Petruskirche (Walkersbach)
Die evangelische Petruskirche steht in Walkersbach, einem Stadtteil von Plüderhausen im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Die Kirche gehört zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Namensgeber der Kirche ist Simon Petrus.
Geschichte
Bereits 1523 wird in Walkersbach eine Kirche „im Talgrund“ erwähnt, als Papst Hadrian VI. sie unter den Schutz des Apostels Petrus und des römischen Stuhls stellte. Sie war eine Filialkapelle von Oberurbach. Mit dem Mutterort Urbach wurde Walkersbach am 12. September 1536 evangelisch, nachdem das Kloster Elchingen seine Besitzrechte an Herzog Ulrich von Württemberg verkauft hatte.[1]
Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Kirche 1636 von kaiserlichen Truppen zerstört und bis 1669 neu errichtet. Nach erneuten Bauschäden im 18. Jahrhundert fand 1808 der letzte Gottesdienst in der alten Kirche statt. Der Neubau der heutigen Petruskirche erfolgte 1826. Die Baukosten beliefen sich auf 2116 Mark und wurden durch Spenden aus dem Land sowie örtliche Beiträge finanziert.[1] Der Pfarrer von Oberurbach hatte in der Kirche jährlich fünfmal Gottesdienst zu halten.[2]
Ein Friedhof wurde 1832 angelegt; zuvor mussten die Toten nach Urbach überführt werden. Bereits 1877 war eine Instandsetzung der zu leicht gebauten Kirche nötig, weitere Umbauten folgten 1926 und 1956.
Eine grundlegende Neugestaltung erfolgte 1962 unter Leitung des Architekten Paul Haag (Schorndorf). Dabei wurden Empore und Kanzel versetzt, ein neuer Altar angeschafft, ein Gemeindesaal angebaut, ein neuer Fußboden aus Solnhofer Platten verlegt und eine elektrische Heizung installiert. Auch erhielt die Kirche eine Orgel anstelle des bis dahin verwendeten Harmoniums. Bei den Arbeiten wurde der Grundstein von 1826 mit unversehrten Münzen des Königs gefunden, die heute in der Sakristei aufbewahrt werden.
1991 wurden Putz und Sandsteinsockel erneuert und das Innere neu gestrichen.
Walkersbach war bis 1991 eine Filiale von Urbach. Mit Wirkung vom 15. Oktober 1991 wurde die Gesamtkirchengemeinde Urbach-Walkersbach aufgelöst, seither wird die Kirchengemeinde Walkersbach vom Pfarramt Plüderhausen betreut.
Architektur und Innenausstattung
Die Petruskirche ist eine Saalkirche mit einem Walmdach und einem Dachreiter mit Schallöffnungen für die Glocken. Der Innenraum hat eine flache Decke und an zwei Seiten hölzerne Emporen.
Die Kanzel stammt aus der Zeit um 1570 und gilt als qualitätvolle Arbeit eines unbekannten Kunstschreiners. Der Taufstein aus Sandstein entstand 1826, die Dreisitze unter der Kanzel stammen vom alten Gestühl.
Das heutige Altarkreuz wurde 1962 angeschafft; die Christusfigur und das INRI-Band stammen vermutlich aus dem 17. Jahrhundert. Zu den älteren Kunstwerken gehören der barocke König David mit Harfe (frühes 18. Jahrhundert)[3] sowie vier Engel mit Musikinstrumenten (um 1700), vermutlich von einer früheren Orgel aus Urbach oder Welzheim.
Die farbigen Fenster wurden zwischen 1990 und 1992 von der Kunstglaserei Saile (Stuttgart) neu angefertigt.[1]
Glocken
Die kleinste Glocke stammt aus dem Jahr 1660 und trägt die Inschrift „Gott mit uns allen“. Eine 1682 gegossene Glocke wurde 1942 für Kriegszwecke eingezogen. 1951 erhielt die Kirche eine zweite Glocke (59 kg), 1994 folgte eine dritte (98 kg), gegossen von der Glockengießerei Bachert. Sie trägt die Inschrift „Alles was ihr tut, das tut in der Liebe“ und zeigt eine Taube mit Ölzweig. Anlässlich ihrer Aufhängung wurde der Glockenturm erneuert; die Einweihung fand am 7. August 1994 statt.[1]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Bürgerverein Walkersbach e.V., Plüderhausen - ev. Kirchengemeinde Walkersbach. Abgerufen am 30. Oktober 2025.
- ↑ Beschreibung des Oberamts Welzheim/Kapitel B 8 – Wikisource. Abgerufen am 5. Januar 2026.
- ↑ Kirchbau.de Datenblatt einzelne Kirche. Abgerufen am 17. April 2025.
Koordinaten: 48° 50′ 11,3″ N, 9° 38′ 16,7″ O