Peter Nikolaus Caspar Egen

Peter Nikolaus Caspar Egen (* 26. April 1793 in Breckerfeld; † 23. August 1849 in Berlin) war ein deutscher Techniker, Pädagoge und Eisenbahnpionier.[1]

Leben und Wirken

Der aus einer Bauernfamilie stammende Caspar Egen ging frühzeitig in den Schuldienst. 1812 war er zunächst Schulgehilfe in Vörde und dann Lehrer bzw. Organist in Kronenberg. Frühzeitig wurden seine besonderen mathematischen und technischen Kenntnisse deutlich, und er legte diesbezügliche Veröffentlichungen vor. Ab 1818 leitete er die Schule in Halver. Im Jahre 1822 wurde er dann Lehrer für Mathematik und Physik am Archivgymnasium Soest. Wegen seiner Veröffentlichungen und gutachterlichen Tätigkeiten verlieh ihm die Universität Halle/S. im Jahre 1830 den Doktortitel. Zugleich wurde er mit der Leitung der Real- und Gewerbeschule in Elberfeld betraut. Egen trat mehreren wissenschaftlichen Gesellschaften bei und unternahm mehrere Studienreisen nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland. 1845 begründete er, ebenfalls in Elberfeld, eine Webeschule und die Einführung von Trockenanstalten für Seide. Außerdem interessierte er sich stark für das neue Eisenbahnwesen. Bereits um 1830 kümmerte er sich in seiner Region um den Bau einer Pferde-Eisenbahn für den Kohletransport. Auf seinen Reisen hatte er in England die neue Dampfeisenbahn gesehen. Über seine Beobachtungen und Gedanken veröffentlichte er einige Berichte. Die Stadt Nürnberg beauftragte bei Egen die Bauzeichnungen für den Oberbau der ersten deutschen Eisenbahnstrecke Nürnberg-Fürth, die 1835 in Betrieb ging. Er wurde Mitglied des Leipzig-Dresdener Eisenbahnkomitees.

Im Jahre 1848 erhielt er Ruf der preußischen Regierung als Vortragender Rat in das Berliner Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. Außerdem sollte er die Leitung des Königlichen Gewerbeinstituts übernehmen. Diese Tätigkeit konnte Egen jedoch nur kurze Zeit ausüben, da er im August des folgenden Jahres an einer Krankheit starb.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Handbuch der allgemeinen Arithmetik. Zwei Teile. Duncker & Humblot, Berlin 1820 (3. Aufl. 1846/1849) (Volltext, Bd. 1; Volltext, Bd. 2).
  • Ueber die Methoden, Zahlengleichungen durch Näherung aufzulösen. Nasse, Soest 1829.
  • Untersuchungen über den Effekt einiger im Rheinland-Westphalen bestehenden Wasserwerke. Ministerium des Innern für Handel, Gewerbe und Bauwesen, Berlin 1831.
  • Die Eisenbahn zwischen Liverpool und Manchester. Nebst Bemerkungen über den Verkehr der englischen Fabrikstädte. Petsch, Berlin 1833 (Volltext).
  • Mitteilungen vermischten Inhalts über die englischen Eisenbahnen. Petsch, Berlin 1834 (Volltext).
  • Bericht über die auf der Elberfelder Probe-Eisenbahn angestellten Versuche. Petsch, Berlin 1835 (Volltext).
  • Der Haarrauch. Ursprung, Erscheinung und Verbreitung desselben. Bädeker, Essen 1835.
  • Beschreibung des Stephensonschen Eisenbahn-Frachtwagen (nebst Zeichnungen). Petsch, Berlin 1835 (Volltext).
  • Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde. Büschler, Elberfeld 1840 (Volltext).
  • Erfahrungen, Ansichten und Vorschläge in Betreff der Aufnahme des lateinischen Unterrichts in den Lectionsplan der Realschule zu Elberfeld. Lucas, Elberfeld 1843.
  • Über die Eisenbahn im Vesdrethal. Petsch, Berlin 1843 (Volltext).

Literatur

  • Klaus Goebel: Peter Nikolaus Caspar Egen (1793–1849). In: Rheinische Lebensbilder, Bd. 10 (1985), S. 81–102.
  • August Lomberg: Bergische Männer. Ein Beitrag zur Geschichte der Heimat. 2. Aufl. Martini & Grüttesien, Elberfeld 1927, S. 257–265.

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Schulte: Egen, Peter Niokaus Caspar. In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 4 (1849), S. 324; Peter Nikolaus Kaspar Egen. In: Wilhelm Schulte: Westfälische Köpfe. 300 Lebensbilder bedeutender Westfalen. Aschendorff, Münster 1963, S. 71f. (mit Porträt).