Pfaffschwende
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 51° 15′ N, 10° 6′ O | |
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Eichsfeld | |
| Verwaltungsgemeinschaft: | Ershausen/Geismar | |
| Höhe: | 350 m ü. NHN | |
| Fläche: | 4,02 km² | |
| Einwohner: | 291 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 72 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 37308 | |
| Vorwahl: | 036082 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EIC, HIG, WBS | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 61 075 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Kreisstr. 4 37308 Schimberg | |
| Website: | pfaffschwende.de | |
| Bürgermeister: | Mario Kaufhold | |
| Lage der Gemeinde Pfaffschwende im Landkreis Eichsfeld | ||
Pfaffschwende ist eine Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar im thüringischen Landkreis Eichsfeld.
Geographische Lage
Pfaffschwende liegt unweit der Grenze von Hessen und Thüringen an der Ostabdachung des Höhenzugs Gobert. Nachbarorte sind Volkerode im Nordwesten, Wiesenfeld im Nordnordosten, Sickerode im Osten und Kella im Südwesten.
Geschichte
Pfaffschwende wurde unter dem Namen Pfaffingeswenden im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der nahegelegenen Burg Greifenstein 1399 erstmals urkundlich erwähnt. Während des Bauernkrieges in den Jahren 1524/25 wurde der Ort vollständig zerstört, 1540 an gleicher Stelle jedoch wieder aufgebaut. Der Ort gehörte bis zur Säkularisation zu Kurmainz, von 1802 bis 1945 war er Teil der preußischen Provinz Sachsen.
Eine wichtige Erwerbsmöglichkeit für die Pfaffschwender waren seit etwa 1840 Erzeugnisse der Kattunweberei. In den Jahren 1922 bis 1924 erfolgte die Elektrifizierung des Ortes.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen infolge der Umsiedlung von Menschen aus den deutschen Ostgebieten auch einige Familien nach Pfaffschwende. Bis 1949 gehörte der Ort zur sowjetischen Besatzungszone und war ab 1949 Teil der DDR. Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Sickerode eingegliedert, ehe sie am 1. November 1953 wieder eigenständig wurde.
Durch eine Anordnung des Ministerrates der DDR wurde an der innerdeutschen Grenze ab 1952 eine 5-km-Sperrzone, in der sich der Ort befand, angelegt. Dadurch konnte der Ort von Bürgern, die im Inneren der DDR lebten, nicht mehr ohne Genehmigung besucht werden. Um sich in dem Ort aufzuhalten, musste im Personalausweis der Person ein Stempel mit dem Vermerk eingedrückt werden.
Mit der Wende 1989/1990 kam der Ort wieder in das erneut gegründete Bundesland Thüringen.
Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):
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- Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik
Gemeinderat
Der Rat der Gemeinde Pfaffschwende hat seit der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 folgende Zusammensetzung:[2]
- Verein für Brauchtum und Heimatpflege: 3 Sitze
- SV eitech Pfaffschwende: 2 Sitze
- Ortsgruppe der Landfrauen: 1 Sitz
Bürgermeister
Der ehrenamtliche Bürgermeister Mario Kaufhold wurde am 26. Juni 2022 gewählt. Zuvor waren seit 2016 Uwe Wagner und von 1999 bis 2016 Albert Griethe (SPD) im Amt.[3]
Gemeindepartnerschaft
Seit 1990 besteht eine Partnerschaft zur Gemeinde Windhagen in Rheinland-Pfalz.
Sehenswürdigkeiten
- römisch-katholische Kirche St. Bartholomäus
Wirtschaft und Verkehr
Eichsfelder Technik eitech GmbH
1955 wurde im strukturschwachen und grenznahen Ort ein erster Industriebetrieb aufgebaut, der VEB Federlaufwerk Pfaffschwende. Später wurde er in den VEB Spielwaren-Mechanik Pfaffschwende umgewandelt. Ende der 1960er Jahre baute des Werk im St. Johannesstift in Ershausen eine geschützte Abteilung auf, wo bis zu 30 Behinderte beschäftigt werden konnten.[4] 1977 erfolgte die Übernahme der Produktion der Construction (Metallbaukästen) in Pfaffschwende, der VEB Spielwaren-Mechanik war dann einziger Hersteller von Metallbaukästen in der DDR. Im Jahr 1981 wurde der Betrieb dem VEB Kombinat Spielwaren Sonneberg angeschlossen. Ein Jahr später wurde der VEB Metallspielwaren Weimar als Werk 2 dem Pfaffschwender Unternehmen angegliedert.
Produziert wurden Metallbaukästen der Marke Construction für die DDR und den Export in weitere Länder, Spielzeugplattenspieler mit Mini-Schaltplatten und weiteres Spielzeug. Der Betrieb war Trägereinrichtung des Sportvereins BSG Motor Pfaffschwende, dem heutigen SV Eitech Pfaffschwende.[5]
Bereits 1989 erfolgte die Privatisierung des Unternehmens zur Eichsfelder Technik eitech GmbH. Die Metallbaukästen Construction werden unter der neuen Marke eitech hergestellt.[6] Darüber hinaus werden Steinbaukästen unter dem Namen teifoc und anderes Kinderspielzeug produziert. Als Zweigbetrieb gibt es noch den Eitech Werkzeugbau.
Weitere Unternehmen
Weitere Kleinunternehmen haben sich im Ort angesiedelt, wie die COMET–Pumpen Systemtechnik, eine Metalltechnik-Firma, eine Fertigungstechnik und ein Garten- und Landschaftsbau.
Verkehr
Abseits größerer Orte ist Pfaffschwende verkehrstechnisch nur über die Kreisstraße 128 und die Buslinie 9 der EW-Bus erreichbar.
Vereine
Neben einer Freiwilligen Feuerwehr und einem Sportverein gibt es in Pfaffschwende auch einen Verein für Brauchtum und Heimatpflege.
Literatur
- Walter Fricke: Ortschronik von Pfaffschwende 1399–1999. Nach archivalischen, literarischen und anderen Quellen und Chronisten der Gemeinde. Hrsg.: Gemeinde Pfaffschwende. Pfaffschwende 1999, S. 160.
Weblinks
- www.ershausen-geismar.de – Offizielle Seite der Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar
- www.pfaffschwende.de – Offizielle Seite der Gemeinde Pfaffschwende
Einzelnachweise
- ↑ Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
- ↑ Wahlen in Thüringen, Gemeinderatswahl 2019 in Thüringen, Pfaffschwende. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 11. März 2023.
- ↑ Wahlen in Thüringen, Bürgermeisterwahl 2022 in Thüringen, Pfaffschwende. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 11. März 2023.
- ↑ Schrift. 100 Jahre Begletung von Menschen mit Behinderung. pdf St. Johannesstift Ershausen
- ↑ Ewald Heerda: 35 Jahre VEB Spielwaren-Mechanik Pfaffschwende, Kreis Heiligenstadt : 1955 - 1990. Pfaffschwende 1990
- ↑ Eichsfelder Technik eitech GmbH, Über uns. Auf: eitech.de, abgerufen am 28. Dezember 2024.