Penstemon ovatus
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Penstemon ovatus, auch Breitblättriger Bartfaden genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bartfaden (Penstemon) innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Er ist im Nordwesten Nordamerikas beheimatet und wird als Zierpflanze verwendet.[1]
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Penstemon ovatus ist eine ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern erreicht. Ihre aufsteigenden bis aufrechten Stängel sind manchmal kahl, meist aber flaumig behaart.[2][1]
Die Laubblätter sind grundständig und gegenständig am Stängel verteilt angeordnet. Die gestielten Grundblätter und unteren Stängelblätter sind meist vollständig behaart, manchmal jedoch nur entlang der Ränder und Hauptnerven. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 4 bis 15 (selten bis zu 23) Zentimetern und einer Breite von 1,4 bis 5 (selten bis zu 7) Zentimetern fast eiförmig. Sie hat eine gestutzte bis zugespitzte Basis, einen gesägten bis gezähnten Rand und eine stumpfe bis spitze Spitze. Meist sind fünf bis sieben Paare Stängelblätter vorhanden. Die oberen, ungestielten Stängelblätter sind kürzer, eher dreieckig, mit umklammernder Basis, gezähntem Rand und spitzem Ende.[2][3]
Generative Merkmale
Die Blütezeit erstreckt sich vom Frühling bis zum Frühsommer.[1][4] Der endständige, unterbrochene, schmal kegelförmige, thyrsoide Gesamtblütenstand ist 6 bis 30 Zentimeter lang. Er besitzt eine dicht drüsig-behaarte Blütenstandsachse und vier bis zehn Wirtel aus zymösen, fünf- bis 13-blütigen Teilblütenständen, jeweils zwei pro Knoten. Die unteren Tragblätter sind eiförmig bis lanzettlich, am Rand gezähnt und manchmal ganzrandig. Die Stiele der Teilblütenstände und der Einzelblüten sind aufsteigend bis aufrecht und dicht drüsig-behaart.[2][3]
Die zwittrige, zygomorphe und fünfzählige Blüte hat eine doppelte Blütenhülle. Ihre fünf Kelchblätter sind an der Basis verwachsen. Die 3 bis 5 Millimeter langen Kelchlappen sind eiförmig bis lanzettlich, spärlich bis dicht drüsig-behaart und schmal häutig gerandet. Die fünf Kronblätter sind zu einer 1,5 bis 2,2 Zentimeter langen, trichterförmigen, zum Schlund hin leicht aufgeblähten Blütenkrone verwachsen. Sie ist stark zweilippig, mit einer deutlich größeren Unterlippe. Außen ist sie drüsig-behaart und tiefblau bis rosapurpurn gefärbt. Innen weist sie rotviolette Saftmale auf und ist an der Schlundöffnung dicht weiß-wollig behaart, manchmal auch kahl. Die Staubblätter sind eingeschlossen. Die schiffchenförmigen, kahlen, manchmal an den Nähten warzigen Staubbeutel reißen vollständig auf. Das Staminodium reicht mit seiner zurückgebogenen, dicht gelblich behaarten Spitze bis zur Schlundöffnung oder etwas darüber hinaus. Der Griffel ist 9 bis 12 Millimeter lang.[2][3]
Die kahle Kapselfrucht ist 4 bis 6 Millimeter lang und 2,5 bis 4,5 Millimeter breit. Sie enthält viele, bis zu 1,5 Millimeter lange Samen.[2][3]
Chromosomensatz
Die Chromosomengrundzahl ist x = 8; es liegt Diploidie vor mit der Chromosomenzahl 2n = 16.[2]
Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Penstemon ovatus erstreckt sich entlang der Kaskadenkette im Süden der kanadischen Provinz British Columbia über den US-Bundesstaat Washington, einschließlich der Saddle Mountains und der Olympic Mountains,[5] bis in den Norden von Oregon zu den Bergen rund um den Unterlauf des Columbia River.[6][7][2] Weitere Vorkommen wurden in der Bitterroot Range und in den Rocky Mountains in Idaho und Montana entdeckt.[8] Penstemon ovatus besiedelt feuchte, offene Felshänge, Waldlichtungen und Bergwiesen in kollinen, montanen und alpinen Höhenlagen von 10 bis 1800 Metern.[7][8]
Systematik
