Gemeinsame Organisation Petrobaltic

Gemeinsame Organisation Petrobaltic, GO Petrobaltic, Gemeinsame Organisation, Organisation-Petrobaltic[1], Petrobaltic-Konsortium[2] oder Petrobaltic war ein Joint Venture der DDR, der Volksrepublik Polen und der UdSSR, um Erdölfelder im Ostseewirtschaftsraum ausfindig zu machen.

Petrobaltic entstand, nachdem die drei beteiligten Staaten das „Abkommen über die Gründung der Gemeinsamen Organisation zur Durchführung von geologischen Erkundungsarbeiten auf Erdöl und Erdgas in der Ostsee im Bereich des Festlandsockels und des Untergrundes der Territorialgewässer der Deutschen Demokratischen Republik, der Volksrepublik Polen und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken“ am 24. November 1975 unterzeichnet hatten. Die Petrobaltic hatte einen Direktor und zwei Vizedirektoren. Der Direktor wurde immer von Polen gestellt, während die zwei Vizedirektoren jeweils von den beiden anderen Nationen gestellt wurden.[3] Sitz der Petrobaltic war Danzig. Die Organisation wurde von einem sechsköpfigen Rat aus jeweils zwei Mitgliedern der beteiligten Staaten geleitet. Die Mitglieder aus der DDR kamen aus dem Kombinat Erdöl-Erdgas und wurden im Auftrag des Ministeriums für Geologie entsendet. Die Petrobaltic betrieb die Bohrplattform Petrobaltic.[1]

Zum 31. Dezember 1990 wurde Petrobaltic als Joint Venture aufgelöst und zum 31. Mai 1991 liquidiert. Als Nachfolgeorganisation wurde durch das Industrieministerium der Republik Polen die Polski Petrobaltyk gegründet. Deutschland und die UdSSR wurden ausbezahlt.[3][4]

Einzelnachweise

  1. a b Petrobaltic-Besatzung nach Saßnitz gebracht. In: Neues Deutschland. Band 42, Nr. 58, 10. März 1987, ISSN 0323-3375, S. 2 (StaBi Berlin [PDF; 3,9 MB]).
  2. Matthias Warnecke: 3D-Modell des geologischen Untergrundes der Mecklenburger Bucht (Projekt TUNB). März 2021, S. 14, doi:10.13140/RG.2.2.21391.05285.
  3. a b Hilmar Rempel: Erdölgeologische Bewertung der Arbeiten der Gemeinsamen Organisation "Petrobaltic" im deutschen Schelfbereich (= Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und den Geologischen Landesämtern in der Bundesrepublik Deutschland [Hrsg.]: Reihe D. Nr. 99). Schweizerbart, 1992, ISSN 0341-6429.
  4. Petrobaltic No Longer a Combine. In: Oil & Gas Journal. 19. November 1990, ISSN 0030-1388 (archive.org).