Petro E. Petrides
Petro Epaminondas Petrides (* 24. Juni 1949 in Berlin) ist ein deutscher Internist mit den Schwerpunkten Hämatologie und internistische Onkologie sowie Biochemie und Pathobiochemie. Er ist zudem Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Werdegang
Petrides wurde in Berlin geboren und stammt aus einer griechischen Familie aus Kappadokien (Kleinasien, heute Türkei). Er studierte Medizin an den Universitäten Freiburg im Breisgau und München und schloss das Studium 1975 an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Staatsexamen ab. 1977 promovierte er am Institut für Diabetesforschung in München.[1]
Anschließend forschte er von 1978 bis 1984 in den USA, davon ab 1980 an der Stanford University. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er von 1984 bis 1998 am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig, wo er sich über akute Leukämien habilitierte und zum Professor für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie ernannt wurde.[1]
1998 übernahm er eine Professur an der Charité der Humboldt-Universität zu Berlin und leitete dort die Onkologische Ambulanz und Tagesklinik, bevor er 2000 nach München zurückkehrte, eine Schwerpunktpraxis für Hämatologie und Onkologie gründete und einen Lehrauftrag an der Ludwig-Maximilians-Universität erhielt.[1][2][3]
Außerdem war Petrides von 2007 bis 2017 in der Silima-Klinik im Chiemgau tätig, wo er die schulmedizinische Onkologie mit der traditionellen chinesischen Medizin zusammenführte.[4][5]
Wissenschaftliche Arbeit
Die wissenschaftliche Arbeit von Petrides umfasst klinische und naturwissenschaftliche Themen der Inneren Medizin, insbesondere der Onkologie, Hämatologie, Biochemie und seltenen Erbkrankheiten. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen auf der patientenorientierten Krebstherapie,[6] der medikamentösen Behandlung hämatologischer Erkrankungen sowie den biochemischen Grundlagen lebender Systeme.[2][7][3] Darüber hinaus untersuchte er den Morbus Gaucher, eine seltene erbliche Stoffwechselstörung.[8] Im Bereich der Hämatologie gehören die Thrombozythämie und Arbeiten zu dem Medikament Anagrelid zu seinen Forschungsschwerpunkten.[2]
Petrides begann 1975 zudem mit der Herausgabe eines Lehrbuchs für die Biochemie und Pathobiochemie, das bis 2025 in 10 Auflagen erschienen ist.[9] Außerdem führte er zahlreiche internationale DFG-Tagungen zu verschiedenen medizinischen Themen auf der Fraueninsel durch.[10]
Publikationen (Auswahl)
- Georg Löffler, Petro E. Petrides: Physiologische Chemie: Lehrbuch der medizinischen Biochemie und Pathobiochemie für Studierende und Ärzte (= Springer-Lehrbuch). 4. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg, New York, London, Paris, Tokyo 1990, ISBN 978-3-540-18163-7.
- Petro E. Petrides, William M. Nauseef (Hrsg.): The Peroxidase Multigene Family of Enzymes: Biochemical Basis and Clinical Applications. 1. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg 2000, ISBN 978-3-642-63535-9.
- Petro E. Petrides, Heike L. Pahl: Molecular Basis of Chronic Myeloproliferative Disorders. Springer, Berlin, Heidelberg 2004, ISBN 978-3-540-22485-3.
- Georg Löffler, Petro E. Petrides: Löffler/Petrides Biochemie und Pathobiochemie. Hrsg.: Peter C. Heinrich, Matthias Müller, Lutz Graeve, Hans-Georg Koch (= Springer-Lehrbuch). 10. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg 2022, ISBN 978-3-662-60265-2.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c Werdegang. In: Onkologie München. Abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ a b c Zu viele Blutplättchen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 22. Oktober 1997, Nr. 245, S. N3.
- ↑ a b Felicitas Witte: Brustkrebs. Individuelle Therapie. In: Süddeutsche Zeitung. 25. Mai 2009, S. 22.
- ↑ Der chinesische Weg der Selbstheilung. In: Focus. Nr. 16, 2016. S. 83–87.
- ↑ „Ein herber Schlag für uns“. In: OVB Online. 18. Oktober 2017, abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Bis zuletzt sein Leben leben. In: Focus Gesundheit. 2015, S. 94–97.
- ↑ Klaus Podak: Ohne Wasser ist kein Heil! In: Süddeutsche Zeitung. 12. Oktober 2006, S. 18
- ↑ Seltene Erbkrankheit. In: Focus. 8. Juli 1996, S. 190.
- ↑ Löffler/Petrides Biochemie und Pathobiochemie. 10., vollständig überarb. Aufl. 2022. Springer, Berlin, Heidelberg 2022, ISBN 978-3-662-60265-2.
- ↑ Petro E. Petrides, William M.Nauseef (Hrsg.): The Peroxidase Multigene Family of Enzymes: Biochemical Basis and Clinical Applications. Springer, Berlin, Heidelberg 2000, ISBN 978-3-642-63535-9, doi:10.1007/978-3-642-58314-8 (springer.com).