Peter Joseph Hammerschlag
Peter Joseph Hammerschlag (* 26. Januar 1817 in Limburg an der Lahn; † 31. Dezember 1888 ebenda) war ein deutscher Kaufmann sowie Lokal- und Regionalpolitiker in Limburg an der Lahn und im Herzogtum Nassau.
Hammerschlag wurde als Sohn des Lehrers Franz Jacob Hammerschlag und dessen Frau Catharina, geb. Remelt, geboren. Seine schulische Ausbildung erhielt er nach dem Besuch der Elemantarschule in Limburg am Pädagogium in Wiesbaden und von 1833 an am Gymnasium Philippinum Weilburg. Zunächst wollte Hammerschlag Theologie studieren und trat mit diesem Ziel in das Lehrerseminar Idstein ein, nahm 1834 aber kaufmännische Tätigkeiten in Mainz, Limburg und Koblenz auf. In letzterer Stellung bereiste er für den Kaufmann Johann Leyenthal als Handlungsreisender das Herzogtum Nassau und die Rhein-Mosel-Region. 1843 gründete er in Limburg ein eigenes Materialwaren- und Farbengeschäft, das sich in den folgenden Jahrzehnten zu Lebensmittelgroßhandlung wandelte und mit dieser Ausrichtung noch rund 150 Jahre bestehen sollte. 1846 heiratete Peter Joseph Hammerschlag in Niederwalluf Anna Christina Keppel (10. Mai 1818 – 28. März 1861), die Tochter des Holzhändlers Caspar Keppel. Im gleichen Jahr erwarb er von der Stadt Limburg ein Haus am Kornmarkt, das kurz darauf zusammen mit einem angrenzenden Gartengrundstück zum neuen Sitz des Handelsunternehmens umgebaut wurde. Wichtige Geschäftsgrundlage war die Belieferung von Kleinhändlern in den umliegenden Dörfern und Kleinstädten im nördlichen Taunus und im Westerwald.
Spätestens mit der Deutschen Revolution 1848/1849 wurde Hammerschlag lokalpolitisch aktiv. Bei der Urwahl zur Frankfurter Nationalversammlung bewarb er sich erfolglos als Wahlmann. Am 29. Dezember 1848 wurde er in den Limburger Gemeinderat gewählt. Dort vertrat er liberale Positionen, die ihn in der Bistumsstadt Limburg mit dem dort vorherrschenden politischen Katholizismus in Konflikt brachten. Nach einer Auseinandersetzung und einer Abstimmungsniederlage um den Einsatz einer katholischen Ordensgemeinschaft als Pflegepersonal im städtischen Krankenhaus legte Hammerschlag Mitte 1849 sein Mandat im Gemeinderat nieder. Im gleichen Jahr nahm er am nassauischen Landeskongress der Demokraten in Idstein teil.
1853 wurde das Privatkapital Hammerschlags mit 11.400 Gulden angegeben, zehn Jahre später mit 28.500 Gulden. Die Bilanzsumme seines Unternehmens belief sich 1863 auf 44.587 Gulden. 1859 wurde sein jüngerer Bruder Wilhelm Teilhabe des Handelsunternehmens. 1862 erfolgte die Eintragung in das Handelsregister und 1865 eine Erweiterung des Geschäftsgebäudes.
Von 1860 bis 1866 war Hammerschlag als Nachfolger von Joseph Menges Abgeordneter des neunten Wahlkreises in der Zweiten Kammer der Nassauischen Landstände.
Im Jahr 1880 erwarb Hammerschlag ein Grundstück für ein neues Lagergebäude. Für diese Zeit ist er zusammen mit seinem Schwiegersohn Carl Beyer als Betreiber einer Farbenfabrik in Zollhaus im Taunus verzeichnet. 1884 zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und übergab die Leitung des Handelsunternehmens an seinen Sohn Peter Josef II. 1886 ging auch der Besitz der Unternehmensimmobilien an den Nachfolger über. Nach dessen Heirat mit der Tochter eines Weinbergbesitzers stieg das Unternehmen auch in den Weinhandel ein, während der Verkauf von Tabak und Branntwein wegen der zunehmenden Konkurrenz von Spezialgeschäften aufgegeben wurde. Im Jahr 1886 bilanzierte das Handelshaus mit 52.000 Mark, bei einem Bruttogewinn von 18.000 Mark.
Literatur
- Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 164.
- Heinz Maibach: Zur Resonanz der badischen Revolution im Herzogtum Nassau. In: Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung (Hrsg.): Nassauische Annalen. Band 99. Hessisches Hauptstaatsarchiv, Wiesbaden 1988, S. 51–74.
- Nassauische Parlamentarier. Teil 1: Cornelia Rösner: Der Landtag des Herzogtums Nassau 1818–1866 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau. Bd. 59 = Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen. Bd. 16). Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1997, ISBN 3-930221-00-4, Nr. 93.
- Ludwig J. S. Kremers: 125 Jahre Peter Josef Hammerschlag Limburg/Lahn 1843/1968. Hoppenstedts Wirtschaftsarchiv. Darmstadt.
Weblinks
- Hammerschlag, Peter Josef. Hessische Biografie. (Stand: 30. Juli 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Peter Josef Hammerschlag. Abgeordnete. In: Hessische Parlamentarismusgeschichte Online. HLGL & Uni Marburg, abgerufen am 22. November 2025 (Stand 10. Februar 2025).