Die Erstbeschreibung unter dem Artnamen Pentstemon ovatus erfolgte im Jahr 1829 durch David Douglas in Curtis’s Botanical Magazine, Band 56, Tafel 2903.[9] Später wurde der Artname an den früher veröffentlichten Gattungsnamen Penstemon zu Penstemon ovatus angeglichen. Der artspezifische Namensteil ovatus wird im botanischen Kontext synonym zu ovalis verwendet, was „eiförmig“ bedeutet und sich hier auf die eiförmigen Grundblätter der Art bezieht.[9] Penstemon ovatus wird der Sektion Pentstemon der Untergattung Penstemon innerhalb der Gattung Penstemon zugeordnet.[2]
Verwendung
Penstemon ovatus wird gelegentlich als Zierpflanze verwendet. Er ist vielseitig einsetzbar, beispielsweise am Gehölzrand, in naturhaften Staudenrabatten, insbesondere in Alpengärten mit Felsen und Steinen, sowie auf kiesig-schottrigen Flächen. Er lässt sich gut mit Schnittlauch und Gelbem Bartfaden kombinieren. Auch in prärie- und steppenartigen Anlagen mit niedrigen und halbhohen Gräsern kommt er gut zur Geltung.[10] Seine blauen Blüten scheinen bei bewölktem Himmel fast violett.[4] Seine zunächst violettbraunen, später dunkelbraunen Fruchtstände sind bis in den Winter hinein eine Zierde.[10]
Penstemon ovatus bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte auf durchlässigen, frischen, mäßig nährstoffreichen, eher sauren Böden. Er gilt als leicht kultivierbare, jedoch kurzlebige Staude, deren Vitalität nach zwei Sommern merklich nachlässt.[10][11] Die Angaben zur Winterhärte variieren zwischen −29 °C (Zone 5)[12] und −40 °C (Zone 4).[4]
Literatur
- Craig C. Freeman: Penstemon. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Band 17. Oxford University Press, New York u. a. 2006, ISBN 0-19-530564-7, Penstemon ovatus Douglas auf S. 214 (textgleiche Online-Version).
- Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. Band 2: I bis Z. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, S. 697–701, Kapitel Penstemon.
Weblinks
- Beschreibung und Fotos bei Burke Herbarium Image Collection, University of Washington.
- Fotos von Penstemon ovatus bei iNaturalist.
Einzelnachweise
- ↑ a b c Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. Band 2: I bis Z. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, Abschnitt P. ovatus Douglas auf S. 700.
- ↑ a b c d e f g h Craig C. Freeman: Penstemon. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Band 17. Oxford University Press, New York u. a. 2006, ISBN 0-19-530564-7, Penstemon confertus Douglas auf S. 214 (textgleiche Online-Version).
- ↑ a b c d Penstemon ovatus Douglas ex Hook. bei Electronic Atlas of the Plants of British Columbia, University of British Columbia.
- ↑ a b c The Royal Horticultural Society: Stauden - Die große Enzyklopädie. Dorling Kindersley, München 2015, ISBN 978-3-8310-2752-1, Abschnitt P. ovatus auf S. 363.
- ↑ Charles Thomas Carlson: The Summit Vegetation of Saddle Mountain, Oregon Coast Range. Hrsg.: Portland State University. Dissertations and Theses. Paper 6262, 1997, Table V auf S. 70, doi:10.15760/etd.8121 (Online).
- ↑ Datenblatt Penstemon ovatus Douglas bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
- ↑ a b Datenblatt Penstemon ovatus bei Wolfe Lab, The Ohio State University.
- ↑ a b Fundstellen und Herkunftskarte von Herbarexemplaren bei Consortium of Pacific Northwest Herbaria.
- ↑ a b David Douglas: Pentstemon ovatus, Ovate-Leaved Penstemon. In: William Jackson Hooker (Hrsg.): Curtis’s Botanical Magazine. Band 56. London 1829, Tafel 2903 (Illustration) mit zwei nachfolgenden Textseiten (Digitalisat).
- ↑ a b c Penstemon ovatus / Breitblättriger Bartfaden bei Pflanzendatenbank der Gartenarchitektur.
- ↑ Stephen L. Love: The Genus Penstemon: Taxonomy as related to performance in landscape applications. In: Report of the Intermountain Native Plants Cooperative. Band 5, 2013, Penstemon ovatus (Eggleaf Beardtongue) auf S. 27 (Online [PDF]).
- ↑ Penstemons in Section Penstemon Subsection Humiles (Penstemon ovatus auf S. 10) bei American Penstemon Society.