Geschichte
Eine Pfarre wurde im Ende des 11. Jahrhunderts genannt.
Architektur
Der im Kern romanische Kirchenbau mit einem gotischen Westturm und einem gotischen Chor und einem barockisierten Langhaus ist von einem Friedhof mit einer Friedhofsmauer umgeben und ist über eine gedeckte Kirchenstiege mit dem Ort verbunden.
Das Kirchenäußere zeigt einen vorgestellten gotischen Westturm unter einem Zeltdach, mit Schlitzfenstern und rundbogigen Schallfenstern, das Bruchsteinmauerwerk wurde auf Sicht gebracht. Dem Turm westlich vorgelagert steht ein rechtecker Anbau mit einer barocken Heilig-Grab-Kapelle aus dem 18. Jahrhundert. Vom romanischen Baukern ist an der Nordwand des Langhauses Quader- und Fischgrätmauerwerk mit einem rundbogigen Trichterfensterchen, 1949 freigelegt, erkennbar; das abschließende Putzband ist mit rot-weißen Dreiecken gemustert, darüber wurde das Mauerwerk barock erhöht, ein barockes Rundbogenfenster ist vermauert. An der Westwand des Langhauses ist die ursprüngliche Höhe mit einem Mauerrücksprung erkennbar. Die Südwand des Langhauses zeigt nahe dem Chor ein freigelegtes gotisches Spitzbogenfenster, wohl aus dem 14. Jahrhundert; südlich weiters Rundbogenfenster und ein übergiebelter Portalvorbau mit einem Spitzbogenportal um 1900.
Der einjochige Chor mit einem erkennbaren Achsknick nach Norden und einem Fünfachtelschluss, wohl aus dem 14. Jahrhundert, hat am Polygon abgetreppte Strebepfeiler und Gewände der ursprünglich zweibahnigen Spitzbogenfenster mit Resten von Dreipassmaßwerk, florale Flachreliefs wurden wohl sekundär vom ehemaligen romanischen Chorbau übernommen, die rundbogigen Fenster entstanden später. Südlich am Chor steht ein barocker Sakristeianbau.
Das Kircheninnere zeigt beim Turmportal Reste einer spätgotischen Verstäbung und in der Turmhalle ein Kreuzgratgewölbe. Die Heilig-Grab-Kapelle hat ein zweijochiges Kreuzgratgewölbe aus dem 18. Jahrhundert. Das schlichte Langhaus hat nach einem Brand 1645 eine Flachdecke. Die barocke Orgelempore über Pfeilerarkaden hat eine Kreuzgratunterwölbung. Der gotische Chor, nordwärts aus der Achse gerückt, hat ein Kreuzrippengewölbe mit Schlusssteinen auf Absenklingen mit Trichterkapitellen aus dem 14. Jahrhundert. Südlich hat der Chor ein Portal und eine Rundbogenöffnung zur kreuzgratgewölbten Sakristei.
Ausstattung
Das Deckenbild Hll. Dreifaltigkeit im Langhaus malte Franz Kaulfersch 1936. Die figurale Glasmalerei mit der Darstellung von Heiligen entstand 1936.
Einrichtung
Der Hochaltar um 1720 als Doppelsäulenretabel mit einer Glorie Hll. Dreifaltigkeit als Auszug hat Opfergangsportale mit Voluten. Er zeigt das Altarblatt Kampf des hl. Michael und trägt die Seitenfiguren der Heiligen Peter und Paul und einen Rokokotabernakel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Der Seitenaltar aus dem Ende des 17. Jahrhunderts als Spiralsäulenretabel mit Ädikulaaufsatz trägt eine gotische Sitzfigur hl. Maria aus dem dritten Viertel des 14. Jahrhunderts mit einem spätbarocken Kind.
Die Kanzel um 1730 zeigt am runden Korb in Kartuschenreliefs die Fußwaschung der hl. Maria Magdalena und den Emmausgang, auf dem glockigen Schalldeckel steht eine Statue hl. Paulus.
Es gibt die Konsolfiguren der Heiligen Maria Magdalena und Rochus um 1720 und eine barockisierende Figur hl. Sebastian. Zwei Bilder zeigen die Heilige Familie aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und Schmerzensmann aus dem 19. Jahrhundert.
Das gebuckelte Taufbecken aus Sandstein auf einem gebauchten Fuß entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Die Orgel baute Rudolf Novak 1971. Eine Glocke goss Mathias Prininger 1709.
Grabdenkmäler
Es gibt barocke Priestergrabsteine in Rotmarmor.
Literatur
- Hohenwarth, Pfarrkirche hl. Michael. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich nördlich der Donau 1990. S. 439–440.
Weblinks
Koordinaten: 48° 30′ 30,6″ N, 15° 49′ 42,1″ O