Peru-Reisratte
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Peru-Reisratte (Oreoryzomys balneator) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Oreoryzomys | ||||||||||||
| Weksler et al., 2006 | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Oreoryzomys balneator | ||||||||||||
| (Thomas, 1900) |
Die Peru-Reisratte (Oreoryzomys balneator) ist ein im nordwestlichen Südamerika verbreitetes Nagetier in der Familie der Wühler.
Merkmale
Die Grenze zwischen dem weichen olivbraunen Fell der Oberseite und der weißlichen bis gelben Unterseite ist deutlich ausgeprägt. Manche Individuen haben Drüsen auf der Kehle oder auf der Brust, die mit reinweißem Fell umgeben sind. Wenn die kleinen Ohren nach vorne gelegt werden, erreichen sie nicht die Augen. Typisch für die Füße sind Haarbüschel, die die Krallen bedecken. Bei den meisten Exemplaren hat der Schwanz eine einheitliche Farbe und bei wenigen Tieren ist die Unterseite leicht heller. Die Art hat weicheres Fell und einen im Verhältnis zum Körper längeren Schwanz als Stachelreisratten. Im Unterschied zu den Zwergreisratten (Oligoryzomys) ist die Schwanzunterseite nur undeutlich oder nicht heller als die Oberseite.[1] Nur bei wenigen Exemplaren ist eine weiße Schwanzspitze vorhanden.
Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 75 bis 94 mm, einer Schwanzlänge von 95 bis 120 mm und mit 23 bis 27 mm langen und schmalen Hinterfüßen ist die Peru-Reisratte kleiner als die meisten eigentlichen Reisratten. Gewichtsangaben fehlen.[2]
Verbreitung und Lebensweise
Dieses Nagetier bewohnt die Anden in Ecuador und im Norden von Peru.[3] Bis zum Jahr 2017 konnten Exemplare zwischen 1500 und 2300 Meter Höhe registriert werden. Sie halten sich in Wolken- und Nebelwäldern auf und besuchen die Hochlandsteppe Páramo.[2]
Die nachtaktive Peru-Reisratte läuft vorwiegend auf dem Grund. Weitere Informationen zum Verhalten liegen nicht vor.[2]
Systematik
Die Peru-Reisratte wurde 1900 durch den Oldfield Thomas als Oryzomys balneator erstmals wissenschaftlich beschrieben,[4] und wurde damit der Gattung der Reisratten (Oryzomys) zugeordnet.[5] Nach einer taxonomischen Studie aus dem Jahre 2006 ist die Art jedoch die Schwestergruppe der Stachelreisratten (Neacomys) und wurde deswegen in die neu eingeführte Gattung Oreoryzomys verschoben, deren einziger Vertreter sie damals war. Der wissenschaftlichen Gattungsnamen ist aus dem altgriechischen Wort oros (Gebirge) und dem wissenschaftlichen Namen der Reisratten zusammengesetzt.[1] Ende 2025 wurde mit Oreoryzomys huancabambensis eine zweite Art der Gattung beschrieben,[6] und Anfang 2026 kamen mit Oreoryzomys hesperus und Oreoryzomys jumandi zwei weitere Arten dazu.[7]
Gefährdung
Gebietsweise ist der Bestand durch Landschaftsveränderungen bedroht. In den östlichen Anden von Ecuador sind mehrere Schutzzonen vorhanden. Die IUCN listet die Art mit ungenügender Datenlage (data deficient).[3]
Einzelnachweise
- ↑ a b Marcelo Weksler, Alexandre Reis Percequillo, Robert S. Voss: Ten new genera of oryzomyine rodents (Cricetidae: Sigmodontinae). In: American Museum Novitates. Nr. 3537, 2006, ISSN 0003-0082, S. 1–29, online.
- ↑ a b c Don E. Wilson, Thomas E. Lacher Jr., Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 7 - Rodents II. Lynx Edicions, 2017, ISBN 978-84-16728-04-6, S. 441 (englisch).
- ↑ a b Oreoryzomys balneator in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2019. Eingestellt von: Tirira, D.G. & Weksler, M., 2017. Abgerufen am 27. März 2023.
- ↑ Oldfield Thomas 1900. Descriptions of new Neotropical mammals. The Annals and Magazine of Natural History, Series 7 5: 269–274.
- ↑ Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Oryzomys balneator).
- ↑ Daniel Llancachahua-Tarqui, Dennisse Ruelas, Elizabeth Escobar und Víctor Raúl Pacheco Torres. 2025. Introduction to the Systematics of Oreoryzomys balneator (Rodentia; Cricetidae) with the Description of A New Species from Peruvian montane forests. Revista peruana de biología. 32(4): e31354. doi: 10.15381/rpb.v32i4.31354
- ↑ Jorge Brito, Rocío Vargas, Nicolás Tinoco, Rubí García, Julio C. Carrión-Olmedo, Claudia Koch, Ricarda Wistuba, Carlos Nivelo-Villavicencio and Ulyses F.J. Pardiñas. 2026. Mountains of Diversity: A Systematic Revision of the Andean Rodent Genus Oreoryzomys (Cricetidae: Sigmodontinae). PeerJ, Januar 2026, 14:e20515. doi: 10.7717/peerj.20515
Weblinks
- Fotos und Text auf Spanisch, Museo de Zoología, Ecuador