Peter van Loyen

Peter Paul van Loyen (* 10. Februar 1941 in Recklinghausen) ist ein ehemaliger deutscher Journalist, Fernsehmoderator und Korrespondent.

Tätigkeit beim ZDF

In den 1970er-Jahren war van Loyen als Korrespondent für das ZDF in Ost-Berlin tätig. Größere Bekanntheit erlangte er durch seine Ausweisung aus der DDR am 14. Mai 1979, da er mit dem Schriftsteller Stefan Heym, gegen den wegen „Devisenvergehens“ in der DDR ermittelt wurde, ohne Genehmigung ein Interview geführt hatte.[1] Dies führte zu umfangreicher Presseberichterstattung und politischen Reaktionen.[2][3] Des Weiteren moderierte er von 1988 bis 1992 das ZDF-Fernsehmagazin Länderspiegel.[4] Van Loyen trat 2003 in den Ruhestand.

Interview mit Stefan Heym und Ausweisung

Mit dem Inkrafttreten einer neuen Durchführungsbestimmung vom 11. April 1979 verschärfte sich die Situation für westdeutsche Korrespondenten in der DDR zunehmend, auch aufgrund der strafrechtlichen Bedrohung potenzieller Informanten. Trotz dieser Umstände führte van Loyen – ohne vorliegende Befragungsgenehmigung – ein Gespräch mit Stefan Heym und nahm Aussagen des Schriftstellers in einen Beitrag für die heute-Sendung des ZDF am 12. Mai auf. Joachim Jauer, ein damaliger Kollege van Loyens im DDR-Studio des ZDF sagte dazu später in einem Interview, dass dieser Heym telefonisch zu einem Statement einlud, sich allerdings schon im Vorhinein mit ihm darauf verständigte, diesen eigentlich nicht interviewen zu dürfen. Anschließend habe van Loyen das Mikrofon über den Zaun gehalten, und Heym auf der anderen Seite eine Erklärung bezüglich der gegen ihn laufenden Ermittlungen abgegeben.[5] Auch im ausgestrahlten Beitrag war van Loyen weder als Fragesteller, noch als Gesprächspartner Heyms zu erkennen. Dennoch sah die DDR dies als „ein Unterlaufen ihrer Gesetze“ an und bestellte van Loyen am 14. Mai 1979 um 13:00 Uhr in das MfAA, wo ihm mitgeteilt wurde, dass er die DDR innerhalb von 24-Stunden zu verlassen habe, und entzogen ihm mit sofortiger Wirkung seine Akkreditierung. Dazu war es ihm unter Strafe (Verhaftung) untersagt, bis zu seiner Ausreise „öffentliche Aktivitäten“ auszuüben. Anlässlich dieses Vorfalls ging am 17. Mai 1979 ein Schreiben internationaler Korrespondenten bei DDR-Ministerpräsident Willi Stoph ein, welche die Ausweisung van Loyens scharf kritisierten. Entgegen dazu bescheinigte die Bezirksleitung Leipzig in einem Fernschreiben an die Abteilung Parteiorgane dieser Maßnahme gegen van Loyen ihre vollste Unterstützung.[6] Die Bundesregierung in Westdeutschland rügte den Vorfall durch formalen Protest.[3]

Privatleben

Peter van Loyen ist seit September 2016 Mitglied der SPD. Ende 2022 wurde er zum Beisitzer im Vorstand des SPD-Ortsvereins in Lathen gewählt.[7]

Einzelnachweise

  1. Historischer Kalenderdienst – Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. 31. Januar 2024, abgerufen am 7. November 2025.
  2. Schere im Kopf. In: Die Zeit. 25. Mai 1979, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 7. November 2025] Die Zeit Archiv).
  3. a b Einen auf die Wange. In: Der Spiegel. 10. Juni 1979, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 7. November 2025]).
  4. imfernsehen GmbH & Co KG: Filmografie Peter van Loyen. Abgerufen am 7. November 2025.
  5. Wilhelm Bruns: Deutsch-deutsche Beziehungen: Prämissen, Probleme, Perspektiven. In: Analysen. 4., erw. und aktualisierte Auflage. Band 23. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 1984, ISBN 978-3-322-85485-8, S. 58.
  6. Journalisten und Journalismus in der DDR: Berufsorganisation - Westkorrespondenten - »Der schwarze Kanal«. In: Jürgen Wilke (Hrsg.): Medien in Geschichte und Gegenwart. Band 23. Böhlau, Köln; Weimar; Wien 2007, ISBN 978-3-412-36205-8, S. 184, 188–189.
  7. Gemeinderat Lathen. In: Samtgemeinde Lathen. Abgerufen am 7. November 2025.