Peter Kropmanns
Peter Kropmanns (* 1963 in Köln) ist ein deutscher Kunsthistoriker. Er forscht und publiziert über französische Kunst und Künstler der Klassischen Moderne des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, sowie zu deutsch-französischen Themen, bei denen es um grenzübergreifende Netzwerke und Austausch geht.
Leben
Das Studium der Kunstgeschichte, sowie der Romanistik, Volkskunde und Orientalischen Kunstgeschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn hat Kropmanns 1990 mit dem M.A. für eine Arbeit über die Rezeption der französischen Fauves in Deutschland abgeschlossen. Die Humboldt-Universität zu Berlin hat ihn 2000 mit der von Tilmann Buddensieg betreuten Dissertation Matisse in Deutschland promoviert; sie gilt der Präsenz und Rezeption des Künstlers Henri Matisse, der um 1905 das Interesse deutscher Sammler, Kunsthändler, Kunstkritiker, Künstler und Museumswissenschaftler geweckt hat.[1]
Seine während des Promotionsstudiums in den 1990er Jahren einsetzenden wissenschaftlichen Aktivitäten haben zu Vorträgen und Beiträgen für Symposien, Katalogbeiträgen, Forschungsberichten, Rezensionen, Lexikonartikeln und Fachübersetzungen aus dem Französischen geführt. In dieser Zeit hat Kropmanns begonnen, forschend und beratend für Museen tätig zu werden, vorwiegend für Institutionen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Zudem ist er als Kurator oder Ko-Kurator von Ausstellungen zu Henri Matisse (Düsseldorf 2005, Nizza 2007, Mannheim 2019) und Pierre Bonnard (Wuppertal 2010) hervorgetreten. In den 1990er Jahren hat er ebenfalls begonnen, für zumeist überregionale Zeitungen und Zeitschriften über aktuelle Themen in Frankreich (Ausstellungen, Buchneuerscheinungen) zu berichten.
Kropmanns ist 1998–2001 am Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris tätig gewesen, wo er u. a. am Aufbau einer Forschungsdatenbank zur Kunstkritik, an der Durchführung erster Kolloquien und der Veröffentlichung erster Jahrbücher beteiligt war. Auf Vorschlag von Theodore F. Reff ist er 2006 zum Mitglied der international besetzten Société Cezannne (Aix-en-Provence) ernannt worden.[2]
Zu seinen zentralen Beschäftigungsfeldern gehören Aspekte der deutsch-französischen Kunstbeziehungen und des künstlerischen Austauschs zwischen beiden Ländern sowie einzelne Künstlernetzwerke der Jahre um 1890 bis 1914. Darüber hinaus hat er über Paris als innovative Kunstmetropole desselben Zeitraums und einen Kunstreiseführer durch Paris veröffentlicht.
Zu den Künstlern, mit denen er sich monographisch oder thematisch mehrfach beschäftigt hat, zählen Paul Cézanne, Paul Gauguin, Henri Matisse, Auguste Herbin und Pierre Bonnard, aber auch Otto Scholderer und Lovis Corinth. Kropmanns hat sich zudem wiederholt Studien zur Geschichte des Kunsthandels und von Sammlungen, zur Geschichte der Kunstkritik sowie zum Zustandekommen einzelner, teils vergessener Ausstellungen gewidmet. Zahlreiche Beiträge erschienen in französischer und/ oder englischer Übersetzung.[3]
Peter Kropmanns lebt und arbeitet in Köln und Paris.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Matisse in Deutschland (Dissertation), Humboldt-Universität, Berlin 2000
- Cézanne: eine Biografie, Reclam-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-15-010610-5
- Lovis Corinth: ein Künstlerleben, Hatje Cantz, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7757-2074-8
- Matisse en Allemagne: présence et réception méconnues, 1906 - 1910, Edition Kerloff, Quimperlé 2009, ISBN 978-2-916791-10-4
- Das Atelier im Grünen: Henri Matisse - die Jahre in Issy, Insel Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-458-17712-8
- Himmlisches Licht: meditative Momente mit berühmten Kirchenfenstern, Kösel-Verlag, München 2017, ISBN 978-3-466-37203-4
- Die „Kapelle der Deutschen“ an Saint-Sulpice in Paris, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2018, ISBN 978-3-7319-0660-5
- Paris - Kunst und Architektur, Reclam-Verlag, Ditzingen 2021, ISBN 978-3-15-014231-8
Weblinks
- Offizielle Website von Peter Kropmanns
- Literatur von und über Peter Kropmanns im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek