Periclistus brandtii
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Periclistus brandtii ♀ | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Periclistus brandtii | ||||||||||||
| (Ratzeburg, 1831) |
Periclistus brandtii ist ein Hautflügler aus der Familie der Gallwespen (Cynipidae). Die Art wurde 1831 von Julius Theodor Christian Ratzeburg als Cynips brandtii erstmals beschrieben.[1] Die Art ist in Europa eine von zwei Vertretern der Gattung Periclistus. Der Artname brandtii ehrt offenbar Johann Friedrich von Brandt, ein Naturforscher, mit dem Ratzeburg gemeinsam mehrere Veröffentlichungen verfasste.
Merkmale
Die Weibchen sind etwa 2,3–3 mm lang, die Männchen 1,7–2,1 mm.[2] Kopf, Thorax und Hinterleib sind schwarz. Die Beine sind mit Ausnahme der Coxae gelbrot gefärbt. Das Gesicht weist einen Mittelkiel auf.[3] Die Fühler der Weibchen sind 14-gliedrig, die der Männchen 13-gliedrig.[2] Das dritte Fühlerglied ist gleich lang oder etwas kürzer als das vierte, beim Männchen etwas gebogen und ausgerandet.[3][2] Das letztes Fühlerglied ist beim Weibchen so lang wie die beiden vorhergehenden zusammen, zuweilen erscheint es wie geteilt. Die Notauli sind voll ausgebildet, die Mittelfurche zwischen ihnen ist jedoch nur halb so lang. Die Tegulae sind braungelb. Das Mesonotum ist nicht glänzend. Es ist dicht lederartig gerunzelt sowie fein anliegend grau behaart. Die Parapsidenfurchen (Längsfurchen an der Seite des Mesonotums nahe des Längsrands) reichen bis zum Vorderrand des Mesonotums. Die Mesopleuren sind fein längsgestreift, ohne glatte Stelle, während diese bei Periclistus caninae eine hell glänzende, unpunktierte Stelle aufweisen.[3][2] Das erste metasomale Tergit ist sehr klein, in Dorsalansicht erkennbar, das zweite und das dritte Tergit der Weibchen sind verschmolzen.[4] Außerdem ist das zweite Tergit latero-basal behaart.[4]
Verbreitung
Periclistus brandti ist in der westlichen Paläarktis verbreitet.[1] Funde gibt es von der Iberischen Halbinsel, aus Mitteleuropa, England und Fennoskandinavien.[1] 2012 wurde ein Erstfund der Art in Kleinasien (Westanatolien) publik.[4]
Lebensweise
Periclistus brandti entwickelt sich als Inquiline in den Rosengallen von Diplolepis mayri und Diplolepis rosae.[3] Die Periclistus-Larven überwintern in den Gallen und verpuppen sich im Frühjahr (Anfang Mai).[4] Die fertigen Insekten verlassen die Gallen und paaren sich. Anschließend suchen die Weibchen nach unreifen Wirtsgallen, in welche sie ihre Eier ablegen.[4] Da aus von Periclistus brandtii besiedelten Gallen keine Diplolepis-Hautflügler erscheinen, wird angenommen, dass entweder das Weibchen bei der Eiablage die in der Galle vorhandenen Diplolepis-Larven tötet oder diese von den Periclistus-Larven verdrängt oder getötet werden. Sowohl Periclistus brandtii als auch deren Diplolepis-Wirtsarten werden von verschiedenen Erzwespen und Schlupfwespen parasitiert. Zu diesen zählen Eurytoma rosae und Orthopelma mediator. In einer im Oktober eingesammelten D. mayri-Rosengalle schlüpften in der zweiten Maihälfte des Folgejahres etwa 20 Imagines von Periclistus brandtii, 6 von Eurytoma rosae sowie 8 von Orthopelma mediator.
Einzelnachweise
- ↑ a b c Periclistus brandtii (Ratzeburg, 1831). Global Biodiversity Information Facility (GBIF), abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
- ↑ a b c d Arnstein Staverløkk: Periclistus brandtii. In: artsdatabanken.no. Abgerufen am 29. November 2025 (norwegisch).
- ↑ a b c d Karl Wilhelm von Dalla Torre von Thurnberg-Sternhof & Jean-Jacques Kieffer: Das Tierreich. Eine Zusammenstellung und Kennzeichnung der rezenten Tierformen. 24. Lieferung. Hymenoptera. Cynipidae. In: Monografien Entomologie Hymenoptera 20. 1910, S. 1–891, abgerufen am 29. November 2025.
- ↑ a b c d e Yusuf Katılmış, Suat Kiyak: Further Study on Periclistus brandtii (Ratzeburg, 1831) (Hymenoptera, Cynipidae) from Turkey. In: Entomological News 122 (1). 2012, S. 51–54, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).