Peter Sugiyama

Peter Lawrence Naoya Sugiyama (* 19. April 1943; gest. 10. Juni 2007) war ein palauischer Politiker.[1]

Leben

Sugiyamas Vater Hayato Sugiyama (japanisch 杉山隼人) war ein Japanischer Immigrant gewesen. Er kam 1914 nach Koror auf Einladung seines Onkels, nachdem das Japanisches Kaiserreich im Zuge seiner Invasion Deutsch-Neuguineas im Ersten Weltkrieg die Inseln besetzt hatte (eine Kontrolle, die später vom Völkerbund als Südseemandat formalisiert wurde). Er begann sein neues Leben dort als Lehrer, leitete später aber eine Obstverpackungsfirma und ein Café. Er heiratete Rosang Sayoko Serek, die Tochter eines lokalen Häuptlings.[2][3]

Peter Sugiyama wurde am 19. April 1943 als Sohn von Hayato und Rosang geboren. Nach seiner Grundschulzeit an der Koror Elementary School und der Mindszenty Intermediate School setzte er seine Ausbildung im Ausland fort, zunächst an der Xavier High School auf Weno (damals Teil des Treuhandgebiets Pazifische Inseln, heute eine Gemeinde von Chuuk in den Föderierten Staaten von Mikronesien) und anschließend an der University of Guam, wo er Politikwissenschaft und Geschichte (BA 1967) und später Soziologie und Öffentliche Verwaltung (public administration, BA 1968) studierte.[1] 1982 wurde er Zeuge des Todesschusses auf Bedor Bins, der sich bei einem Attentat auf dessen Sohn Roman Bedor ereignete; die Attentäter schossen auch auf Sugiyama selbst, verfehlten ihn jedoch.[4]

Sugiyama war verheiratet mit Akiko Sugiyama, die ebenfalls Politikerin war.[1] Sie war die erste Frau, die in den Nationalkongress von Palau gewählt wurde, und gehörte 2005 zusammen mit Vicki Kanai nach Gouverneurin Theodosia Blailes von Angaur im Jahr 1993 zu den ersten Gouverneurinnen eines Bundesstaates,[5][6][7][8]

Politische Karriere

In öffentlichen Funktionen

Ab 1970 bekleidete Sugiyama Führungspositionen in einer Reihe öffentlicher Gremien, darunter:[1]

  • Stellvertretender Vorsitzender des Palau Economic Development Planning Council
  • Stellvertretender Vorsitzender des TT-Kokosnussverarbeitungsrats (T.T. Coconut Processing Council)
  • Vorsitzender der Palau Public Lands Authority
  • Geschäftsführer der Palau Community Action Agency

In seiner Funktion bei der CAA leitete er ein Programm zur Förderung der Fischerei- und Landwirtschaftskenntnisse der Palauer, um ihnen ein Einkommen zu ermöglichen, und sprach sich aufgrund der potenziellen Umweltauswirkungen gegen den Hafenausbau in Koror aus.[9]

In gewählten Ämtern

Er wurde erstmals 1979 in ein öffentliches Amt gewählt und bekleidete danach folgende Ämter:[1]

  • Delegierter zum ersten Verfassungskonvent (Palau Constitutional Convention) von Palau, 1979
  • Mitglied der siebten Legislaturperiode von Palau, 1980
  • Senator (Koror) im ersten Senate of Palau
  • Senator (Vierter Senatsbezirk) im dritten Senat von Palau, 1989–1992
  • Senator (Vierter Senatsbezirk) im Vierten Senat von Palau, 1993–1996
  • Senator (Zweiter Senatsbezirk) im Fünften Senat von Palau, 1996–1999

Während seiner letzten Amtszeit wurde er zum Präsidenten des Senats gewählt (Januar 1993–November 1996).[10]

Präsidentschaftswahl 2000

Sugiyama kandidierte bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000.[11] Während seiner Amtszeit als Senatspräsident hatte er den scheidenden Präsidenten Kuniwo Nakamura treu unterstützt und hoffte, nach Nakamuras Rücktritt am Ende seiner zweiten Amtszeit aufgrund der Amtszeitbegrenzung dessen Nachfolger zu werden. Im Juli 2000 erklärte Nakamura jedoch seine Unterstützung für die Präsidentschaftskampagne seines Vizepräsidenten Tommy Remengesau. Dank dieser starken Unterstützung ging Remengesau bei den Vorwahlen als Sieger hervor; von 9.221 abgegebenen Stimmen erhielt er fast 43 % (4.000 Stimmen), während der Zweitplatzierte Sugiyama nur 22 % (2.050 Stimmen) erreichte. Die restlichen Stimmen verteilten sich auf Bildungsminister Billy Kuartei, Senator Santos Olikong und den Gouverneur von Angaur, Ben Roberto. Die drei anderen Verlierer der Vorwahlen unterstützten Sugiyama bei den Parlamentswahlen, und es gelang ihm, den Abstand zu Remengesau deutlich zu verringern. Am Ende verlor Sugiyama bei einer Wahlbeteiligung von 81 % (10.718 abgegebene Stimmen) mit einem Rückstand von 674 Stimmen.[10]

Tod

Nach langem Kampf gegen eine Krankheit starb Sugiyama am 10. Juni 2007. Er hinterließ seine Frau, zwei Söhne (Clarence und Wayne), eine Tochter (Sarah Lynn), zwei Schwestern (Michie und Yosie) und vier Brüder (Nobuya, John Takaya, George und Singeru).[1]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f In memoriam of the late Peter L. Sugiyama, former senator of the Republic of Palau. Palau National Congress, 13. Juni 2007, archiviert vom Original am 7. Januar 2009; abgerufen am 24. November 2010 (englisch).
  2. 酒井摂 (Sakai Setsu): 私の「ラバさん」-パラオを愛した杉山隼人 (Watashi no 'raba-san'- Parao o aishita Sugiyama Hayato) 国際交流 (Kokusai Kōryū - Internationaler Austausch) vol. 26, Nr. 1: 2003. S. 54–59. ISSN 0385-230X
  3. 東出陽子 (Higashide Yōko): ja:日本統治下パラオに生きた人々 (Nihon tōchi-ka Parao ni ikita hitobito). In: Yoko News. vol. 31. 12. April 2008, archiviert vom Original am 22. Juli 2011; abgerufen am 14. November 2010 (japanisch).
  4. Arnold H. Leibowitz: Embattled island: Palau’s struggle for independence. Greenwood 1996. 193 (Google Books) ISBN 978-0-275-95390-4
  5. Female Governors 1990-2000. In: guide2womenleaders.com. (englisch).
  6. Ngeaur er a irechar me a Chelechang : "past & present" | WorldCat.org. In: search.worldcat.org. (englisch).
  7. Lynn B. Wilson: Speaking to power: gender and politics in the western Pacific. Routledge 1995: S. 165–167 (Google Books) ISBN 978-0-415-90924-2
  8. David Miho: Leilani Reklai Leads Aimeliik Governor’s Early Count. In: Pacific Magazine. 16. November 2007, abgerufen am 16. November 2007 (englisch).
  9. Robert Jones: Palau: threatened paradise. In: The Windsor Star. 2. April 1977, abgerufen am 24. November 2010 (englisch).
  10. a b Donald L. Shuster: Elections in the Republic of Palau. In: Political Science vol. 61, Nr. 1. Juni 2009, S. 7–19, archiviert vom Original am 23. Januar 2015; (englisch, 10.1177/00323187090610010201). s2cid=145306833
  11. Remengesau clear winner in Palau presidential race. In: Kyodo News. 9. November 2000, abgerufen am 22. November 2010 (englisch).