Peter Július Kern

Peter Július Kern (* 31. Jänner 1881 in Palúdzka, heute Teil der Stadt Liptovský Mikuláš (Liptau-Sankt-Nikolaus); † 25. März 1963 ebenda) war ein slowakischer Maler und Restaurator. Er war der Neffe des österreichischen Malers Hermann Armin von Kern.

Leben

Von 1896 bis 1901 studierte er an der Kunstgewerbeschule in Budapest,[1] bevor er sich von 1912 bis 1913 auf Studienreise nach München zu Professor Groehl begab. Er lebte in Liptovský Mikuláš. Nach der Gründung der Tschechoslowakei organisierte er die erste Ausstellung von slowakischen Künstlern und stellte bis 1914 gemeinsam mit Jaroslav Augusta und anderen national orientierten Künstlern seine Werke aus.[2] Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs war er Mitbegründer des Verbandes Slowakischer Künstler, dem 1919 in Liptovský Mikuláš eine Ausstellung mit Werken der späteren Mitglieder vorausging. Die offizielle Gründung des Verbands, der das Ziel hatte, slowakische Schriftsteller, Künstler und Komponisten in einer Organisation zu vereinen, erfolgte im Jahr 1920. Er galt als Maler der frühen Symbolik. Seine Werke umfassten Landschaften, Porträts, Figurenkompositionen und Stillleben.[3] Ab 1901 stellte er Porträts und Stillleben aus. Im Jahr 1906 restaurierte er die Wandmalereien in der Pfarrkirche Székesfehérvár, 1907 arbeitete er in der Pfarrkirche Szigetvár, 1910 restaurierte er die Wandmalerei in der Mariä-Himmelfahrt-Kirche in Selmecbánya, 1911 in der Pfarrkirche Necpál und in den Jahren 1911 bis 1912 übernahm er die Restaurierung der Wandmalereien in der Heilig-Geist-Kirche in Sopron.[4]

Ab 1926 widmete er sich der hauptberuflich den Konservierungsarbeiten an alten Fresken in den Kirchen der Slowakei.

Er veranstaltete 1943 Einzelausstellungen in Bratislava und 1957 Liptovsky Mikulas. Neben der Malerei und Restauration widmete er sich auch der Wiederherstellung von Fotografien und verfasste Gedichte.

Kern war einer der wenigen professionell ausgebildeten Restauratoren zur damaligen Zeit. Er war spezialisiert auf die Restaurierung von Denkmälern, vor allem aus dem Barock. Er beteiligte sich z. B. an der Rettung von Kunstwerken des St. Elisabeth-Dom in Košice oder in der Pfarrkirche in Levoča.

Seine Bilder werden heute noch bei Auktionen im In- und Ausland verkauft. Kern war in der Slowakei (Bratislava) ein bekannter Maler und Restaurator. 2011 fand zu seinem 130. Geburtstag eine Gedenkfeier in Bratislava statt.

Ausstellungen (Auswahl)

  • 29. Oktober 2025 bis 25. Januar 2026: Peter Július Kern – Maler aus Liptau in der Galéria Nedbalka in Bratislava.[3]

Werke (Auswahl)

  • Die hohe Tatra
  • Das Küchenmädchen
  • Der Pfeifenraucher

Literatur

  • Vladimír Wagner: Peter Július Kern : malíar a konzervátor. Bratislava 1943 (mehrsprachig).
Commons: Peter Július Kern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kern, Peter Julius. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 3: K–P. E. A. Seemann, Leipzig 1956, S. 39 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
  2. Peter Július Kern. In: The art of Slovakia : permanent exhibition of the Slovak National Gallery. The Gallery, Bratislava 1995, ISBN 80-85188-44-9, S. 243 (englisch, Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
  3. a b Peter Július Kern – Maler aus Liptau nedbalka.sk.
  4. Kern Péter Gyula. In: Magyar Katolikus Lexikon. Abgerufen am 19. November 2025.