Peter Riedel (Skirennläufer)

Peter Riedel (* 1963) ist ein ehemaliger deutscher Skirennläufer und Unternehmer.

Leben

Riedel wuchs im Kurort Oberwiesenthal im Erzgebirge auf.[1] Sein Vater Eberhard Riedel war einer der erfolgreichsten Skirennläufer der DDR.[2][3] Im Alter von fünf Jahren war Peter Riedel im DDR-Fernsehen im kurzen Interview mit Gerhard Kohse beim Abstellen seiner Skier vor dem abendlichen Sandmännchen zu sehen[4] und bestritt als Jugendlicher zahlreiche Rennen.[5] Später startete er als DDR-Kaderathlet bei Europacup-Wettbewerben im alpinen Skirennlauf und belegte den zehnten Platz bei den internationalen tschechoslowakischen Meisterschaften in Jablonec.[1][6] 1982 absolvierte Riedel eine Ausbildung zum Zimmermann.[7] In einem Fernsehbeitrag der DDR-Sportsendung Halbzeit, ausgestrahlt am 10. März 1982, wurde Peter Riedel unter anderem als DDR-Jugend-Meister im Riesenslalom vorgestellt. Der Beitrag zeigt ihn zudem als zweifachen Sieger der DDR-Jugend-Meisterschaften mit Zeiten von 94,47 Sekunden (Startnummer 61) sowie 104,0 Sekunden (Startnummer 169, Riesenslalom), womit er fünf Sekunden schneller war als der beste Athlet der Männerkonkurrenz.[8] 1984 nahm Riedel für den SC Traktor Oberwiesenthal an den DDR-Meisterschaften im alpinen Skisport in Gehlberg teil. Dabei belegte er im Slalom den dritten Platz und erreichte in der Kombinationswertung des Riesenslaloms den vierten Rang.[9] Bei den DDR-Meisterschaften im alpinen Skilauf belegte Riedel über mehrere Jahre hinweg Podestplätze, darunter Silber- und Bronzemedaillen in verschiedenen Disziplinen: 1984 den 3. Platz im Spezialslalom, 1986 den 2. Platz im Riesentorlauf und 1987 erneut den 2. Platz im Spezialslalom.[10] Nach dem Ende seiner aktiven Sportkarriere schloss Riedel 1988 ein Ingenieurstudium für Hochbau in Leipzig ab. Anschließend war er mehrere Jahre als selbstständiger Hochbauplaner tätig.[7] Bereits Ende der 1990er Jahre war Peter Riedel maßgeblich am Aufbau des alpinen Vereinswesens in Oberwiesenthal beteiligt. Als Gründungsmitglied und späterer Präsident (bis 2001) des ASC Oberwiesenthal e. V. engagierte er sich für die Wiederbelebung des alpinen Skisports am Fichtelberg.[11][12] Von 2014 bis 2016 war Riedel Präsident des WSC Erzgebirge Oberwiesenthal e. V., einem traditionsreichen Wintersportverein, der zahlreiche nationale und internationale Athleten hervorbrachte.[13] Riedel pflegt seit Jahren eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Skiverband (DSV), die unter anderem auf frühere Kontakte zu dessen langjährigem Generalsekretär Thomas Pfüller zurückgeht.[1]

Unternehmerische Tätigkeit

Die von Riedel gegründete Peter Riedel GmbH mit Sitz in Raschau-Markersbach fertigt Anlaufspurensysteme, die in über 100 Schanzenanlagen weltweit installiert wurden.[14][15] Die Systeme sollen auch bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt konstante Wettkampfbedingungen ermöglichen.[16][17] Die Peter Riedel GmbH ist Partner des Österreichischen Skiverbands (ÖSV).[17]

Privates

Riedel lebt in Tellerhäuser.[18]

Literatur

  • Eberhard und Peter Riedel: Spuren des Erfolgs. egoth Verlag, Wien 2013, ISBN 978-3-902480-79-8.
  • Peter Riedel, Horst Nilgen: JUMP! Die schönsten Skisprungschanzen der Welt. Mit einem Vorwort von Walter Hofer und einem Nachwort von Jens Weißflog, Egoth Verlag, Wien 2011, ISBN 978-3-902480-73-6.

Einzelnachweise

  1. a b c Susanne Frank: Neuartige Schanzentechnik für Skiflug – Auch ein Metallbauer kann von Olympia träumen. In: Metallbau. Nr. 3, März 2024, S. 42–45.
  2. Thomas Schmidt: Riedels letzte Bastion, 11. März 2017, S. Sport 
  3. Eberhard Riedel – Das Wunder vom Fichtelberg. In: MDR Zeitreise. 27. Januar 2011, abgerufen am 30. September 2025.
  4. Sport aktuell, Sendung vom 31. Januar 1969 - Peter Riedel – erster Fernsehauftritt 1969 (Archivmaterial DDR-Fernsehen, hochgeladen im Kanal „RiedelSki“) auf YouTube
  5. Peter Riedel wird 60ig (Archivmaterial DDR-Fernsehen, hochgeladen im Kanal „Peter Riedel Movie Production“) auf YouTube
  6. Kristina Neukirch: Ski-Springen unterm Hallendach – Peter Riedel baut die erste Indoor-Schanze der Welt, 11. März 2015, S. 10 
  7. a b Jürgen Werner: Nordische Ski-WM: Auf der Schanze haben die Erzgebirger das Sagen In: Freie Presse, 25. Februar 2025 
  8. Archivmaterial des DDR-Fernsehens – Beitrag zu den DDR-Skimeisterschaften. In: Sendung Halbzeit, Deutsches Rundfunkarchiv (DRA). 10. März 1982, abgerufen am 8. Oktober 2025 (Originalmaterial aus dem Deutschen Rundfunkarchiv; Authentifizierung durch das DRA bestätigt).
  9. Lutz Lehmann: Auf einem Ski sicher zu Tal, 6. März 1984 
  10. DDR – Ski Alpin: Meisterschaften Männer. In: Sport-komplett.de. Abgerufen am 8. Oktober 2025.
  11. Holm Dohle: Am Fichtelberg wird jetzt der Kurs für den Winter gesteckt, 12./13. Juni 1999 
  12. ASC-Präsident tritt zurück, 21. Juni 2001 
  13. WSC Erzgebirge Oberwiesenthal e. V. – Offizielle Vereinsseite. In: wsc-erzgebirge.de. WSC Erzgebirge Oberwiesenthal e. V., abgerufen am 22. Oktober 2025.
  14. Ulrich Steudel: Handwerk und Sport – Metallbauer spielt bei Vierschanzentournee bedeutende Rolle. Deutsche Handwerks Zeitung, 28. Dezember 2023, abgerufen am 30. September 2025.
  15. Best Practice im Handwerk: Metallbauer hat weltweit bereits über 100 Sprungschanzen ausgerüstet. In: ZDH. Zentralverband des Deutschen Handwerks, 2023, abgerufen am 25. September 2025.
  16. Wie Wissenschaftler aus Mitteldeutschland den Wintersport revolutionieren. MDR Wissen, 13. Januar 2021, abgerufen am 30. September 2025.
  17. a b Internationale Erfolgsspuren: die Peter Riedel GmbH. So geht sächsisch. – Freistaat Sachsen, 6. Dezember 2019, abgerufen am 30. September 2025.
  18. Th. Schmidt: Riedels eisige Hightech-Spur feiert in Pöhla Welt-Premiere, Morgenpost (Chemnitz), 14. Februar 2007, S. 20