Pelléas et Mélisande (Schauspiel)
Pelléas et Mélisande ist ein Schauspiel von Maurice Maeterlinck über die verbotene, todgeweihte Liebe der beiden Titelgestalten. Es wurde am 16. Mai 1893 am Théâtre des Bouffes-Parisiens in Paris uraufgeführt und gilt als Hauptwerk des Theaters des Symbolismus.
Handlung
Prinz Golaud verirrt sich auf einer Jagd im Wald und begegnet dort der schönen und geheimnisvollen Mélisande. Er bewegt sie dazu, mit ihm auf das Schloß seines Großvaters Arkel zu kommen. Dort wird sie seine Frau, Mélisande jedoch fühlt sich auf dem Schloß nicht wohl. Dort begnet sie auch Golauds Bruder Pelléas, mit dem sie zunächst eine Freundschaft aber später auch Liebe verbindet. Bei einem nächtlichen Rendezvous trifft der misstrauisch und eifersüchtig gewordene Golaud auf beide, tötet Pelleas und verletzt die schwangere Melisande leicht. Wenig später bringt Melisande das Kind zur Welt und stirbt sehr kurz danach.
Analyse
Pelléas et Mélisande ist zwar mehr in der Realität und im Realismus verwurzelt als Princesse Maleine von 1889, gilt aber als Maeterlincks symbolistisches Hauptwerk. Die spärliche, einfache und mit Andeutungen durchsetzte Handlung wirkt geheimnisvoll, die umso komplexeren Figuren sind vieldeutig. Die Ereignisse werden von Sehnsüchten und bösen Vorahnungen bestimmt. Soziale und moralische Probleme thematisiert das Stück kaum.
Adaptionen
Das Schauspiel diente als Grundlage mehrerer musikalischer Werke:
- 1898: Schauspielmusik von Gabriel Fauré, bekannter ist die daraus zusammengestellte Suite für Orchester
- 1900: Ouvertüre von Cyril Scott
- 1902: Pelléas et Mélisande (Oper), Oper von Claude Debussy
- 1905: Pelleas und Melisande (Schönberg) von Arnold Schönberg, Sinfonische Dichtung
- 1905: Pelleas und Melisande (Suite) von Jean Sibelius, Schauspielmusik und die daraus zusammengestellte Orchestersuite
- 1954: Ballett von Max Baumann
- 2013: Pelléas et Mélisande (konzertante Symphonie für Flöte und Orchester), von Alexandre Desplat
- 2022: Pélleas et Mélisande (Suite für Streichorchester) von Aljaksandr Litwinouski
Ausgaben
- Pelléas et Mélisande. Brüssel 1892.
- Pelléas et Mélisande, in Théâtre complet. Genf 1979.
- Pelleas und Melisande, übersetzt von G. Stockhausen. Berlin 1897.
- Pelleas und Melisande, übersetzt von F. v. Oppeln-Bronikowski. Reclam, Stuttgart 1972. ISBN 3-15-009427-5.
- Pelleas und Melisande, übersetzt von S. Gross, in Die frühen Stücke. München 1983.
Literatur
- Anita Kolbus: Maeterlinck, Debussy, Schönberg und andere: Pelléas et Mélisande. Zur musikalischen Rezeption eines symbolistischen Dramas. Tectum-Verlag, Marburg 2001. ISBN 3-8288-8313-3.
- Sophie Lucet: „Pelléas et Mélisande et l’esthétique du théâtre symboliste : mise en scène et dramaturgie“, in: Annales de la Fondation Maurice Maeterlinck 39, 1994, S. 27–48.