Petrus Abresch
Petrus Abresch (* 27. Januar 1736 in Middelburg; † 11. Dezember 1812 in Groningen) war ein niederländischer reformierter Theologe.
Leben
Abresch war ein Sohn des damaligen Rektors Friedrich Ludwig Abresch (29. Dezember 1699 – 16. Mai 1782) und dessen Frau Rebecca (geborene Trouillard), einer Tochter des Kaufmanns Simon Petrus Trouillard und hatte drei Brüder und drei Schwestern.[1] Den ersten Unterricht hatte er vom Vater erhalten. Sein Studium begann er 1752 an der Universität Groningen und setzte dies 1756 an der Universität Utrecht fort, um sich der Theologie zu widmen. So konnte er sich eingehend mit der griechischen, lateinischen und arabischen Sprache auseinandersetzen, wie die unter Sebald Rau (1725–1818) am 18. Juni 1756 verteidigte Abhandlung Specimen philologicum in Obadjae V: 1–8 (Utrecht 1756) zeigt.
1758 wurde er Prediger in Ingen, ging in gleicher Eigenschaft 1761 nach Dodewaard, 1765 in Hoorn und 1766 in Groningen. In Groningen wurde er Assistent von Theodorus Lubbers (1731–1804), übte einen großen Einfluss auf die Studenten aus und wurde 1773 zum Professor der Theologie berufen, womit er auch das Amt eines Universitätspredigers übernahm. Dieses Amt trat er mit einer Rede Oratio de hermeneutice sacra optimo doctrinae christianae praesidio an und hatte im selben Jahr zum Doktor der Theologie promoviert. Ein paar Jahre später unterrichtete er die Exegese des Neuen Testaments. Dazu hatte er die theologische Literatur von Johann August Ernesti verwendet.
Aus den Studien dieser Schriften, legte er den Grundstein seiner späteren biblischen Theologie. Da er Orthodoxer Theologe den neuen Zeiten nicht mehr neue Akzente hinzufügen konnte, wurden immer weniger seine Vorlesungen besucht. Schließlich erfolgte am 6. November 1812 seine Emeritierung. Im Laufe seiner Hochschullehrerzeit hatte er sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Groninger Hochschule beteiligt und war drei Mal Rektor der Alma Mater gewesen. Dazu hielt er 1775/76 die Rede De hodierna in doctrina religionis novandi lubidine, 1791/92 De communis hominum vitiositatis origine ac vi und 1799/1800 De sensu hermeneutico.
Familie
Abresch war mit Elisabeth (geborene Wicherts; um 1737 – 1822) verheiratet, mit der er mindestens einen Sohn hatte.
- Frederik Johannes Abresch († 1. März 1831) wurde Prediger in Finsterwolde
Werke
- De vexationibus Christianorum sub imperatoribus. Groningen 1776.
- Bedenkingen over ’s Heilands verzoeking in de woestijn. Utrecht 1765.
- Paraphrasis et annotationum in epistolam ad Hebraeos specimen I, II en III (Leiden 1786–90), IV ed. Heringa (Utrecht 1817).
Literatur
- Barend Glasius: Biographisch Woordenboek van Nederlandsche Godgeleerden. Verlag Gebr. Muller, s’ Hertogenbosch, 1851, Teil 1, S. 7–9 (niederländisch, knaw.nl).
- Willem Jozef Andries Jonckbloet: Gedenkboek der Hoogeschool te Groningen, ter gelegenheid van haar vijfde halve Eeuwfeest. J. B. Wolterus, Groningen 1864, S. 96–97 (niederländisch, books.google.de).
- Abresch (Petrus). In: Abraham Jacob van der Aa (Hrsg.): Biographisch woordenboek der Nederlanden. Teil 1: AA – Aytta. J. J. van Brederode, Haarlem 1852, S. 35–36 (niederländisch, digitale-sammlungen.de, dbnl.org).
- Lambregt Abraham van Langeraad, Hugo Visscher: Biographisch woordenboek van protestantsche godgeleerden in Nederland. Kemink & Zoon, Utrecht 1907 S. 7–10 (niederländisch, dbnl.org).
- Cornelis de Waard: Abresch (Petrus). In: Petrus Johannes Blok, Philipp Christiaan Molhuysen (Hrsg.): Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek. Teil 2. N. Israel, Amsterdam 1974, Sp. 6–7 (niederländisch, knaw.nl / dbnl.org – Erstausgabe: A. W. Sijthoff, Leiden 1912, unveränderter Nachdruck).
- C. Huisman: Abresch, Petrus. In. Biografisch lexicon voor de geschiedenis van het Nederlands protestantisme. Verlag Kok, Kampen, 2001, ISBN 90-435-0384-3, Bd. 5, S. 11, (niederländisch, resources.huygens.knaw.nl)
Weblink
- Literatur über Petrus Abresch in der Digitalen Bibliothek der Niederlande (DBNL)
Einzelnachweise
- ↑ Abresch (Frederik Lodewijk). In: Abraham Jacob van der Aa (Hrsg.): Biographisch woordenboek der Nederlanden. Teil 1: AA – Aytta. J. J. van Brederode, Haarlem 1852, S. 34–35 (niederländisch, digitale-sammlungen.de, dbnl.org).