Peter von Pirquet
Peter Pirquet Freiherr von Cesenatico (* 31. Jänner 1838 in Laibach, Oberkrain[1]; † 20. Oktober 1906 in Hirschstetten (seit 1904 ein Stadtteil Wiens)[2]) war Diplomat, Großgrundbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[3]
Leben
Peter von Pirquet war Sohn des gleichnamigen Feldzeugmeisters Peter Pirquet Freiherr von Cesenatico († 1861). Er besuchte ab 1848 das Schottengymnasium in Wien, ging von 1850 bis 1851 auf das Theresianum in Wien und dann wieder ins Gymnasium in Wien. Von 1856 bis 1859 studierte er Rechtswissenschaft an der Universität Wien, blieb allerdings ohne Abschluss. Im März 1859 trat er in die Armee als Unterleutnant ein, wurde im Mai 1859 Oberleutnant und 1864 Rittmeister, war aber bereits ab 1861 im diplomatischen Dienst. 1863 wurde er Legationssekretär in Brüssel, 1864 in Paris und 1865 in Rom. Im Jahr 1868 wurde er außer Dienst gestellt. Ab 1868 war er Besitzer des Guts Hirschstetten. Zwischen 1879 und 1885 war er Präsident der Real-Credit-Bank (ab 1880 Wiener Bank-Gesellschaft) und von 1882 bis 1906 Präsident der Union-Baugesellschaft in Wien. Er war im Jahr 1882 Mitgründer und bis 1906 Präsident des Vereins zur Förderung des Fremdenverkehrs (ab 1886 Wiener Verein für Stadt-Interessen und Fremdenverkehr). In seinen späteren Jahren war er ein eifriger Anhänger der Friedensbewegung und mit Bertha von Suttner gut befreundet.[4] Er war Ritter des österreichisch-kaiserlichen Leopoldordens, Besitzer der Kriegsmedaille und Ehrenbürger von Hirschstetten.[5]
Er starb am 20. Oktober 1906 auf seinem Schloss in Hirschstetten im Alter von 68 Jahren laut Sterbeeintrag an einer Lungenentzündung und Herzlähmung.
Er war römisch-katholisch und ab 1865 verheiratet mit Flora Freiin Pereira-Arnstein, mit der er zwei Töchter und fünf Söhne hatte. Er war der Schwager des Politikers Guido von Eiselsberg (1824–1887) und Schwiegervater des Chirurgen Anton Freiherr von Eiselsberg (1860–1939). Der Kinderarzt und Hochschullehrer Clemens von Pirquet (1874–1929) und Guido von Pirquet (1880–1966), ein Pionier der Raketentechnik, waren zwei seiner Söhne.
Peter von Pirquet war von 1871 bis 1884 und von 1890 bis 1896 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (III., IV. und VI. Wahlperiode), als Abgeordneter des Großgrundbesitzes.
Politische Funktionen
Peter von Pirquet war vom 27. Februar 1874 bis zum 22. Januar 1897 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (V., VI., VII. und VIII. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Großgrundbesitz zuständig. Er war der Nachfolger des zurückgetretenen Abtes Othmar Helferstorfer.
Klubmitgliedschaften
Peter von Pirquet war ab 1874 Mitglied im Klub der Linken, ab 1879 im Klub der Liberalen, ab dem 19. November 1881 bei den Vereinigten Linken, ab 1885 im Deutsch-österreichischen Klub und ab dem 6. November 1888 bei den Vereinigten Deutschen Linken (Verfassungstreuer Großgrundbesitz).
Literatur
- Biographisches Handbuch Des NÖ Landtages 1861–1921, S. 151
- Parlamentarisches – Club der vereinigten Fortschrittspartei. In: Salzburger Volksblatt, 21. Oktober 1879, S. 2 links oben (online bei ANNO).
- Politische Chronik – Die „vereinigte Linke“. In: Das Vaterland, 21. November 1881, S. 1 Mitte (online bei ANNO).
- Der parlamentarische Apparat – „deutsch-österreichischer“ Club. In: Südsteirische Post, 13. April 1887, S. 3 links unten (online bei ANNO).
- Die Zusammensetzung des aufgelösten Abgeordnetenhauses – Club der „Vereinigten deutschen Linken“. In: Südsteirische Post, 14. Februar 1891, S. 2 Mitte unten (online bei ANNO).
- Peter Frhr. Pirquet v. Cesenatico †. In: Das Vaterland (Abendblatt), 22. Oktober 1906, S. 2 Mitte unten (online bei ANNO).
- Peter Frhr. Pirquet v. Cesenatico †. In: Das Vaterland (Morgenblatt), 23. Oktober 1906, S. 4 links (online bei ANNO).
- Pirquet Peter, Freiherr v. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0008, VIII. Session, S. 279 (online bei ANNO).
- Pirquet Peter, Freiherr v. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0009, IX. Session, S. 313 (online bei ANNO).
- Pirquet Peter, Freiherr v. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0010, X. Session, S. 280–281 (online bei ANNO).
- Pirquet Peter, Freiherr v. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0011, XI. Session, S. 612 (online bei ANNO).
Weblinks
- Pirquet, Peter Freiherr von Cesenatico, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments
Einzelnachweise
- ↑ Matricula Online – Ljubljana - Sv. Nikolaj, Taufbuch, 1836–1850, Seite 21, Eintrag Nr. 11, 4. Zeile
- ↑ Matricula Online – Wien - 22., Kagran, Sterbebuch, 1899–1907, Seite 283, Eintrag Nr. 170, 3. Zeile
- ↑ Pirquet, Peter Freiherr von Cesenatico, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments, abgerufen am 7. Oktober 2025.
- ↑ Biographisches Handbuch Des NÖ Landtages 1861–1921, S. 151
- ↑ Peter Frhr. Pirquet v. Cesenatico †. In: Das Vaterland (Morgenblatt), 23. Oktober 1906, S. 4 links (online bei ANNO).