Persischer Mausschläfer

Persischer Mausschläfer
Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Familie: Bilche (Gliridae)
Unterfamilie: Leithiinae
Gattung: Mausschläfer (Myomimus)
Art: Persischer Mausschläfer
Wissenschaftlicher Name
Myomimus setzeri
Rossolimo, 1976

Der Persische Mausschläfer oder Setzer-Mausschläfer (Myomimus setzeri) ist ein in Westasien verbreitetes Nagetier in der Gattung der Mausschläfer. Das Typusexemplar stammt aus der Provinz Kurdistan im Nordwesten Irans.[1] Der Artzusatz im wissenschaftlichen Namen und der zweite deutsche Name ehren den amerikanischen Zoologen Henry W. Setzer.[2]

Merkmale

Dieser kleine Bilch wird ohne Schwanz 75 bis 88 mm lang und die Schwanzlänge beträgt 60 bis 67 mm. Gewichtsangaben fehlen, die Hinterfüße sind etwa 15 mm lang und die Länge der Ohren beträgt 14 bis 15 mm. Verglichen mit dem Dünnschwanz-Mausschläfer (Myomimus personatus) ist das Fell kürzer und rauer. Es hat eine rotbraune Farbe, gelegentlich mit kupferfarbenen Schattierungen. Auf dem Rücken wird das Fell zum oft undeutlichen Aalstrich hin dunkler. Auf der gut abgegrenzten Unterseite sind die Haare an der Wurzel hellgrau und an den Spitzen weiß. Im Gesicht kommen hellere Wangen vor. Gelegentlich sind dunklere Stellen am Ansatz der Vibrissen oder dunkle Ringe um die Augen vorhanden. Die Füße und der nicht zu stark behaarte Schwanz haben eine hellgraue Farbe.[3]

Verbreitung

Die Art war bis 2017 nur von drei Fundstellen im Nordwesten Irans und in der östlichen Türkei bekannt. Sie lebt in Gebirgen zwischen 1500 und 2800 Meter Höhe. Die Landschaft ist ein Mosaik aus Nadelwäldern und Grasflächen. Oberhalb von 1800 Meter kommt das Tier öfter in Gewöllen von Eulen vor als in tieferen Lagen.[4] Eine kleine Gruppe war unter einem Stein versteckt. Andere Exemplare stammten aus einer Savanne, in der Pflanzen der Gattung Pistazien dominierten.[3]

Lebensweise

Die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere halten bis Mitte oder Ende April Winterschlaf. Die Persische Mausschläfer lebt vermutlich überwiegend einsam und sie klettert gelegentlich in Gewächsen. Funde von trächtigen Weibchen im späten April und Mai legen nahe, dass die Fortpflanzung kurz nach der Winterruhe stattfindet. Was gefressen wird, ist nicht bekannt.[3]

Gefährdung

Zur Populationsgröße und zu möglichen Gefahren liegen keine Informationen vor. Die IUCN listet die Art mit unzureichende Datenlage (data deficient).[4]

Einzelnachweise

  1. Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Myomimus setzeri).
  2. Beolens, Watkins & Grayson: The Eponym Dictionary of Mammals. Johns Hopkins University Press, 2009, ISBN 978-0-8018-9304-9, S. 371 (Setzer).
  3. a b c Don E. Wilson, Thomas E. Lacher Jr., Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 7 - Rodents II. 6 Lagomorphs & Rodents I. Lynx Edicions, 2016, ISBN 978-84-16728-04-6, S. 855–856 (englisch, Myomimus setzeri).
  4. a b Myomimus setzeri in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2016. Eingestellt von: Laginha Pinto Correia, D., 2016. Abgerufen am 11. November 2025.